Ein bisschen Verständnis, letztlich aber behalten beide ihre Positionen im Ausrichter-Streit für 2024 bei.

Reinhard Grindel
DFB-Präsident Reinhard Grindel.

DFB-Präsident Reinhard Grindel.

Hauke-Christian Dittrich

DFB-Präsident Reinhard Grindel.

Mönchengladbach. Die Hoffnungen waren groß, die Enttäuschungen am Ende noch größer. Jetzt kam es zur Aufarbeitung: Das Verhältnis zwischen dem DFB auf der einen und Stadt Mönchengladbach und Verein Borussia Mönchengladbach auf der anderen ist arg angeschlagen. Grund offenbar für DFB-Präsident Reinhard Grindel, den Mönchengladbacher Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners zu einem persönlichen Gespräch zu treffen. Immerhin war zuletzt aus Mönchengladbach laute Kritik am DFB-Auswahlverfahren für die Spielstandorte einer potenziellen EM in Deutschland 2024 zu hören. Die Stadt am Niederrhein kann gemäß dem Ranking der Städte in der Bewerbung des DFB nicht als Austragungsort berücksichtigt werden - im Gegensatz zu zehn anderen deutschen Standorten.

Ergebnis des Treffens: Die Stadt Mönchengladbach hat laut DFB in dem Gespräch klar festgehalten, dass keine Zweifel am korrekten Ablauf des Verfahrens bestehen. Dem Austausch im Mönchengladbacher Rathaus war laut einer Mitteilung des DFB ein Treffen vorausgegangen, bei dem Vertreter der Stadt in der DFB-Zentrale in Frankfurt im Beisein von Sylvia Schenk von Transparency International Deutschland Einblick in sämtliche Mönchengladbach betreffende Dokumente und Beurteilungen des nationalen Bewerbungsverfahrens erhalten hatten. Informationsdefizite, so teilt der DFB mit, die aus Sicht der Stadt bestanden hatten, „konnten ausgeräumt werden“.

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Foto: DFB

Gespräch in Mönchengladbach: OB Reiners (2.v.l.) und DFB-Präsident Grindel (M.)

Reiners wiederum wiederholte bei dem Treffen seine Haltung: Dass man sich gewünscht hätte, die Bewertungen der Ausrichterstädte nicht ausschließlich auf Basis formaler Kriterien zu erstellen. Emotion und Leidenschaft von Stadt und Bevölkerung für die Bewerbung hätten keine Rolle gespielt. Grindel wiederum ging es wohl zuerst darum, die weiße Weste seines Auswahlverfahrens nicht beschmutzen zu lassen – neue Kritik nach den WM 2006-Skandalen kann sich der DFB nicht leisten. So sagte Grindel in einer Mitteilung: „Die Stadt Mönchengladbach hatte ihre Bewerbung mit beindruckendem Engagement vorangetrieben. Deshalb können wir verstehen, dass die Enttäuschung, letztlich nicht berücksichtigt worden zu sein, hier besonders groß ist. Auch Mönchengladbach wäre wie alle 14 Bewerber in der Lage gewesen, Spiele der EURO auszutragen. Aber andere Bewerber waren eben besser, und unsere Entscheidung beruhte ausschließlich auf objektiven und transparenten Kriterien. Ich freue mich, dass Mönchengladbach uns bestätigt, dass das Auswahlverfahren nicht zu beanstanden ist.”

Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners stellte seine Sicht dar: „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass im Gespräch auch der DFB das eine oder andere gelernt hat, das uns helfen wird, bei künftigen Verfahren noch besser zu werden.” Er habe mitgenommen, dass man nur „knapp gescheitert“ sei. „Umso mehr hätte ich mir gewünscht, dass Mönchengladbach endlich einmal zum Zuge gekommen und die von einer breiten Öffentlichkeit emotional getragene Bewerbung berücksichtigt worden wäre.”

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