Die meisten Gegentore der Liga, sieben Spiele nicht gewonnen - und jetzt kommt Bayer Leverkusen im DFB-Pokal. Borussia Mönchengladbach steckt nach dem 1:4 gegen Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga mal wieder in einer schwierigen Situation.

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Mönchengladbachs Trainer Michael Frontzeck (M, Glatze) stellt sich nach der Niederlage gegen Bremen im Fanblock den Gladbacher Fans.

Mönchengladbachs Trainer Michael Frontzeck (M, Glatze) stellt sich nach der Niederlage gegen Bremen im Fanblock den Gladbacher Fans.

dpa

Mönchengladbachs Trainer Michael Frontzeck (M, Glatze) stellt sich nach der Niederlage gegen Bremen im Fanblock den Gladbacher Fans.

Mönchengladbach. In der alljährlichen Herbstkrise bei Borussia Mönchengladbach sitzt Trainer Michael Frontzeck auch diesmal noch fest im Sattel. «Wir wissen, dass der Wind schärfer wird. Aber es geht nicht um Personalien. Wir gehen das gemeinsam sehr kritisch und selbstkritisch an», meinte Sportdirektor Max Eberl nach der 1:4 (0:2)-Niederlage gegen Werder Bremen.

Der Gladbacher Coach, der eine ähnlich schwierige Phase im Vorjahr meistern konnte, steht allerdings unter Druck. «Die Situation ist sehr angespannt. Wir stehen da, wo wir nicht stehen wollten. Es gilt aber jetzt den Kopf oben zu halten», sagte Frontzeck nach dem siebten sieglosen Spiel in Serie seiner Mannschaft.

Unmittelbar nach der Begegnung stellten sich Frontzeck, Eberl und Team-Manager Steffen Korell den Borussen-Fans und diskutierten mit den enttäuschten Anhängern. «Ich habe ein gutes Gefühl nach diesem Gespräch, denn wir sind uns einig, dass wir aus dieser schwierigen Lage nur gemeinsam rauskommen, und so werde ich den Inhalt dieser Unterhaltung auch an die Mannschaft weitergeben», meinte Borussias Trainer.

Das große sportliche Dilemma des fünfmaligen deutschen Meisters ist die Defensive. 27 Gegentore in neun Partien bedeuten drei pro Spiel. So schlecht stand es zu diesem Zeitpunkt der Saison selbst in den Abstiegsjahren nicht. Für die Verantwortlichen fast unerklärlich. «Es kann nicht sein, dass wir als Schießbude der Nation gelten und zehn Gegentore mehr als der Rest der Liga haben», sagte Eberl.

Im Mittelpunkt der Kritik steht Torhüter Logan Bailly, den die Fans schon mit Spott bedachten. Auch diesmal machte er beim 0:1 durch Marko Marins Freistoß (5.) keine gute Figur, beim 0:2 von Wesley (12.) patzte der Belgier, der dann doch Treffer drei durch Aaron Hunt (51.) und vier durch Claudio Pizarros 134. Bundesligatreffer kassierte (75.). Damit ist der Peruaner bester ausländischer Torschütze der Bundesliga-Geschichte. Den Gladbacher Ehrentreffer erzielte in Per Mertesacker, dem ein Eigentor unterlief, ebenfalls ein Bremer.

«Natürlich steht Logan Bailly wegen der 27 Gegentore in der Kritik, aber es stehen auch zehn Feldspieler auf dem Platz, die Schuld daran haben», befand Frontzeck. Die Mannschaft müsse insgesamt wieder defensiver denken und kompakter werden, meinte der Borussen- Coach, der allerdings auch schon eine ganze Zeit auf seine erste Innenverteidigung verzichten muss. Dennoch bleibt Bailly der Schwachpunkt in einer verunsicherten Mannschaft. Im belgischen Nationalteam leistete sich der Schlussmann zuletzt im EM- Qualifikationsspiel gegen Österreich (4:4) gleich mehrere Patzer.

Die offensiv gefälligen, aber abschlussschwachen Gladbacher benötigen dringend ein Erfolgserlebnis - am besten schon im DFB- Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen am nächsten Mittwoch. «Jedes Spiel kann eine Wende sein», meinte Eberl. «Aber selbst wenn wir eine Runde weiter kommen, muss in der Liga ein Sieg her», sagte Frontzeck.

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