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Ein Kommentar von Stephan Esser.

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Ein Kommentar von Stephan Esser.

Lucien Favre hat sehr wohl Humor. Zu spaßen ist mit ihm allerdings nicht. Wenn es um Fußball geht und speziell um seine Mannschaft, deren Höhenflug nicht enden will. „Ich träume nicht. Ich bin Realist“, sagt Favre.

Das ist richtig, gilt indes nur für ihn selbst als Trainer. Der Fan hingegen träumt. Sehr gerne sogar. Und der dritte Tabellenplatz weckt Begehrlichkeiten. Das lässt sich in der Liga, die nach Neuem und Unerwartetem giert, nicht einmal im Ansatz verhindern. Und in einer Stadt, deren Mannschaft vor über vier Jahrzehnten stilprägenden Fußball zelebrierte, schon gar nicht. Dabei hat der Fußball der Gladbacher unter Favre so viel mit dem in den Zeiten von Hennes Weisweiler gemein, wie die Gladbacher mit den Bayern. Gut, sie spielen mit dem selben Ball. Das war’s dann aber schon. Bayerns Großmacht gegen Gladbachs Provinz.

Aus diesem Gegensatz speiste sich die Rivalität in den 70ern. Dass Gladbachs Aufschwung reflexartig die Vergangenheit aufleben lässt, macht im Borussia-Park alle stolz. Sie feiern sich als der Underdog, der gelegentlich dem Großen ein Bein stellt. Der Auftaktsieg bei den Bayern ist als Signal aufgenommen worden. Favre muss den Prozess bei ausgewiesener Qualität der Mannschaft nun vor allem moderieren.

 

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