Gladbach gewinnt in Marbella gegen Würzburg und Waregem. Gegen die Belgier stellt der Trainer um.

Hecking bot in beiden Spielen eine Dreierkette in der Abwehr auf.
Hecking bot in beiden Spielen eine Dreierkette in der Abwehr auf.

Hecking bot in beiden Spielen eine Dreierkette in der Abwehr auf.

Guido Kirchner

Hecking bot in beiden Spielen eine Dreierkette in der Abwehr auf.

Marbella. Schön sieht Marbella an vielen Ecken wirklich nicht aus. Schon Mönchengladbacher Trainer wie Holger Fach (2004) oder Dick Advocaat (2005) haben die Fohlen hier auf Trab gebracht – oder auch nicht. Aber der neue Trainer Dieter Hecking hat es 2017 wohl am besten getroffen: Das Quartier der Gladbacher verströmte Wohlfühlatmosphäre, zum Abschluss – am Mittwoch reisen die Borussen zurück in die heimat – Dienstag gelangen sogar noch zwei Testspielsiege, die die Laune steigerten: Auf den 2:0-Sieg gegen den Zweitligisten Würzbürger Kickers folgte mit einer zweiten Elf, in der Zugang Timothée Kolodziejczak ein Mal beim Rückstand patzte, ein 2:1-Erfolg gegen den belgischen Erstligisten Zulte Waregem. Thorgan Hazard verwandelte zwei Foulelfmeter gegen Würzburg, gegen Waregem trafen Josip Drmic (Hecking: „Das ist wichtig für sein Selbstvertrauen“) per Abstauber und Yannick Vestergaard unmittelbar vor dem Schlusspfiff per Kopf nach einem Standard. Co-Trainer Dirk Bremser hatte genau das am Morgen noch trainieren lassen. „Schön, dass es sich schon auszahlt“, sagte Hecking. Besonders markant: Hecking bot in beiden Spielen eine Dreierkette in der Abwehr auf. Damit hatten die wenigsten gerechnet. „Gegen Waregem haben wir in der zweiten Halbzeit auf 4-4-2 umgestellt, da haben wir mehr Zugriff bekommen“, so Hecking. „Wir sollten immer mit zwei, drei Systemen unterwegs sein und wechseln können, wenn etwas nicht funktioniert“, sagte der Trainer. Mittelfeldmann Christoph Kramer hatte dieser Tage derweil eingeräumt, dass Vorgänger André Schubert es mit ständig wechselndem Personal und immer neuen Taktiken „ein bisschen übertrieben“ habe. Der Weltmeister spüre jetzt „den klassischen Effekt eines Trainerwechsels: Es ist wieder Zug drin.“ Die letzten Monate seien „eher schleppend“ gewesen. „Es war nichts mehr, wofür Gladbach steht: diesen Powerfußball, diesen Umschaltfußball. Wir müssen wieder dahinkommen, dass es knallt, wenn das Licht im Borussia-Park angeht.“ Und für Hecking gehe nicht, „dass drei Mann nach rechts laufen und fünf nach links“. Auch der fünffache Familienvater hat aus der Ferne eine „überforderte Mannschaft“ gesehen, mit der „zu viel versucht wurde“. Die Ära Schubert ist dann damit auch abgehakt, Hecking will eine neue begründen und mit harter Arbeit überzeugen. Einen ersten Eindruck davon haben sie in Marbella gewinnen können. Wermutstropfen des Trainingslagers: Mamadou Doucouré musste wegen muskulärer Probleme verletzt abreisen, nach seinem Muskelbündelriss hatten sich Club und Spieler Hoffnung auf einen neuen Anlauf nach der Winterpause gemacht. Das scheint hinfällig.

Sippel - Korb, Christensen, Rütten - Ndenge (70. Simakala), Benes, Kramer, Wendt - Sow, Hofmann - Hazard.

Sommer - Jantschke, Vestergaard, Kolodziejczak - Hahn, Strobl, Dahoud, N. Schulz - Stindl, Raffael - Drmic (67. Simakala)

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