Borussia steht nach dem 1:2 in Wolfsburg auf einem Abstiegsplatz.

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Gladbachs Dante ist nach der Niederlage tief enttäuscht.

Gladbachs Dante ist nach der Niederlage tief enttäuscht.

dpa

Gladbachs Dante ist nach der Niederlage tief enttäuscht.

Wolfsburg. Armin Veh ist ein ruhiger, sachlicher Fußballlehrer, der nur selten einen Einblick in seine Gefühlswelt zulässt.

Nach dem 2:1 (1:0)-Erfolg am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach gestand der Trainer des VfLWolfsburg ungewohnt freimütig: "Ich bin froh und erleichtert. Gladbach hat uns das Leben sehr schwer gemacht."

Nach dem dritten Heimsieg der Saison klettert der deutsche Meister mit 16 Punkten auf den fünften Tabellenplatz und verdrängt damit vorerst Bayern München aus den internationalen Rängen.

Max Eberl kann den Namen "Madlung nicht mehr hören"

Dass Veh, der zunächst Torschützenkönig Grafite auf der Bank schmoren ließ, so lange zittern musste, lag vor allem an der ungewohnten Abschlussschwäche der Wolfsburger Offensivabteilung. So vergab allein Stürmer Edin Dzeko zwei große Chancen (3./30.), traf anstatt zur Führung nur Latte und Pfosten.

Es war dann wieder einmal Alexander Madlung, der den Wolfsburger Anhang gegen kompakt agierende Gladbacher erlöste. Kurz vor dem Halbzeitpfiff köpfte der Verteidiger nach einer Ecke zur 1:0-Führung - gegen keine andere Mannschaft hat Madlung so oft getroffen wie gegen die Borussia (fünf Mal).

überragend: -
gut: Dzeko, Madlung, Riether
zufriedenstellend: Benaglio, Schäfer, Costa, Josue, Misimovic, Gentner, Grafite
enttäuschend: Hasebe, Martins

überragend: -
gut: Reus
zufriedenstellend: Bailly, Daems, Brouwers, Marx, Levels, Bradley
enttäuschend: Bobadilla, Matmour, Dante, Colautti

"Ich kann den Namen Madlung nicht mehr hören, ich kann den Spieler nicht mehr sehen", sagte später Borussias Sportdirektor Max Eberl. Dabei hätten die Gladbacher die fünfte Liga-Pleite in Folge und den Absturz auf einen Abstiegsplatz durchaus verhindern können. Denn die Borussia erarbeitete sich in einer Phase, als die Wolfsburger die knappe Führung nur noch verwalten wollten, einige gute Möglichkeiten.

So hatte nicht nur VfL-Trainer Michael Frontzeck den Torschrei bereits auf den Lippen, als Stürmer Raul Bobadilla nach einem Abwehrfehler plötzlich frei vor dem leeren Tor stand. Doch anstatt zum 1:1 einzuschieben, kickte er den Ball mit der Hacke knapp neben das Gehäuse. "Er ist noch ein junger Spieler. Aber den muss er machen", so Frontzeck. "Diese Szene ist auch ein wenig bezeichnend für unsere Situation", ergänzte der 45-Jährige.

Der VfL Wolfsburg schlug eiskalt zurück, Christian Gentner markierte mit der einzigen Torchance in Durchgang zwei die Entscheidung (90.+2.). Das Tor von Michael Bradley (90.+3.) kam zwar zu spät, bedeutete aber zumindest den ersten Gladbacher Auswärtstreffer nach über 410 Liga-Minuten. "Meine Mannschaft hat gezeigt, dass sie wieder auf einem guten Weg ist. Wir haben am Samstag im Derby den 1. FC Köln zu Gast. Das wird ein Nervenspiel", sagte Frontzeck.

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