Ex-Borusse Hinteregger (l) jubelt nach dem 1:0.
Ex-Borusse Hinteregger (l) jubelt nach dem 1:0.

Ex-Borusse Hinteregger (l) jubelt nach dem 1:0.

Stefan Puchner

Ex-Borusse Hinteregger (l) jubelt nach dem 1:0.

Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach hat im nächsten Auswärtsspiel der Fußball-Bundesliga einen Rückschlag hinnehmen müssen. Die Elf vom Niederrhein unterliegt beim FC Augsburg mit 0:1 (0:0) und bleibt damit weiterhin in dieser Saison auf des Gegners Platz sieglos. Und: Gladbach steckt in der unteren Tabellenhälfte fest. Das Saisonziel, einstelliger Tabellenplatz, rückt für den zweimaligen Champions-League-Teilnehmer VfL Borussia immer mehr in weite Ferne.

Der Moment des Spiels:

Wie sehr die Fohlen-Fans unter der aktuellen sportlichen Krise leiden, wird mit Spielschluss deutlich. Diese Niederlage wird nicht einfach abgehakt. Nach zehn Spielen in Folge mit nur einem Sieg platzt dem mitgereisten Anhang vielmehr in der Augsburger Arena sprichwörtlich der Kragen. „Schubert raus!“-Rufe. Pfiffe. Ein Indikator, dass beim Gladbacher Anhang der Geduldsfaden angesichts der sportlichen Talfahrt in der Liga offenkundig gerissen ist.

Der Spieler des Spiels:

„Solche Geschichten schreibt wohl nur der Fußball“, sagt Martin Hinteregger und blickt lächelnd in die TV-Kameras. Der österreichische Verteidiger hat wenige Minuten zuvor den entscheidenden Treffer im Bundesliga-Duell zwischen dem FC Augsburg und Borussia Mönchengladbach herausgeköpft. Ausgerechnet Hinteregger. Den hatte Borussia erst im Sommer wieder aussortiert und als Leihspieler zurück zu RB Salzburg ziehen lassen. Woraufhin Augsburg den Nationalspieler schließlich verpflichtete. Und nun, beim Wiedersehen mit Borussia, köpft Hinteregger den Sieg heraus. Sagt: „Unglaublich. Dass mir das gelungen ist. Ich habe mich schon gewundert, dass ich so ungehindert zum Kopfball gekommen bin.“ Sei’s drum. Hinteregger ist der Spieler des Spiels. Er hat es geschafft, mit dem einzigen Ball, den die Hausherren auf das Fohlen-Tor bringen konnten, die Entscheidung herbeizuführen.

Der Aufreger des Spiels:

Was ist nur in dieser Szene mit dem Unparteiischen Tobias Stieler losgewesen? Da grätscht Augsburgs Usami in der 57. Spielminute Gladbachs Kramer derart brutal um, dass dieser schwer verletzt den Platz verlassen muss. Diagnose: Bänder- und Kapselriss im Sprunggelenk. Kramer wird wochenlang ausfallen. Bereits ohne Zeitlupe ist zu sehen gewesen, dass Usami mit seinem brutalen Einsatz die Gesundheit des Gegenspielers riskiert hatte. Mit Blick auf die TV-Bilder muss festgestellt werden: Kramer hat noch Glück, dass es „nur“ diese Verletzung ist. Die Unparteiischen jedoch zeigen Usami nicht einmal die gelbe Karte. Obwohl dieses Foul sicherlich rotwürdig gewesen wäre. Fortsetzung dieser Fehleinschätzung: Usami foult wenige Minuten Raffael auch noch so, dass dieser ebenfalls verletzt den Platz verlassen muss.

Chronik des Spiels:

Dieser trost- und harmlose Auftritt beider Mannschaften lässt sich an dieser Stelle so knapp und kurz wie selten zuvor zusammenfassen. Zunächst 45 Minuten Langeweile. Keine nennenswerten Torchancen. In Durchgang zwei ähnliches Bild. Bis Borussias Raffael plötzlich Dahoud freispielt, doch der lässt die Chance kläglich ungenutzt. Auf der anderen Seite köpft Hinteregger den Ball zum Siegtreffer in die Maschen. Einziger direkter „Torschuss“ der Hausherren im gesamten Spiel. Schlusspfiff. Borussia setzt die katastrophale Auswärts-Bilanz (nur ein Sieg seit über einem Jahr) in der Bundesliga fort. Am Dienstag kommt der VfL Wolfsburg in den Borussia-Park.

Stimmen zum Spiel

André Schubert (Trainer Borussia Mönchengladbach):
„Für uns war es wichtig, defensiv kompakt und stabil zu stehen. Wir sind gut ins Spiel gekommen. Läuferisch und kämpferisch war das absolut okay. Wir haben gut dagegengehalten, auswärts nichts zugelassen. Und dann kommt leider so eine unglückliche Standardsituation. Punktemäßig werden wir unserem Anspruch momentan nicht gerecht, auch wenn die Leistungen oftmals ganz gut waren. Wir arbeiten aber genauso gut wie vorher und bereiten uns gut vor auf die Spiele. Das hat man auch in Augsburg gesehen.“

Manuel Baum (Trainer FC Augsburg):
„Ich freue mich natürlich extrem, dass wir das Spiel 1:0 gewonnen haben. Es war das erwartet schwere Spiel. Wir haben im Vorfeld gewusst, dass Borussia schwer zu pressen ist, weil sie unglaublich flexibel sind. Das bedeutete wiederum, dass wir eine extreme Laufleistung auf den Platz bringen mussten. Das haben wir auch getan. Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft, was sie geleistet hat. Wir haben schon das eine oder andere Problem gehabt. Die Mannschaft hat aber noch mehr Qualität, besser nach vorne spielen zu können.“

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