Der Trainer muss ein überraschend verunsichertes Team neu justieren.

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Patrick Herrmann ist enttäuscht, der Traum von der Champions League könnte früh platzen.

Patrick Herrmann ist enttäuscht, der Traum von der Champions League könnte früh platzen.

dpa

Patrick Herrmann ist enttäuscht, der Traum von der Champions League könnte früh platzen.

Mönchengladbach. Im Leid sind sie verbunden. Als Schicksalsgemeinschaft. Trainer und Spieler. Wenn man es an äußeren Merkmalen in Gladbach festmachen möchte, heißt das – mit der Gewichtsabnahme des Trainers hat auch seine Mannschaft an Substanz verloren.

Die Malaise für Lucien Favre (54) besteht nun darin, dass allein verstärkte Nahrungsaufnahme zwar ihm ein stärkeres Gewicht verleihen mag. Borussia Mönchengladbach muss davon aber nicht unbedingt profitieren.

Denn der Weggang des Hochqualitäts-Trios mit Dante, Roman Neustädter und Marco Reus hat diese Mannschaft auf eine Reise ins Unbekannte geschickt. Seit Dienstag und dem tristen 1:3 in den Play-offs der Champions League gegen Dynamo Kiew gesellt sich zur Ungewissheit auch noch Unsicherheit. Eine bisher nicht gekannte Größe im Gladbacher Favre-Kosmos.

Drei Gegentore unter Favre – das gab es bisher noch nie

Entsprechend bedient war der Cheftrainer. Erstmals in seiner 18-monatigen Amtszeit kassierte seine Mannschaft drei Gegentore. „Ich hasse das“, sagte Favre über die katastrophalen Fehler, vor allem vor den Gegentoren zwei und drei. Sein Landsmann Granit Xhaka darf sich da angesprochen fühlen.

Ein schlampiger Pass im Mittelfeld und ein dummes Foul vor dem 1:3 des 19 Jahre alten Mittelfeldspielers gestalten Gladbachs Reise nach Kiew am Mittwoch eher zu einem Betriebsausflug als zu einer ernsthaften Auseinandersetzung um die Teilnahme an der Champions League.

Seit 1997 nehmen die Bundesligaklubs an den Play-offs zur Gruppenphase in der Champions League teil. In bislang 18 Versuchen scheiterten deutsche Klubs nur dreimal: 1860 München (2000), Borussia Dortmund (2003) und der FC Schalke (2008).

Selbst wenn Mike Hanke das Rückspiel noch nicht gänzlich abschreiben will. „Ich habe schon erlebt, dass eine Mannschaft auswärts 5:0 gewonnen hat. Wir haben die Qualität, dass wir drei Tore schießen können, auch in Kiew“, sagte Hanke trotzig.

Der Trainer sucht noch die richtige Mischung

Er gehört zu jenem Stürmertrio mit Igor de Camargo und Zwölf-Millionen-Mann Luuk de Jong, vom dem Favre sagt: „Unsere Stürmer sind alle zu ähnlich. Sie bleiben im Zentrum, finden nicht die richtige Position. Die richtige Mischung fehlt.“

Er hätte auch sagen können: Marco Reus fehlt. Favre, das scheint ausgemacht, wird zum Saisonauftakt gegen Hoffenheim eine andere Formation aufs Feld schicken. „Ich muss eine Ergänzung finden. Wir werden schon am Wochenende sehen, wie es passt.“ Zwei Heimspiele in Folge hat Favre bisher in Gladbach noch nicht verloren.

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