Der 20-Jährige sah nach seinem Startelf-Debüt die schlechte Verwertung der Chancen als Grund für die Pleite.

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Jens Wissing (hier im Duell mit Bremens Marko Arnautovic) spielte bei seinem ersten Einsatz von Beginn an eine solide Partie.

Jens Wissing (hier im Duell mit Bremens Marko Arnautovic) spielte bei seinem ersten Einsatz von Beginn an eine solide Partie.

Wiechmann

Jens Wissing (hier im Duell mit Bremens Marko Arnautovic) spielte bei seinem ersten Einsatz von Beginn an eine solide Partie.

Mönchengladbach. Jens Wissing war einer der wenigen Spieler von Borussia Mönchengladbach, die sich nach der 1:4-Pleite gegen Werder Bremen den Fragen der Reporter-Meute stellten. Der 20-Jährige, im Sommer von Preußen Münster aus der vierten Liga gekommen, hatte ein solides Startelf-Debüt links in der Viererabwehrkette abgeliefert. Erstaunlich ehrlich und direkt übte der Zugang Kritik am Spiel seiner Mitspieler.

"Wir gehen viel zu leichtfertig mit unseren Torchancen um, wir haben sechs hochwertige Möglichkeiten, die man nutzen muss. Und dann werden wir auch noch im eigenen Stadion zweimal ausgekontert. Die Enttäuschung ist groß, weil wir zu Hause erneut keine Punkte geholt ", sagte Wissing und beendete sein Statement mit einem eindringlichen Appell: "Wir müssen allmählich Punkte einfahren, sonst wird es eng. Die Situation war vorher schon gefährlich und ist es immer noch."

Die Viererkette stand nicht im Zentrum der Kritik

Er und seine Mitstreiter in der Abwehr (Filip Daems, Bamba Anderson, Tobias Levels) standen nach dem Spiel eher weniger im Zentrum der Kritik. Bis zum 0:3 hatte das Quartett die Bremer Offensive um Claudio Pizarro und Marko Arnautovic eigentlich weitgehend im Griff. Trotzdem fielen die Gegentreffer wie reife Früchte. Erst gegen Ende des Spiels, als bei den Borussen die Kräfte schwanden, kamen die Werder-Stürmer zu Möglichkeiten.

Sportdirektor Max Eberl ("Es kann nicht sein, dass wir als Schießbude der Nation gelten und zehn Gegentore mehr als der Rest der Liga haben") und Trainer Michael Frontzeck hatten das mangelnde Defensivverhalten der Offensivspieler als Grund für die Gegentreffer ausgemacht.

Igor de Camargo fehlte die Bindung zum Spiel

Zu diesen Kritisierten gehörte auch Igor de Camargo. Dem 4,5-Millionen-Zugang fehlte bei seinem ersten Einsatz von Beginn an weitgehend die Bindung zum Spiel seiner Mannschaft. Der 28-Jährigen Belgier mit brasilianischen Wurzeln agierte als zweiter Stürmer glücklos, nur selten blitzte sein Können als Vorlagengeber für Thorben Marx (9.) oder beim Kopfballspiel (23.). Frontzeck hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass de Camargo nach seiner Sprunggelenksverletzung noch Zeit brauche. Allerdings hatte er den im Gegenzug als Hoffnungsträger auf bessere Zeiten ausgemacht.

Michael Frontzeck hat sich am Sonntag dafür entschieden, Torhüter Logan Bailly eine Pause zu verordnen. Beim Pokalspiel am Mittwoch gegen Bayer Leverkusen (20.30 Uhr, Borussia-Park) wird wohl Christopher Heimeroth zwischen den Pfosten stehen. Bailly erhält Sonderurlaub. Frontzeck: "So viele Gegentore nagen automatisch an einem Torhüter, auch wenn er nicht alleine dafür verantwortlich ist. Er muss das verarbeiten und dabei werden wir ihm helfen. Wir haben mit ihm gemeinsam entschieden, ihn jetzt mal für eine Woche aus dem Training zu nehmen, damit er den Kopf frei bekommt."

Dieses Vorhaben ist gegen Bremen jedenfalls gescheitert. Frontzeck lobte nach dem Spiel die Szenen, bei denen de Camargo Bälle gesichert habe und sich läuferisch ins Spiel einbrachte. "Wenn Igor bei 100 Prozent seines Leistungsvermögens angekommen ist, ist er ein guter Stürmer, der uns weiterhelfen wird", sagte der Borussen-Trainer - mit Betonung auf das kleine Wort wenn.

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