Das „X“ von Xtep ist dem von Brax zu ähnlich. Sollten die Spanier damit auflaufen, will Brax 250 000 Euro.

Villarreals Javier Espinosa im Spiel gegen Barcelona. Deutlich ist das Logo des Ausrüsters Xtep zu sehen. Die Unterschiede zum X von Brax sind nur minimal.
Villarreals Javier Espinosa im Spiel gegen Barcelona. Deutlich ist das Logo des Ausrüsters Xtep zu sehen. Die Unterschiede zum X von Brax sind nur minimal.

Villarreals Javier Espinosa im Spiel gegen Barcelona. Deutlich ist das Logo des Ausrüsters Xtep zu sehen. Die Unterschiede zum X von Brax sind nur minimal.

dpa/Brax

Villarreals Javier Espinosa im Spiel gegen Barcelona. Deutlich ist das Logo des Ausrüsters Xtep zu sehen. Die Unterschiede zum X von Brax sind nur minimal.

Mönchengladbach. Wenn Villarreal CF am Donnerstagabend im Borussia-Park vorspielt, blickt ein Sponsor der Fohlen-Elf mindestens genauso sehr auf die Gäste-Trikots wie auf den Ball. Denn das Herforder Bekleidungsunternehmen Brax, unter anderem offizieller Business-Ausstatter der Borussia, verklagt die Spanier.

Hintergrund: Villarreals Ausrüster ist das chinesische Unternehmen Xtep, und dessen Logo, ein stilisiertes X, ist dem, mit dem Brax wirbt, „hochgradig ähnlich“. So ähnlich sogar, dass das Harmonisierungsamt und das Gericht der Europäischen Union, das diese Formulierung getätigt hat, dem Xtep-Logo die Markeneintragung auf europäischer Ebene verweigerten. Die Entscheidung, die aufgrund der Verwechslungsgefahr mit dem Brax-X gefällt wurde, ist rechtskräftig.

Neue Dimension der Auseinandersetzung möglich

Sollte Villarreal das X beim heutigen Europa-League-Spiel auf deutschem Boden tragen, erhält die rechtliche Auseinandersetzung eine neue Dimension. „Dann gibt es sozusagen einen deutschen Tatort“, sagt Wolfgang Mews, Leiter der Brax-Rechtsabteilung. Bisher verklagt das Unternehmen Villarreal lediglich vor dem Handelsgericht Alicante, mit guten Erfolgsaussichten. „Wir sind sogar in China markenrechtlich prioritätsälter als Xtep“, sagt Mews. Das Brax-X wurde bereits 2003 ins Markenregister eingetragen, das Xtep-Logo 2009. Ab heute Abend könnten – und würden – die Herforder Villarreal auch vor einem deutschen Gericht belangen, konkret dem Landgericht Köln.

Darüber wurde der Verein Dienstag früh in Kenntnis gesetzt. Ob er darauf reagiert und die Spieler beispielsweise mit einem vollständigen Xtep-Schriftzug anstelle des X auflaufen, bleibt abzuwarten. Ist lediglich das X zu sehen, wird Brax wegen Verletzung seines Markenrechts auf die Zahlung eines Ordnungsgeldes von bis zu 250 000 Euro klagen.

„Es ist schwer, in der Branche ein so prägnantes Merkmal wie einen Buchstaben als Markenkennzeichen zu erlangen“, sagt Brax-Geschäftsführer Stefan Brandmann. „Wir werden mit dem X identifiziert. Und wenn jemand damit herumlaufen sollte, dann ausschließlich die Borussia.“ Im Borussia-Park könnte es am Abend jedoch zu der Situation kommen, dass beide Logos zu sehen sind. Und durch diese Verwechslungsgefahr, argumentiert Brax, könnten beim Zuschauer Trugschlüsse entstehen: Der Verbraucher wird sich lediglich an das X erinnern. Und kauft im schlimmsten Fall Xtep, obwohl er Brax wollte.

Schon vor der Europa-League-Auslosung sei man sich bewusst gewesen, dass ein Auftritt Villarreals auf deutschem Boden möglich ist. Dass das nun bei Borussia geschieht, ist Zufall. Zumal Villarreal letztlich auch nur das Vehikel ist, um dem chinesischen Unternehmen zu untersagen, in Europa mit dem X zu werben.

Stefan Brandmann geht davon aus, vor Gericht zu obsiegen, sowohl in Alicante als auch in Köln. In Spanien geht Brax, vereinfacht gesagt, nicht nur gegen das einmalige oder mehrfache Zur-Schau-Stellen des Logos, sondern gegen den Vertrieb und Verkauf jedes einzelnen Villarreal-Produkts mit dem Xtep-X vor. „Wir möchten einfach nicht, dass uns jemand markenrechtlich so nahe kommt“, erläutert Wolfgang Mews. In der Tat sind die Unterschiede zwischen den Logos minimal.

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