Kölns Torwart Thomas Kessler jubelt über den Sieg nach Spielende.
Kölns Torwart Thomas Kessler jubelt über den Sieg nach Spielende.

Kölns Torwart Thomas Kessler jubelt über den Sieg nach Spielende.

Jonas Güttler

Kölns Torwart Thomas Kessler jubelt über den Sieg nach Spielende.

Mönchengladbach. Nächster herber Rückschlag für Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach. Die Elf vom Niederrhein hat in der heimischen Arena das Derby gegen den Erzrivalen 1. FC Köln mit 1:2 (1:0) verloren und rutscht nach sechs sieglosen Auftritten in Folge immer tiefer in den Tabellenkeller. Dabei hatte Stindl die Fohlen zunächst in Führung gebracht, ehe Modeste und Risse den Spielverlauf mit ihren (kuriosen) Treffern völlig auf den Kopf stellten. Bereits am Mittwoch hat Gladbach in der Champions League das nächste Heimspiel vor der Brust. Der Gegner heißt dann Manchester City.

Der Moment des Spiels:

495 Spielminuten – so lange hatte das Tor-Zölibat der Fohlen in der Beletage des deutschen Fußballs angedauert. Bis Kapitän Lars Stindl die Borussen im Derby gegen Köln mit 1:0 (32.) in Führung gebracht hatte. Aus Gladbacher Sicht sicherlich der Moment des Spiels.

Der Spieler des Spiels:

Da gibt es sicherlich kein Wenn und Aber. Diese Auszeichnung hat sich Kölns Schlussmann Thomas Kessler verdient. Der Vertreter des verletzten Timo Horn sicherte mit zahlreichen starken Paraden den Geißböcken den schmeichelhaften Auswärtssieg. Der erste Kölner Triumph am Niederrhein seit acht Jahren. Kessler ist Kölns Derby-Held. Denn Gladbach hatte genügend Chancen, um einen haushohen Sieg herausschießen zu können. Kessler verhinderte das.

Der Aufreger des Spiels:

Auch wenn es so manchem Fohlen-Fan schwer fallen mag: Blenden wir an dieser Stelle einmal aus, dass der schwache Schiedsrichter Manuel Gräfe mindestens einmal auf Strafstoß zu Gunsten der Borussia hätte entscheiden können. Ebenso, dass der Unparteiische dermaßen wirr in Sachen Regelvergehen pfiff, dass die Kölner am Ende das Derby auch in der Kategorie Fouls am Gegenspieler deutlich für sich entscheiden konnten. Mit 21 zu sechs. Aber wie Herr Gräfe in der 39. Spielminute eine Aktion des Kölner Lehmann beurteilte – das könnte sogar Thema auf dem nächsten Schiedsrichter-Lehrgang des DFB sein. Lehmann hatte Borussias Dahoud, ohne dass der Ball noch in der Nähe gewesen ist, dermaßen brutal und ungestüm „abgeräumt“, dass der Schiedsrichter auf Rote Karte hätte entscheiden müssen. Er zückte jedoch nur die Gelbe. Eine klare Fehlentscheidung. Ein Wunder, dass Dahoud bei diesem Foul nicht verletzt wurde. Die Aufregung im Gladbacher Lager – mehr als nachvollziehbar.

Chronik des Spiels:

Dass insgesamt schwache und harmlose, jedoch effektive Kölner dieses Derby gewinnen können, hat am Ende ausschließlich einen Grund: Die ungenügende Chancenverwertung der Fohlen-Elf. Hätten Hazard, Wendt, Johnson, Traoré, Stindl, Dahoud und wie sie alle heißen mögen ihre Groß-Chancen genutzt - das Rheinland-Duell hätte nur einen Sieger gekannt. Nämlich die Fohlen. Doch Mönchengladbach verpasst es, neben den Führungstreffer von Stindl schon im ersten Durchgang noch zwei, drei weitere Treffer nachzulegen. Stattdessen ließ man durch eine behäbige Anfangsphase in Durchgang zwei den Gegner wieder in Tritt kommen. Der dann, trotz zig weiterer Gladbacher Chancen, durch zwei kuriose Treffer (Vestergaard köpft Modeste an, Risse trifft Sekunden vor Abpfiff per 34-Meter-Freistoß) den Spielverlauf völlig auf den Kopf stellt. Der FC bestraft Gladbachs Abschlussschwäche auf brutalste Art und Weise.

Stimmen zum Spiel

André Schubert (Trainer Borussia Mönchengladbach):

Das ist ein eine unglückliche Niederlage gewesen. Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen – was in der momentanen Situation nicht selbstverständlich ist. Die Mannschaft hat das Spiel von der ersten Minute an in die Hand genommen und hat gut nach vorne gespielt. In der ersten Halbzeit hat sich die Mannschaft viele gute Torchancen erspielt. Das Manko war, dass wir nicht das zweite oder dritte Tor nachlegen konnten. Köln hat sich in dieser Phase teuer verkauft. In die zweite Halbzeit sind wir zunächst nicht so gut reingekommen. Wir müssen uns vorwerfen lassen, dass wir in dieser Phase zu passiv waren. Insgesamt haben wir über das ganze Spiel aber wenige Torchancen zugelassen, obwohl Köln offensiv sehr gefährlich ist. Wir haben in der zweiten Hälfte unsere Chancen nicht genutzt und der Gegner hatte dann das notwendige Quäntchen Glück. Es ist extrem bitter, dass Köln das Spiel dann durch einen Sonntagsschuss entscheidet. Wir müssen uns schütteln und die Jungs wieder aufrichten.“

Peter Stöger (Trainer 1. FC Köln):

„Das war ein extrem schweres Spiel gegen eine Mannschaft, die gezeigt hat, was für Qualität sie hat. Wir haben alles reingeworfen, versucht zu verteidigen, was möglich ist. Wir haben Leidenschaft gezeigt. Wir haben einen guten Torhüter gehabt und alles abgerufen, was man vom 1. FC Köln verlangen kann. Ich bin sehr zufrieden und glücklich. Mit dem Sonntagsschuss von Marcel Risse das Spiel zu gewinnen, ist etwas Außergewöhnliches für uns.“

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