Aus Sicht der Borussen ist die Pleite im Rheinischen Derby total unnötig. Dabei liegt Köln den Fohlen doch eigentlich.

1. FC Köln - Borussia Mönchengladbach
Hazard (r) im Luftduell mit Kölns Marco Höger.

Hazard (r) im Luftduell mit Kölns Marco Höger.

Rolf Vennenbernd

Hazard (r) im Luftduell mit Kölns Marco Höger.

Köln. Max Eberl blies kurz die Wangen auf. Dann stapfte der Sportdirektor davon. Vom Ort des Geschehens, wo gerade in rot-weißer Glückseligkeit der Karneval eingeläutet wurde. Mitten in Junkersdorf. 50 000 waren gekommen. Keine Reden, kein Täätäää, keine Orden. Allein ein Ball, 22 Spieler und ein Berg an Hoffnung auf Kölner Seiten, den die Gladbacher am Sonntag eifrig halfen mitzugestalten.

Sie gestatten Köln zwei Tore, schossen selbst eines und fuhren so verdutzt aus der Domstadt heim, wie es aus Gladbacher Sicht wahrlich nicht hätte sein müssen. Und es ist auch bis heute nicht ausgemacht, ob sie zu überheblich waren, zu ängstlich oder einfach zu freundlich dem Gastgeber gegenüber. Vermutlich ist es eine unglückselige Mischung aus allem. Thorgan Hazards Hackentrick im Kölner Strafraum ist nur mit der Attitüde der Überheblichkeit zu verstehen. Trainer Dieter Hecking sagte es nicht so deutlich, eher verklausuliert.: „Das Gegentor haben wir ja mit einem leichten Ballverlust eingeleitet.“ Er hätte es auch eine Frechheit von Hazard nennen können. Im Gegenzug erzielt der Neu-Kölner Simon Terodde quasi mit dem Schlusspfiff das 2:1.

Gladbach spielte zu ängstlich

Ängstlich spielten die Gladbacher, weil zwar alles schön anzusehen, aber wenig zielgerichtet war. Wie auch Hecking befand: „Wir haben gespielt, gespielt, gespielt.“ Aber kaum Chancen kreiert. Weil die Mannschaft zu langsam agierte. Den Ball stoppen, erst schauen und dann erst zu spielen – das ist eine simple Aufgabe, wenn man das verteidigen muss. So haben sich die Kölner eine Halbzeit lang auf die Gladbacher einstellen können.

Und gastfreundlich waren die Borussen: Gemessen an den Chancen in der zweiten Halbzeit nach einer Leistungssteigerung - auch durch die Einwechslung von Raffael bedingt - mag man nur schwerlich verstehen, warum das Spiel überhaupt noch einmal kippen konnte.

Matthias Ginter sagte: „Wahnsinn, das wir das Spiel noch verloren haben. Wir haben nicht schlecht gespielt, aber auch nicht gut gespielt. Wir haben wieder mal eine Chance verpasst. Wenn wir nicht gewinnen können, dann müssen wir aber den einen Punkt mitnehmen.“

1. FC Köln eigentlich Lieblingsgegner der Fohlen

Gegen keinen Gegner in der Liga ist Gladbachs Bilanz eigentlich besser: 23 der 43 Spiele in Köln haben sie gewonnen. Und doch stand es 0:1, als die Kölner zum ersten Mal in diesem Spiel überhaupt im Strafraum der Gladbacher waren:Frederik Sörensen drückte nach 34 Minuten eine Freistoß-Flanke von Jojic an Torwart Yann Sommer vorbei ins Tor.

Raffael egalisierte den Rückstand nach 69. Minuten. Und dann entwickelte sich das, wovon Kapitän Lars Stindl sagt: „Nach dem 1:1 müssen wir die Führung machen, weil wir dann in solche Momente nicht mehr kommen müssen.“ Das 1:2 ließ sichtbar Frust zurück: „Das ist schon sehr, sehr ärgerlich.“ Stindel ging es dabei gar nicht um einzelne Chancen: „Es geht um die gesamte Situation mit der wir uns auf die Siegerstraße bringen. Oder eben nicht.“ In Köln war es auch Hazards irrwitziger Hackentrick.

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