Nostalgie im Nordpark – und Thorben Marx will am Freitag in den Kader rutschen.

Mönchengladbach. Noch vor einigen Jahren haben im "Palace St. George" im Gladbacher Nordpark Soldaten gebetet - die britische Rheinarmee nutzte das historische Gebäude einst als Kirche. Doch das ist längst Geschichte.

Inzwischen ist aus dem Militär-Gotteshaus ein Edel-Hotel mit Gourmet-Restaurant geworden, in dem Spitzenkoch Wolfgang Eickes seinen kulinarischen Phantasien freien Lauf lässt. Eickes’ exquisite Küche gleich neben dem Borussia-Park wissen auch Udo Lattek und Rainer Bonhof zu schätzen, die bei Carpaccio und Kalbstafelspitz auf Einladung des Gladbacher Hauptsponsors Postbank mit Journalisten über den am Freitag anstehenden Derby-Evergreen Köln gegen Gladbach diskutierten.

"Die Gladbacher haben dort nichts zu verlieren. Nach den jüngsten Niederlagen erwartet doch niemand was von denen. Die Kölner sind durchaus schlagbar. Es ist alles machbar, wenn die Mannschaft funktioniert", behauptet Meister-Trainer Udo Lattek (75), der als ehemaliger Sportdirektor die Kölner Verhältnisse aus dem Effeff kennt.

Auch Borussias Vizepräsident Rainer Bonhof weiß, wie am Geißbockheim die Uhren ticken, schließlich war der 57-Jährige nach den Stationen Gladbach und Valencia zum Karriere-Ende auch für die Kölner aktiv: "Diese Duelle waren vor allem zu Weisweilers Zeiten immer was ganz Besonderes, der Hennes war richtig sauer, wenn wir gegen Köln verloren haben."

Bonhof: "Wir werden in Köln eine andere Borussia sehen"

Und verlieren will Bonhof mit seiner Gladbacher Borussia am Freitagabend (20.30 Uhr) in der Domstadt auf gar keinen Fall: "Ich möchte, dass sich die Mannschaft wieder so präsentiert wie in den Wochen vor den bitteren Niederlagen gegen Dortmund und Wolfsburg. Da wäre ein Punkt am Freitag schon wieder ein Schritt nach vorn. Wir werden in Köln eine andere Borussia sehen."

Dazu könnte auch Thorben Marx seinen Teil beitragen. Der Mittelfeldspieler hat seine Verletzung (Reizung des Schambeins) auskuriert, trainiert inzwischen auch wieder mit der Mannschaft. "Ich habe keine Probleme mehr, hoffe, dass ich am Freitag zumindest im Kader bin. Das muss allerdings der Trainer entscheiden, schließlich habe ich fünf Wochen gefehlt."

Sollte Frontzeck grünes Licht geben, könnte Marx sogar als Stabilisator gleich wieder in die Startelf rutschen und entweder Meeuwis’ oder Bradleys Platz einnehmen. Über die Bedeutung des Derbys ist sich der gebürtige Berliner Marx auf jeden Fall bewusst: "Wir alle wissen, welche Brisanz dieser Duelle mit Köln haben, wie wichtig das auch für unsere Fans ist. Diese Partie kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Mit einem Erfolg können wir die letzten beiden schlechten Spiele ganz schnell vergessen machen."

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