Das Spiel Köln gegen Gladbach ist immer voller Emotionen.

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Gladbachs Manager Max Eberl (l.) und Kölns Kollege Jörg Schmadtke wünschen sich ein ruhiges Spiel. (dpa)

Gladbachs Manager Max Eberl (l.) und Kölns Kollege Jörg Schmadtke wünschen sich ein ruhiges Spiel. (dpa)

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Gladbachs Manager Max Eberl (l.) und Kölns Kollege Jörg Schmadtke wünschen sich ein ruhiges Spiel. (dpa)

Mönchengladbach/Köln. Das Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach läuft bereits seit ein paar Wochen. Zumindest sind die beiden Clubs, die Stadt Köln, die Polizeibehörden, die Staatsanwaltschaft Köln, die Verkehrsbetriebe und einige weitere Institutionen seit geraumer Zeit intensiv damit befasst, dieses Spiel der Fußball-Bundesliga vorzubereiten.

Teile der Anhänger beider Vereine begegnen sich seit jeher nicht gerade in freundlicher Atmosphäre. Die Behörden wollen darauf vorbereitet sein. 23 Kölner Fans ist der Aufenthalts rund um das Kölner Stadion verboten. Zwölf Gladbacher dürfen nicht einmal die Stadt betreten. Wer diesem Verbot zuwiderhandelt, muss mit einer Geldbuße bis zu 500 Euro rechnen.

Eberl und Schmadtke wollen Brisanz aus dem Derby nehmen

„Wir wollen, dass das Derby auf dem Platz stattfindet“, sagen derweil Kölns Sportdirektor Jörg Schmadtke und Gladbachs Manager Max Eberl unisono. In einem gemeinsamen Gespräch, dass auf den Internetseiten beider Vereine veröffentlicht wurde, versuchen die sportlich Verantwortlichen die Brisanz aus der Begegnung zu nehmen. „Mir ist klar, dass jedes Fanlager seine Mannschaft unterstützt mit allem was dazugehört. Und für mich gehören verbale Scharmützel und Emotionen dazu. Aber es muss alles im Rahmen bleiben“, sagt Schmadtke. Max Eberl bekräftigt die These seines Kollegen. „Das, was wir leider mal erleben mussten, dass Polizeikräfte bei Ausschreitungen eingreifen mussten, das will niemand mehr sehen.“

Gladbachs Xhaka will Torhüter Horn einen „einschenken“

So moderat sich im Vorfeld dieses Hochsicherheits-Spiels die Manager äußern, so offensiv geht Gladbachs Mittelfeldspieler Granit Xhaka (Foto) in diese Begegnung. „Für mich ist es das erste Derby, ich bin heiß“, sagte der Schweizer. Und verband das gleich mit einer Kampfansage an FC-Schlussmann Timo Horn, der als einziger Torhüter im deutschen Profi-Fußball noch kein Gegentor hinnehmen musste. „Es wird Zeit, dass er mal die Bälle aus dem Netz holt. Am Sonntag wird das der Fall sein. Wer unsere Tore macht, ist mir egal“, sagte Xhaka.

Für seinen Trainer Lucien Favre ist es immerhin das vierte Derby – und alle hat er gewonnen: 5:1, 3:0, 3:0. „Ich erwarte ein sehr engagiertes Spiel, das ist das Derby, das ist speziell. Sie sind sehr schwer zu spielen. Sie lassen dem Gegner nicht viele Möglichkeiten“, urteilt der Schweizer. Doch bis Freitag hatten die Gladbacher das Spiel in der Europa League zu verarbeiten gehabt. Mit zunehmend zeitlichem Abstand verflüchtigten sich Frust und Ärger, die die Gemüter im oder unmittelbar nach einem Spiel noch nachhaltig aufgewühlt hatten.

Nicht gegebener Elfmeter sorgte für Unmut bei Gladbach

Horn – Brecko, Maroh, Wimmer, Hector – Lehmann, Vogt,, Risse, Osako, Halfar – Ujah

Sommer – Jantschke, Dominguez, Stranzl, Wendt – Kramer, Xhaka – Hahn, Herrmann - Raffael, Kruse

Knackpunkt war der nicht gegebene Handelfmeter gegen Villarreal. Moi Gomez hatte den Ball im Strafraum mit der Hand gespielt – eine Minute vor Spielende. Der Schiedsrichter-Assistent hob die Fahne, Schiedsrichter Ivan Kruzliak pfiff und deutete mit dem Finger auf den Punkt. Doch dann intervenierte der Torrichter per Funk – und der Unparteiische nahm seine Entscheidung zurück. Granit Xhaka ärgerte sich nachhaltig: „Ich bin jetzt fünf Jahre Profi, aber sowas habe ich noch nie erlebt.“ Trainer Lucien Favre war verwundert: „Es war eine komische Situation. Es war ja schon entschieden – und plötzlich gab es doch keinen Penalty mehr.“ Sportdirektor Max Eberl hingegen kommentierte kühl: „Eine korrekte Entscheidung.“

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