Der pfeilschnelle Offensivspieler hat alles richtig gemacht. Patrick Herrmann hat die drittmeisten Bundesligaeinsätze im Kader der Borussia.

Patrick Herrmann
Patrick Herrmann hat sich bei der Borussia wieder durchgesetzt.

Patrick Herrmann hat sich bei der Borussia wieder durchgesetzt.

dpa

Patrick Herrmann hat sich bei der Borussia wieder durchgesetzt.

Mönchengladbach. Patrick Herrmann, Sie haben die klassische Ausbildung im Borussia-Park genossen, sind mit 17 Jahren in den Fohlenstall eingezogen. Wie war das damals, das heimatliche Uchtelfangen im Saarland zu verlassen, also von zu Hause wegzugehen und auf eigenen Beinen zu stehen?

Herrmann: Das ist mir sehr schwer gefallen. Ich habe einen Zwillingsbruder, die ganze Familie wohnte unter einem Dach. Wir sind eng miteinander verbunden. Uchtelfangen ist meine Heimat. Aber dann war ich von heute auf morgen weg. Mit 17. Es ging alles sehr rasant. Gerade die Anfangszeit war schwer. Max Eberl, damals Nachwuchsdirektor in Gladbach, wollte mich unbedingt haben, und bei Borussia haben sie es mir letztlich auch alle leicht gemacht. Ich habe mir jedenfalls gedacht, das ist die Chance meines Lebens, Fußballprofi zu werden. Nutze sie.

Sie gehören mit 145 Bundesligaspielen zu den dienstältesten Spielern bei Borussia Mönchengladbach. Nur Filip Daems und Roel Brouwers haben mehr Einsätze. Stolz darauf, ein Gladbacher Borusse geworden zu sein?

Herrmann: Natürlich. Mein Traum hat sich erfüllt. Es ist alles so aufgegangen, wie ich es mir erhofft habe. Und inzwischen zu den erfahrensten Spielern im Kader zu gehören, darauf kann ich echt stolz sein mit 23 Jahren. Es ist aber nicht immer nur nach oben gegangen. Ich habe auch die Schattenseiten des Bundesligageschäfts kennengelernt. Wenn ich an die Spielzeit 2010/11 denke, an den Abstiegskampf damals, wird mir noch ganz mulmig. Dass wir noch mal den Kopf aus der Schlinge haben ziehen können, war fast ein kleines Wunder. Und ein Verdienst von Lucien Favre.

Ihr Vertrag läuft noch bis 2016. Können Sie sich vorstellen, weiter in Gladbach zu bleiben oder ist die Versuchung doch zu groß, mal zu einem anderen Bundesligaverein zu wechseln, bzw. im Ausland anzuheuern? Gibt es Anfragen anderer Vereine?

Herrmann: Ich halte mir in dieser Beziehung den Kopf frei und konzentriere mich voll und ganz auf Borussia, auf die Rückrunde. Mein Berater Thomas Kroth hält das ganze Thema von mir fern. Was in einem Jahr ist, weiß ich nicht.

Welche Rolle spielt für Sie das Betriebsklima in einem Verein, wie wichtig ist der Wohlfühl-Faktor?

Herrmann: Sehr wichtig. In Mönchengladbach herrscht ein sehr gutes Klima. Die Mannschaft, und da übertreibe ich nicht, versteht sich prima untereinander. Man muss nicht immer der beste Freund von jemandem sein. Entscheidend ist, dass es keinen Stinkstiefel im Team gibt. Wäre es anders, ständen wir garantiert nicht so gut da.

Am Samstag geht es wieder los. Borussia Mönchengladbach steigt als Tabellenvierter in die Rückrunde der Bundesliga ein und ist insgesamt noch in drei Wettbewerben vertreten. Was ist in dieser Saison möglich?

Herrmann: Mit einer Prognose tue ich mich schwer. Unsere Mannschaft hat ein sehr gutes Potenzial, das haben wir in der Hinrunde gezeigt, und wir wollen ab Samstag alles daran setzen, weiter so viele Punkte wie möglich zu holen und unsere Position zu halten. Ich denke, dass nur der Deutsche Meister wieder feststeht. Ein Fall für die Bayern. Ansonsten ist noch nichts vergeben. Aber Wolfsburg, Schalke und Leverkusen sind schon harte Konkurrenz.

Welche persönlichen Ziele haben Sie?

Herrmann: Ich habe dreimal in Folge in der Bundesliga sechs Tore erzielt. Das will ich in dieser Saison endlich verbessern. Aber an erster Stelle steht natürlich der mannschaftliche Erfolg.

Lucien Favre ist bereits vier Jahre Trainer bei Borussia Mönchengladbach. Welche Rolle spielt er für Sie? Hat der Schweizer Ihre Entwicklung nachhaltig beeinflusst?

Herrmann: Und ob. Lucien Favre ist ein Trainer, der sehr stark technisch-taktisch orientiert ist. Ich habe unter ihm in dieser Beziehung enorm viel gelernt. Unabhängig davon arbeite ich insbesondere weiter an meinem schwächeren linken Fuß, um noch unberechenbarer für die gegnerische Defensive und vorne gefährlicher zu sein. Bei mir ist noch Luft nach oben. Sich zu verbessern, ist ein ständiger Prozess.

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