Borussia Mönchengladbach holt den dritten Bundesliga-Sieg in Folge. Forsche Töne bleiben aber auch nach dem 1:0 in Bremen aus.

Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach
Thorgan Hazard (m.) wird von seinem Mitspielern nach seinem goldenen Tor geherzt.

Thorgan Hazard (m.) wird von seinem Mitspielern nach seinem goldenen Tor geherzt.

Carmen Jaspersen

Thorgan Hazard (m.) wird von seinem Mitspielern nach seinem goldenen Tor geherzt.

Bremen. Es war einmal ein Fußball-Verein, der konnte bei Werder Bremen seit 1987 von 26 Spielen lediglich eines gewinnen. Und es war einmal ein Team, das konnte bis zum 28. Januar dieses Jahres in 19 Bundesliga-Auswärtspartien nur einmal als Sieger vom Platz gehen. In beiden Fällen handelt es sich um Borussia Mönchengladbach. Doch seitdem dort Dieter Hecking das Trainer-Amt übernommen hat, sind diese Statistiken Vergangenheit. "Kompliment, wie meine Mannschaft die Aufgabe angegangen ist", sagte Hecking.

Das 1:0 (1:0) der niederrheinischen Borussia beim Abstiegskandidaten Werder Bremen war im nun schon fünften ungeschlagenen Pflichtspiel unter Hecking der vierte Sieg in Folge, der dritte auf des Gegners Platz und vor allem das bereits vierte Spiel ohne Gegentreffer. "Die Basis von erfolgreichem Fußball ist, auf dem Feld gemeinschaftlich zu verteidigen. Ich würde bei uns daher auch noch nicht von einem Lauf sprechen, sondern von defensiver Stabilität", sagte Sportdirektor Max Eberl.

Die Vierer-Kette verhilft Gladbach defensiv zu mehr Stabilität

Trainer Hecking lobte dann auch besonders seine beiden dänischen Innenverteidiger Andreas Christensen und Jannik Vestergaard. "Die zwei haben ein sehr gutes Spiel gemacht. An der Seite von Andreas wird Jannik immer besser", sagte der 52-Jährige. An der Seite von, nicht neben Andreas. Ein kleiner, aber sehr wohl feiner Unterschied. Denn während Vestergaard in der von Heckings Vorgänger André Schubert favorisierten Dreier-Abwehr weiter von Christensen entfernt stand, ist er jetzt deutlich enger beim Landsmann.

Hecking bevorzugt eine Vierer-Kette und mit der stehen die Gladbacher deutlich kompakter. "In diesem System fühlen wir uns im Moment wohler", sagte Rechtsverteidiger Tony Jantschke. Der 26-Jährige wollte die Dreier-Reihe zwar nicht als schlechte Lösung abtun, erklärte aber auch ihren Nachteil. "In den ersten fünf Saison-Spielen haben wir so zehn Punkte geholt und sind dafür gelobt worden. Sie ist jedoch ein sehr schmaler Grat, da defensiv schon eine gewisse Anfälligkeit besteht", sagte Jantschke.

Weil im Rücken der hoch stehenden Außenbahnspieler Räume entstehen. Räume, welche die Gladbacher gegen Werders Dreier-Abwehr schon nach elf Minuten zum entscheidenden Treffer durch Thorgan Hazard nutzten. "Danach können wir dann noch mehr Tore machen", sagte Hazard und Jantschke meinte: "In dieser Phase hätten wir den Sack schon frühzeitig zumachen müssen. Ein Ball kann schließlich hinten immer mal rein rutschen."

Tony Jantschke: "Wir wollen nichts mehr anbrennen lassen"

Mönchengladbach Sommer (2), Jantschke (2,5), Christensen (2), Vestergaard (2,5), Wendt (3), Kramer (2), Dahoud (2,5), Herrmann (3), Johnson (3), Hazard (2,5), Hahn (4)

Bremen Wiedwald (2,5), Veljkovic (4), Sané (3,5), Moisander (4,5), Bauer (3,5), Santiago Garcia (5,5), Delaney (3), Gnabry (5), Junuzovic (4,5), Bartels (2,5), Kruse (4,5), Gebre Selassie (3), Pizarro (4)

Mönchengladbach: Sommer - Jantschke, Christensen, Vestergaard, Wendt - Kramer, Dahoud (ab 85. Nico Schulz) - Herrmann (ab 71. Drmic), Johnson - Hazard - Hahn (ab 80. Strobl)

Bremen: Wiedwald - Veljkovic (ab 46. Pizarro), Sané, Moisander - Bauer, Santiago Garcia (ab 46. Gebre Selassie) - Delaney - Gnabry (ab 80. Johannsson), Junuzovic - Bartels, Kruse

Benjamin Brand (Unterspiesheim)

42 100 (ausverkauft)

0:1 Hazard (12.)

Jantschke (MG/60.), Delaney (Werder/65.), Bauer (Werder/73.), Strobl (MG/81., gesperrt)

Darauf hofften die Bremer Fans unter den 42 100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion am Ende jedoch vergebens. "Weil wir uns nun in jeden Ball reinwerfen. Wir wollen nichts mehr anbrennen lassen", sagte Jantschke. Dass so selbst ohne die Führungskräfte Stindl (gesperrt) und Raffael (verletzt) drei weitere Punkte aufs Konto kamen, verleitet im "Fohlenstall" indes niemanden zur Euphorie. "Wir werden jetzt ganz bestimmt keine Parolen raus hauen. Wichtig war heute nur, sich weiter von unten abzusetzen", sagte Eberl.

Der erkennt wie Hecking, dass trotz der Erfolge noch eine gewisse Unruhe im Spiel vorhanden ist. Meist hat der Gegner mehr Ballbesitz und Torschüsse, die Gladbacher kompensieren dies mit hoher Laufbereitschaft und schließen so Lücken. Zudem konnten gegen Werder 63 Prozent der Zweikämpfe gewonnen werden. "In diesen Punkten dürfen wir keinen Deut nachlassen", sagte Hecking. Denn nach den biederen Bremern wartet nun der AC Florenz. "Und da wollen wir den deutschen Fußball natürlich gut vertreten", sagte Hecking.

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