Beim 1:0-Erfolg in Stuttgart hat Borussia Mönchengladbach auch ein bisschen Glück. Zum Leidwesen der Gastgeber.

VfB Stuttgart - Borussia Mönchengladbach
Bundesliga - 18. Spieltag: VfB Stuttgart - Borussia Mönchengladbach am 31.01.2015. Der Trainer Lucien Favre von Mönchengladbach steht vor dem Spiel am Spielfeldrand. Foto: Daniel Naupold/dpa

Bundesliga - 18. Spieltag: VfB Stuttgart - Borussia Mönchengladbach am 31.01.2015. Der Trainer Lucien Favre von Mönchengladbach steht vor dem Spiel am Spielfeldrand. Foto: Daniel Naupold/dpa

Daniel Naupold

Bundesliga - 18. Spieltag: VfB Stuttgart - Borussia Mönchengladbach am 31.01.2015. Der Trainer Lucien Favre von Mönchengladbach steht vor dem Spiel am Spielfeldrand. Foto: Daniel Naupold/dpa

Mönchengladbach. Da stand er nun betrübt und traurig, der Niedermeier Schorsch. „Was soll ich sagen? Es tut mir wirklich leid, aber ich kann's nicht ändern.“ Der 28-jährige Abwehrchef des VfB Stuttgart war nach der 0:1-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach untröstlich ob seiner beiden vergebenen Großchancen (52. und 92. Minute), aber Manns genug, sich nicht einfach aus dem Staub zu machen und vor unangenehmen Fragen zu drücken. „Ich weiß selbst nicht genau, was da passiert ist. Ich hab' wohl zu viel Wucht in die Schüsse gelegt. Ein Jammer. Dabei hatten wir uns so viel vorgenommen“, sagte der einst beim FC Bayern groß gewordene Verteidiger mit Stürmerblut (116 Spiele für den VfB/acht Tore), dessen Courage und Offensivgeist diesmal aber nicht belohnt wurden.

Die größte Chance in der dramatischen Schlussphase löste Entsetzen auf der Stuttgarter Bank aus. VfB-Trainer Huub Stevens raufte sich die Haare, als Niedermeier in der Nachspielzeit im Gladbacher Strafraum auftauchte und aus drei Metern völlig unbedrängt abzog. Doch der Ball klatschte an die Unterseite der Latte. Dann war's vorbei. 0:1 statt 1:1. „Das ist eben der Unterschied zwischen weit oben und unten. Wir versemmeln die Chancen - und Gladbachs Konter sitzt“, sagte Stevens, dessen vom Abstieg bedrohte Mannschaft seit nunmehr 463 Minuten daheim auf ein Tor wartet. Und nächsten Samstag kommen die Bayern.

Derweil genoss die Elf vom Niederrhein den Traumstart ins neue Fußballjahr in vollen Zügen. „Erstes Spiel, gleich ein Sieg, besser geh es nicht“, strahlte Sportdirektor Max Eberl, „wir haben sicher auch ein bisschen Glück gehabt, aber in der Summe war es nicht unverdient.“ Gladbach entpuppte sich vor 46 200 Besuchern als das spielerisch bessere, homogenere Team, und es war sicherlich kein Zufall, dass das Tor des Tages in der 71. Minute durch Patrick Herrmann gutem, altem Fohlen-Stil entsprang: Schneller Angriff über die Flügel mit fünf Stationen. Steiler Pass. Satter Abschluss. Fertig. „Das war wirklich gelungen. Ich habe den richtigen Zeitpunkt abgewartet und die richtige Ecke ausgesucht. Es hat alles gestimmt“, sagte Herrmann nach seinem vierten Saisontor und Gladbachs erstem Auswärtssieg seit dem 8. Oktober (3:0 in Hannover).

Die Gäste, bei denen Hahn (Achillessehnenentzündung) und Traore (Afrika Cup) fehlten sowie Stürmerstar Raffael noch geschont wurde und erst kurz vor Schluss zum Einsatz kam, hätten insbesondere in den ersten 25 Minuten mehr aus ihrer Dominanz machen müssen. Aber da zeigte sich, dass die Mannschaft von Lucien Favre zuweilen noch zu verspielt wirkt und hier und da die letzte Entschlossenheit vermissen lässt.

Aber was sind das schon für Sorgen im Gegensatz zu den Problemen in Stuttgart, das am Mittwoch in Köln vor der nächsten Zerreißprobe steht und dann den FC Bayern zu Gast hat. Borussia Mönchengladbach erwartet bereits Dienstagabend den SC Freiburg im Borussia-Park. „Es wird bestimmt nicht einfacher“, sagt Torschütze Patrick Herrmann, „aber es war enorm wichtig, mit einem Dreier zu starten. Für die Stimmung und fürs Selbstbewusstsein.“

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