Karlheinz Pflipsen
Karlheinz Pflipsen am 7. Juli 1998

Karlheinz Pflipsen am 7. Juli 1998

dpa

Karlheinz Pflipsen am 7. Juli 1998

Mönchengladbach/Hannover. An Karlheinz „Kalla“ Pflipsen werden sich die meisten Fans von Borussia Mönchengladbach noch gut erinnern können. Der Mittelfeldspieler war von 1989 bis 1999 bei den Fohlen unter Vertrag und erzielte in 197 Spielen 37 Tore für den Verein. Auch schon vor seiner Bundesliga-Zeit durchlief der geborene Mönchengladbacher die Jugendmannschaften der Borussia.

Kämpfte Pflipsen in seiner aktiven Zeit noch für Siege seiner Mannschaft, kämpt er jetzt für sein Recht. Der 46-Jährige steht als Kläger vor dem Landgericht in Hannover, Angeklagter ist die Postbank Finanzberatung AG aus Hameln, denn der wirft Pflipsen vor, ihn 2008 schlecht beraten zu haben. Wie er in einer Stellungnahme über seinen Anwalt erklärt, suchte der Mönchengladbacher zu dem Zeitpunkt nach einer Möglichkeit, seine als Fußballer verdienten Reserven in eine sichere Altersvorsorge zu investieren. Ein paar Jahre später war alles weg. Ingesamt geht es um 2,3 Millionen Euro, die Karlheinz Pflipsen seit dem April 2008 in mehrere Schritten in Fonds über die Postbank angelegt hatte.

Da Pflipsen, wie er auch selber klar stellt, kein Finanzexperte ist, vertraute er einem ehemaligen Schulfreund, der ihn weiter an die Postbank vermittelt hatte. Dem erklärte "Kalla" laut eigener Aussage, dass er kein festes Einkommen hat, zudem planten er und seine Frau ein zweites Kind. Pflipsen wirft der Postbank vor ihn falsch beraten und nicht über die Risiken der Anlage informiert zu haben. Auch, dass es überhaupt eine unternehmerische Beteiligung in der Finanzanlage geben wird, hätten die Berater der Postbank Pflipsen in den Gesprächen nicht erläutert. Ein Vorgehen, das, wie die Kieler Anwaltskanzlei Pflipsens erklärte, viele Anleger der Postbank dem Unternehmen vorwerfen. Pflipsens Anwalt, Helge Petersen, vertritt mehrere Kunden, die sich durch die Postbank falsch beraten und um ihr Vermögen gebracht fühlen. Insgesamt geht es hier um knapp 2000 Mandate, die die Kanzlei gegen die Postbank oder deren Tochter, die Postbank Finanzberatung AG, führt.

Zusätzliche Brisanz bekommt das Thema, da die Postbank Hauptsponsor von Borussia Mönchengladbach ist. Über den Kontakt zum Verein hat das Institut dem ehemaligen Fußballer ein außergerichtliches Angebot in Höhe von angeblich einer Million Euro unterbreitet, das für Pflipsen aber nicht akzeptabel ist. Er fordert eine komplette Rückabwicklung des Anlagegeschäfts mit einer Erstattung der investierten Summe sowie den Zinsen, die er im Falle einer anderweitigen Anlage bekommen hätte.

"Ich hoffe nicht, dass die Postbank als Hauptsponsor von Borussia Mönchengladbach andere Spieler so berät, wie Sie das bei mir getan hat", erklärt Pflipsen in seiner Stellungnahme.

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