Vom Dortmund-Fan zum hoffnungsvollsten Talent bei Borussia Mönchengladbach: Marco Reus ist die Entdeckung der Bundesliga-Hinserie.

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Der Senkrechtstarter der Hinrunde: Marco Reus von Borussia Mönchengladbach.

Der Senkrechtstarter der Hinrunde: Marco Reus von Borussia Mönchengladbach.

Johannes Kruck

Der Senkrechtstarter der Hinrunde: Marco Reus von Borussia Mönchengladbach.

Mönchengladbach. Marco Reus von Borussia Mönchengladbach hat mit seinem frechen Spiel und gekonnten Tempodribblings für Furore in der Hinrunde der Fußball-Bundesliga gesorgt. DFB-Sportdirektor Matthias Sammer sieht den offensiven Mittelfeldspieler bereits im Blickfeld von Bundestrainer Jogi Löw, Reus soll sogar Chancen auf einen Platz im DFB-Kader für die Weltmeisterschaft in Südafrika haben. Eine Woche vor dem Rückrundenauftakt redet der 20-Jährige mit unserer Zeitung über seinen rasanten Aufstieg.

Wie fühlt man sich als Senkrechtstarter. Haben Sie Ihren Aufstieg schon realisiert?

Reus: Ich denke darüber gar nicht viel nach. Dass es so gut läuft, ist natürlich schon ein sehr schönes Gefühl. Es macht im Moment riesigen Spaß. Mit der Bundesliga ist ein Traum für mich wahr geworden, das hätte ich mir vor einiger Zeit noch nicht vorstellen können. Ich weiß aber, dass ich weiter hart an mir arbeiten muss.

Was sind denn genau Ihre Qualitäten?

Reus: Das sollen andere beurteilen.

Ihr Karrieresprung ist aber doch kein Zufall?

Reus: Wenn man an sich glaubt, die nötige Spielpraxis und Sicherheit bekommt, dann merkt man natürlich, was man drauf hat. Ich habe ja auch schon in der 2. Liga in Ahlen gezeigt, was ich kann. Ich denke, es ist kein Zufall, dass ich jetzt in der Bundesliga bei einem so großen Verein bin.

Gladbach hat in den vergangenen Jahren fast nur gegen den Abstieg gespielt. Kann man da noch von einem großen Verein sprechen?

Reus: Gladbach ist ein geiler Traditions-Club mit einer großen Geschichte. Es ist eine Ehre, für diesen Verein zu spielen. Wenn ich da allein an früher denke, als Meisterschaften oder der Europapokal geholt wurden. Das hat man schon auch heute noch im Kopf.

Sie fühlen sich also sehr wohl?

Reus: Absolut. Das liegt auch an dem familiären Umfeld. Es hat von Anfang an alles gepasst. Der Verein hat sich prima um mich gekümmert, ich habe in Gladbach Freunde gefunden, wir Spieler gehen gemeinsam weg. Das hat schon Niveau, so etwas gibt es nicht oft.

Sind Sie enttäuscht darüber, dass ihr Heimatclub Borussia Dortmund ihr Talent verkannt hat?

Reus: Nein, gar nicht. Ich bin in Dortmund aufgewachsen, war in der Kindheit BVB-Fan. Das sieht heute aber anders aus. Ich wollte unbedingt zu Gladbach wechseln, weil dieser Club mir die beste Perspektive gibt, mich weiterzuentwickeln.

"Mich hat keiner angerufen. Dieses ganze WM-Gerede ist für mich kein Thema."

Sie werden als möglicher WM-Kandidat für Südafrika im Team von Bundestrainer Jogi Löw gehandelt. Überrascht Sie das?

Reus: Ich muss darüber schmunzeln, wie schnell das alles gegangen ist. Das ist einfach der Fußball. Es ist leicht nach oben zu kommen, aber verdammt schwierig, da oben auch zu bleiben. Was in den Zeitungen steht, darauf habe ich keinen Einfluss.

Hat sich denn der Bundestrainer schon bei Ihnen gemeldet?

Reus: Ich habe bislang noch mit überhaupt niemandem darüber gesprochen, mich hat keiner angerufen. Weder Jogi Löw, noch Matthias Sammer, noch sonst irgendein Trainer. Dieses ganze WM-Gerede ist für mich kein Thema.

Sie haben mit Gladbach eine gute Hinrunde gespielt. Was ist Michael Frontzeck für ein Trainer?

Reus: Er hat eine klare Linie. Er weiß, was er will. Das hat er auch gezeigt, als wir die Niederlagenserie hatten. Er bringt den nötigen Spaß, aber auch die nötige Härte rein.

Was haben sie sich für die Rückrunde vorgenommen?

Reus: Ich hoffe, dass es so weiterläuft wie in der Hinrunde. Wir müssen die ersten Spiele abwarten. Es wäre wichtig, dass wir gleich zu Beginn in dem schwierigen Spiel gegen Bochum etwas holen.

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