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Mohamadou Idrissou (l) und Martin Stranzl feiern mit den Fans.

Mohamadou Idrissou (l) und Martin Stranzl feiern mit den Fans.

dpa

Mohamadou Idrissou (l) und Martin Stranzl feiern mit den Fans.

Nürnberg (dpa) - Drei Neue, drei Punkte - die Einkaufstour von Borussia Mönchengladbach auf dem Spieler-Schnäppchenmarkt hat sich schon beim Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga ausgezahlt.

Der junge Roman Neustädter schoss beim 1:0 (1:0)-Sieg beim 1. FC Nürnberg das «goldene Tor», noch mehr sorgten aber die drei Wintereinkäufe Martin Stranzl, Havard Nordveidt und Mike Hanke für Aufbruchstimmung beim Tabellenletzten.

«Es war sicher ein schmutziger und glücklicher Erfolg, aber das ist in unserer Situation und für unsere Moral vielleicht sogar viel besser als es ein deutlicher Sieg gewesen wäre», sagte Stürmer Hanke, nachdem die Gladbacher die Negativserie von fünf Niederlagen beendet und ein kräftiges Ausrufezeichen im Kampf um den Klassenverbleib gesetzt hatten.

Für Trainer Michael Frontzeck war der glückliche, aber nicht unverdiente Erfolg gar nicht mal so überraschend. Er habe nach der Vorbereitung ein gutes Gefühl gehabt, berichtete er nach dem dritten Saison-Auswärtssieg, «und bis zur 70. Minute hat die Mannschaft gezeigt, dass sie die schwierige Situation meistern kann».

Gladbach-typischer Offensivgeist und wesentlich mehr Qualität in der Defensive ließen den unbedarften «Club» nicht ins Spiel kommen. Frontzecks Trümpfe waren der für 800 000 Euro von Spartak Moskau geholte österreichische Nationalspieler Stranzl und der Norweger Nordveidt, die Gladbachs Defensive zusammenhielten, sowie Hanke. Der wie Nordveidt zum Nulltarif verpflichtete Ex-Hannoveraner war ein ständiger Unruheherd und sich für Abwehrarbeit nicht zu schade.

«Gegen Leverkusen müssen wir nun am kommenden Sonntag da weitermachen und möglichst den nächsten Dreier nachlegen«, sagte Hanke, der das Siegtor vorbereitet hatte. Auch Trainer Frontzeck richtete nach der «schönen Auswärtsfahrt» den Blick nach vorne: «Zehn Punkte auswärts sind okay, aber jetzt müssen wir daran arbeiten, unsere Heimbilanz zu verbessern. Dieser Sieg gibt Selbstvertrauen. Wichtig ist jetzt, dass wir gute Nerven haben.»

In den letzten 20 Minuten gerieten die Gladbacher ins Schwimmen, überstanden aber auch dank Stranzls Routine und der Abstiegserfahrung eines Hanke den Sturmlauf der Franken. «In der Schlussphase hatten wir das Quäntchen Glück, das uns in der Hinrunde gefehlt hat», stellte Frontzeck erleichtert fest. FCN-Coach Hecking äußerte keine Zweifel am «verdienten Sieg» der Gladbacher, «denn wir waren nicht in der Lage, über die ganzen 90 Minuten Druck aufzubauen».

Die gute Vorbereitung sei leider nicht vergoldet worden, klagte FCN-Torwart Raphael Schäfer nach Nürnbergs Fehlstart in die Rückrunde. Den Spielverderber hatte Schäfer schnell ausgemacht: Babak Rafati. «Der Schiedsrichter war spielentscheidend», schimpfte er auf den Unparteiischen. In der 32. Minute verweigerte er den Franken einen klaren Strafstoß, beim Treffer von Markus Mendler (77.) hatte nur er einen Regelverstoß des Nürnbergers gesehen. Vier Minuten vor Spielende «krönte» der Bankkaufmann seinen rabenschwarzen Tag, als er den zornigen Nürnbergern einen Elfmeter gab, der keiner war. Javier Pinola nahm das Geschenk aber nicht an.

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