Dank des furiosen 4:1-Sieges gegen Hamburg geben die Gladbacher die „Rote Laterne“ ab und schöpfen neue Hoffnung im Abstiegskampf.

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Alle vier Torschützen auf einem Blick: Tobias Levels (l.), Marko Marin, Roel Brouwers und Rob Friend (v.r.) jubeln mit ihren Kollegen. (Revier-Foto)

Alle vier Torschützen auf einem Blick: Tobias Levels (l.), Marko Marin, Roel Brouwers und Rob Friend (v.r.) jubeln mit ihren Kollegen. (Revier-Foto)

Alle vier Torschützen auf einem Blick: Tobias Levels (l.), Marko Marin, Roel Brouwers und Rob Friend (v.r.) jubeln mit ihren Kollegen. (Revier-Foto)

Mönchengladbach. "La Ola", die Publikumswelle, ist in dieser Saison noch nicht allzu oft durch den Borussia-Park gekreist. Was auch nicht sehr verwundert, da "La Ola" meist nur dann über die Tribünen schwappt, wenn die Heimmannschaft eine überzeugende Leistung abliefert und einen wichtigen Sieg einfährt.

Umso erstaunlicher, dass die in der Fußball-Bundesliga bereits zum Abstiegskandidaten Nummer eins abgestempelte Gladbacher Borussia ausgerechnet im Spiel gegen das Star-Ensemble des Hamburger SV die Zuschauer von den Sitzen riss. Die Mannschaft von Cheftrainer Hans Meyer lieferte am Samstag beim verdienten 4:1 (2:1)-Erfolg gegen den Bundesliga-Dino das wohl beste Heimspiel seit Jahren ab, war rund 75 Minuten lang Jansen, Petric & Co. kämpferisch und spielerisch in allen Belangen überlegen.

Eine Mannschaftsleistung, die die VfL-Fans im kollektiven Glücksrausch mit "Oh, wie ist das schön"-Gesängen und Standing Ovations honorierten. "Das war ein souveräner Sieg. Da haben wir selber nicht mit gerechnet, dass es so gut läuft und wir so hoch gewinnen", sagte Borussias Bester, Marko Marin, nach dem Befreiungsschlag. Der 19 Jahre alte Feinmotoriker, dessen bester Freund der Fußball ist, hatte entscheidenden Anteil daran, dass erstmals seit dem 6. Dezember das Schlusslicht nicht mehr Borussia Mönchengladbach heißt.

Marin glänzt vom Elfmeterpunkt und als Vorbereiter für Friend

Marin behielt nicht nur in der 65. Minute beim Strafstoß zum 4:1 die Nerven (Mathijsen hatte Matmour gefoult), sondern setzte seine Mitspieler auch immer wieder gekonnt in Szene. "Marko hat das 1:0 toll vorbereitet. Ich stand eigentlich nur da, wo ich als Stürmer stehen muss", lobte Rob Friend seinen Mitspieler. Der kanadische Stürmer beendete mit dem 1:0 (24.) seine persönliche Torflaute von 706 Liga-Minuten und schoss die Formkrise aus dem Stadion.

Dass die Borussia bis zum Derby beim 1. FC Köln eine Auszeit vom Abstiegsfrust nehmen kann, verdankt sie aber auch der Leistungsexplosion von Spielern wie Tobias Levels und Roel Brouwers. Levels, Torschütze zum 2:1 kurz vor der Pause, machte gegen Hamburg das Spiel seines Lebens. "Da hatte ich eine Hormonausschüttung, wie ich sie so noch nicht erlebt habe. Vielleicht mal mit fünf Jahren im Phantasialand", beschrieb Levels die Emotionen.

Auch Innenverteidiger Brouwers wusste zu überzeugen. "Für uns zählen nur die drei Punkte. Wir haben uns da unten noch nicht rausgespielt, deshalb müssen wir in Köln nachlegen", sagte Brouwers. In der Domstadt habe die Borussia "eh noch etwas gut zu machen. Wir wollen dort auch für unsere Fans was holen", ergänzte Marin. Der letzte Erfolg in Köln gelang am 19. August 2001 mit 2:0 (Tore: Korzynietz, van Lent). Damals saß übrigens auch ein gewisser Hans Meyer auf Borussias Trainer-Bank.

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