Lars Stindl ärgert sich über eine verpasste Torchance. Der Mainzer Torwart Lorius Karius lieferte mehrere tolle Paraden.
Lars Stindl ärgert sich über eine verpasste Torchance. Der Mainzer Torwart Lorius Karius lieferte mehrere tolle Paraden.

Lars Stindl ärgert sich über eine verpasste Torchance. Der Mainzer Torwart Lorius Karius lieferte mehrere tolle Paraden.

Fredrik Von Erichsen

Lars Stindl ärgert sich über eine verpasste Torchance. Der Mainzer Torwart Lorius Karius lieferte mehrere tolle Paraden.

Mainz/Gladbach. So hatten sich die Macher bei Borussia Mönchengladbach den Start in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga sicher nicht vorgestellt: Durch eine 0:1 (0:1)-Niederlage bei Mainz 05 haben die Fohlen die zweite Pleite im neuen Jahr hinnehmen müssen und rutschen so in der Tabelle vorerst aus den oberen Regionen ab. Manager Max Eberl sagt: „Momentan ist das eine Schweinesituation. Wir kriegen relativ ärgerliche Tore. Und selber schaffen wir es nicht, den Punch zu setzen.“ Gladbach hat nunmehr fünf der vergangenen sechs Pflichtspiele verloren. Und dabei 19 Gegentore hinnehmen müssen.

Der Moment des Spiels

32.015 Zuschauer in der Mainzer Arena zeigen bereits vor dem Anpfiff enorme Begeisterungsfähigkeit. Beim FSV-Song „Wir sind nur ein Karnevals-Verein“ wird wenige Tage vor dem närrischen Treiben besonders laut mitgesungen und fröhlich geschunkelt. Als der Stadionsprecher dann den EM-Finaleinzug der Handballer bekanntgibt, ertönt lauter Jubel. Ebenso nach dem Spiel, als die Mainzer ihre Sieger mit donnerndem Applaus in die Kabine verabschieden.

Der Spieler des Spiels

Note eins für den Mainzer Schlussmann Lorius Karius. Der hält seine Mannschaft mit mehreren tollen Paraden im Spiel. Bemerkenswert seine Rettungstat gegen Raffael. Wohl so ziemlich jeder Zuschauer im Stadion hat in dieser Szene den Ball schon im Netz einschlagen sehen. Doch mit einem katzenartigen Sprung samt Reflex verhindert Karius den Treffer. Tolle Leistung, die den Hausherren am Ende drei Punkte beschert.

Der Aufreger des Spiels

In der 34. Spielminute zeigen die Fohlen eine feine Kombination vor dem Mainzer Strafraum, in deren Folge Gladbachs Wintereinkauf Jonas Hofmann im Strafraum freigespielt wird und dieser auf das gegnerische Gehäuse zustürmen kann. Im Zweikampf mit Mainz‘ Brosinski geht Hofmann dann allerdings zu Boden. Elfmeter – fordert der Borussen-Profi. Alles sauber – so die Geste der Mainzer. Sieht auch Schiedsrichter Benjamin Brand aus Bamberg so und entscheidet auf Weiterspielen. Eine strittige Szene, denn die TV-Bilder beweisen: Brosinski hält Hofmann an der Schulter, als dieser in voller Bewegung ist. Die Mainzer hätten sich nicht beschweren können, wenn Brand diese Szene anders bewertet hätte.

Chronik des Spiels

Emotionsgeladener Auftakt in der Mainzer Arena. Flutlichtspiel-Atmosphäre. Die Hausherren mit der ersten Aktion. Jairos Schuss saust ins Außennetz. Gegenseite: Nach einer Raffael-Ecke köpft Nordtveit – doch Mainz‘ Torhüter Karius ist da. Nun wieder die Mainzer, die nach zuvor drei torlosen Auftritten endlich wieder mal jubeln wollen. Gelingt auch – ausgerechnet der Ex-Kölner Christian Clemens trifft in seinem 100. Liga-Auftritt - wie schon im Hinspiel - gegen Gladbach. Sein Flatterschuss aus 17 Metern schlägt im rechten Eck ein. Aber: Das war es dann auch vorerst von den Gastgebern. Die Fohlen kommen. Hofmann ist im Strafraum durch, es gibt einen Kontakt mit Brosinski, Hofmann fällt. Kein Elfer, so Schiedsrichter Benjamin Brand. Weiter Gladbach. Hofmann auf Raffael. Der Brasilianer ist frei, schießt - doch Karius hält. Wieder Borussia. Traoré auf Stindl. Der drückt den Ball aber nicht über die Linie. Kurz darauf taucht Stindl frei vor Karius auf. Nicht drin. Nächste Chance: Hereingabe Traoré, Stindl spitzelt den Ball Zentimeter am Pfosten vorbei. Mainz im Glück. Kann jedoch kurz vor der Pause beinahe alles klarmachen. Raffinierter Schuss von Jairo – diesmal zeigt Fohlen-Schlussmann Sommer Klasse.

Karius - Brosinski, Balogun, Bell, Bussmann - Baumgartlinger, Latza - Clemens, Malli (78. Frei), Jairo (89. De Blasis) - Muto (67. Cordoba)

Sommer - Korb (86. Drmić), Christensen, Hinteregger, Wendt – Nordtveit – Traoré (61. Hazard), Stindl, Johnson, Hofmann (70. Hrgota) - Raffael

Tore: 1:0 Clemens (21.) Gelbe Karten: - / Nordtveit, Korb Schiedsrichter: Benjamin Brand (Bamberg) Zuschauer: 32.015

André Schubert (Trainer Borussia Mönchengladbach): Es ist sehr ärgerlich, dass wir verloren haben. Wir haben eine gute erste Halbzeit gezeigt, in der wir 15 Minuten lang nicht richtig im Spiel waren und prompt in Rückstand geraten sind. Danach hatten wir aber noch genug Zeit, das Spiel zu drehen, und die Chancen dazu waren auch da. Schon vor der Pause hatten wir zwei, drei sehr gute Möglichkeiten zum Ausgleich. In der zweiten Hälfte sind noch einige dazugekommen, so dass es sehr bitter ist, dass wir kein Tor erzielt haben und mit leeren Händen dastehen.

Martin Schmidt (Trainer Mainz 05): Wir sind 125 Kilometer gelaufen, das ist sehr viel. Genau das ist auch unser Plan gewesen. Ich weiß nicht, ob es zum Sieg gereicht hätte, wenn wir vier oder fünf Kilometer weniger gelaufen wären. In der ersten Hälfte haben wir hervorragend dagegengehalten und hatten ein sehr gutes Umschaltspiel. Nach dem Führungstor durch Christin Clemens haben wir sehr solide gespielt, lediglich in den zehn Minuten vor dem Wechsel hatten wir etwas Probleme. In der Pause haben wir uns wieder neu geordnet und haben die zweite Hälfte gut verteidigt. Natürlich hatten wir auch das nötige Glück und einen Wahnsinnstorwart zwischen den Pfosten, der zwei Riesenchancen der Gladbacher vereitelt hat.

Zweiter Durchgang – in dem die Mainzer nicht nachlassen. Bei den Fohlen läuft in Sachen klare Einschussmöglichkeiten zunächst wenig zusammen. Mainz nutzt dies nicht aus. Rächt sich beinahe: Plötzlich ist Wendt durch, flankt rein, aber Stindl bringt den Kopfball nicht über die Linie. Bussmann blockt vor der Linie ab. Nachschuss Raffael - doch statt 1:1 klärt Karius stark mit einer Super-Parade. Gegenzug: Wieder Clemens – doch der verpasst das 2:0 knapp. Noch einmal Gladbach: Hazards Schuss saust Zentimeter über die Latte. Das war’s. Mainz feiert den Heim-Sieg.

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