Favre nimmt im Trainingslager in Belek auch drei Talente der Nachwuchsteams unter die Lupe.

Marvin Schulz, Sinan Kurt und Marlon Ritter (v.l.) absolvieren in Belek ihr erstes Trainingslager mit den Profis der Borussia.
Marvin Schulz, Sinan Kurt und Marlon Ritter (v.l.) absolvieren in Belek ihr erstes Trainingslager mit den Profis der Borussia.

Marvin Schulz, Sinan Kurt und Marlon Ritter (v.l.) absolvieren in Belek ihr erstes Trainingslager mit den Profis der Borussia.

Wiechmann

Marvin Schulz, Sinan Kurt und Marlon Ritter (v.l.) absolvieren in Belek ihr erstes Trainingslager mit den Profis der Borussia.

Belek. Borussias Trainingslager an der türkischen Riviera – für Marvin Schulz (18), Sinan Kurt (17) und Marlon Ritter (19) sind das ganz besondere Tage. Cheftrainer Lucien Favre hat den drei Jungspunden die Chance gegeben, erstmals an einem solchen Intensiv-Camp mit den Profis teilzunehmen.

„Darüber habe ich mich riesig gefreut“, sagt Kurt. Das Offensiv-Talent (U 18-Nationalspieler) spielt sonst für die U 19 wie auch der defensive Mittelfeldspieler Schulz, der seit 2004 bei den Fohlen ist. Angriffs-Talent Ritter stürmt bislang für die U 23 – natürlich hat er auch den Traum, den Sprung in den Kader des Fußball-Bundesligisten zu schaffen. „Bis dahin ist noch ein weiter Weg“, sagt Ritter. Alle drei sind im Training voll integriert, lediglich beim Spiel „Elf gegen Elf“ absolvieren sie ein individuelles Programm.

Ansonsten gilt: Mitten drin statt nur dabei. Die älteren Profis kümmern sich um Schulz, Ritter und Kurt. So hat sich Abwehrchef Martin Stranzl auch mal beim Abendessen zu ihnen an den Tisch gesetzt – und einige Ratschläge gegeben. „Zu Beginn waren wir ein wenig schüchtern“, so Schulz, „Martin hat uns gesagt, wir sollen ruhig etwas forscher auftreten, auf dem Platz lauter sein, ruhig mal im Zweikampf einen umhauen.“

Das Trio will sich von den Profis so viel wie möglich abschauen

Auch das Trainerteam beobachtet den Nachwuchs. Wie sich die drei auf dem Platz präsentieren, wird genau registriert. Dinge, die zu korrigieren sind, werden angesprochen. So sagt Kurt: „Favre ist bekannt dafür, dass er junge Spieler weiterentwickelt. Er redet viel mit uns. Was wir verbessern können. Das ist natürlich enorm wichtig, wir können davon nur profitieren.“ Von den Arrivierten wollen sie sich so viel wie möglich abschauen. Während Schulz dabei gerne zu Granit Xhaka und Christoph Kramer rüberschaut, haben Ritter und Kurt Borussias Kreativ-Köpfe Juan Arango und Raffael im Auge. „Das ist schon bemerkenswert, was die alles mit dem Ball können“, sagt Ritter.

Eine Art Aufnahme-Ritual bleibt den Jungspunden natürlich nicht erspart. Im Mannschaftshotel „Maxx Royal“ dürfen sie ihre Gesangs-Qualitäten unter Beweis stellen. Kurt will den Schlager „Ein Stern“ vortragen. Schulz wagt sich an den Song „Alles kann besser werden“ von Xavier Naidoo heran. Ritter setzt mit „Marmor, Stein und Eisen bricht“ auf die rustikalere Variante. „Das habe ich schon bei der U 23 gemacht, das hat ganz gut geklappt“, sagt er mit einem schüchternen Lächeln.

Im ersten Testspiel des Jahres hat sich Borussia Mönchengladbach gestern Abend im Mardan Stadion in Antalya mit 1:1 (0:0) vom aktuellen Tabellenvierten der türkischen Süper Lig, Besiktas Istanbul, getrennt. Marc-André ter Stegen (Oberschenkelprobleme) und Patrick Herrmann (Rückenprobleme) wurden vorsichtshalber geschont und kamen nicht zum Einsatz. So rückte U 23-Keeper Janis Blaswich zwischen die Pfosten. Nach torloser erster Hälfte erzielte Peniel Mlapa. in der 71. Spielminute die 1:0-Führung für die Borussen. Fünf Minuten nachdem Max Kruse bei einem sehenswert vorgetragenen Konter freistehend vor dem Tor aus kurzer Distanz die Entscheidung verpasste, kamen die Türken durch Mustafa Pektemek vor rund 1900 Zuschauern noch zum Ausgleich (85.). Für Istanbul spielte auch der ehemalige Borusse Olcay Sahan. Red

Bis Donnerstag, bis zum Abreisetag, können die drei noch bei Favre, Stranzl und Co in die Lehre gehen. „Im Anschluss werde ich erst einmal nur schlafen“, sagt Schulz, „das Training ist anstrengend. An diese Intensität muss man sich erst einmal gewöhnen.“ Den ersten größeren Schritt Richtung Profi haben sie dann allerdings schon mal gemeistert.

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