Auch gegen den VfB Stuttgart gab es wieder kein Tor, wieder keine Punkte. Durch die Niederlage rutscht die "Fohlenelf" weiter ab. Ihr Mittelmaß liegt im Angriff begründet.

VfB Stuttgart - Borussia Mönchengladbach
Nico Elvedi und Stuttgarts Emiliano Insua (l) im Kamp um den Ball.

Nico Elvedi und Stuttgarts Emiliano Insua (l) im Kamp um den Ball.

Marijan Murat

Nico Elvedi und Stuttgarts Emiliano Insua (l) im Kamp um den Ball.

Stuttgart. Im Aufzug der Bundesliga-Tabelle rast Borussia Mönchengladbach unvermindert nach unten. Das 0:1 (0:1) beim VfB Stuttgart bedeutete nicht nur die dritte Niederlage in Folge und diese auch noch alle ohne eigenen Treffer, sondern die vierte in der fünften Rückrunden-Partie sowie die siebte in den vergangenen zehn Pflichtspielen. Noch vor einer Woche hatte Mittelfeldspieler Christoph Kramer gesagt, dass nicht alles so negativ gesehen werden solle. Das schleichende Abrutschen in der Tabelle wurde schön geredet, ergo ist die Krise jetzt mit umso härterer Wucht da. Der Sturz auf den zehnten Platz lässt die "Fohlenelf" im grauen Mittelmaß versinken.

Schon nach vier Minuten hatte Daniel Ginczek vor den 53 296 Zuschauern in der bei weitem nicht ausverkauften Stuttgarter Arena für das Tor des Tages und bei der Borussia vom Niederrhein damit am Karnevalssonntag für Aschermittwochsstimmung gesorgt. "Wir haben nicht gut in die Begegnung gefunden und uns durch den frühen Gegentreffer das Leben selber schwer gemacht. Danach hatten wir zwar mehr vom Spiel, doch durch die negativen Ergebnisse der vergangenen Wochen fehlt uns ein wenig die Leichtigkeit in den Aktionen. Es hilft aber nichts, nun zu hadern. Wir müssen den Hebel umlegen, Fußball ist ein Ergebnissport", sagte Lars Stindl.

Die Last im Abschluss liegt fast nur auf den Schultern von Raffael

Der Kapitän steht stellvertrend für das große Manko, welches der Borussia die Qualifikation für den Europapokal kosten könnte. Seit nun schon 985 Minuten wartet Stindl auf einen Treffer. Generell fehlt es der Mannschaft von Trainer Dieter Hecking im Angriff an Durchschlagskraft. Die Offensiv-Kräfte Raul Bobadilla, Josip Drmic, Patrick Herrmann, Vincenzo Grifo und Jonas Hofmann sind in dieser Saison allesamt noch ohne Tor. Thorgan Hazard hat zwar siebenmal getroffen, viermal allerdings per Elfmeter.

So liegt die Last im Abschluss allein auf den Schultern von Raffael. Als der 32-Jährige in Stuttgart nach der Pause kam, wurde es vor dem Tor des VfB dann auch gleich gefährlicher. "Wir brauchen nicht drum herum zu reden. Die Situation ist momentan schwierig. Wir müssen den Kopf hoch nehmen, weiter arbeiten und so den Negativ-Lauf möglichst schon am nächsten Sonntag gegen Borussia Dortmund durchbrechen", sagte Dieter Hecking.

Leichter gesagt als getan. Der Abwärtstrend hat sichtlich für Verunsicherung gesorgt. In Stuttgart agierte die "Fohlenelf" ohne Inspiration und mit zu wenig Bewegung. Dadurch waren ihre Aktionen ausrechenbar und für den biederen Gegner leicht zu verteidigen. Zwar gab es 62 Prozent Ballbesitz, das Spiel fand dabei jedoch viel zu oft nur horizontal statt. Zu schlauen Pässen in die Spitze fehlte es an Ideen. So stand am Ende die fünfte Auswärts-Pleite in Folge, lediglich in Köln gab es dabei einen Treffer - natürlich durch Raffael.

In Stuttgart hatte Hazard nach 25 Minuten die große Chance zum 1:1, der Belgier aber verstolperte sie freistehend aus sechs Metern. Die Szene belegte die ganze Malaise und Patrick Herrmann hört sich fast schon flehentlich an. "Wir dürfen jetzt nicht anfangen, an uns zu zweifeln."

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