Hoffenheim kommt in der letzten Minute noch zu einem 2:2-Unentschieden – durch einen Elfmeter.

Der Gladbacher Filip Daems (r.) und Hoffenheims Vedad Ibisevic kämpfen um den Ball.
Der Gladbacher Filip Daems (r.) und Hoffenheims Vedad Ibisevic kämpfen um den Ball.

Der Gladbacher Filip Daems (r.) und Hoffenheims Vedad Ibisevic kämpfen um den Ball.

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Der Gladbacher Filip Daems (r.) und Hoffenheims Vedad Ibisevic kämpfen um den Ball.

Sinsheim. Sowohl in der Fußball-Bundesliga als auch in Liga zwei hat Borussia Mönchengladbach noch nie gegen 1899 Hoffenheim gewinnen können. Daran hat sich auch am Freitagabend beim 2:2 (1:0) in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim nichts geändert, als die Gladbacher sich trotz aller Bemühungen zum Auftakt des 23. Spieltages mit einem Remis begnügen müssen. "Wir wollten unsere Bilanz gegen Gladbach unbedingt halten, und das ist uns am Ende ja auch gelungen", sagte TSG-Trainer Ralf Rangnick, dessen Mannschaft in der Rückrunde jedoch erst einen Sieg nach sechs Spielen vorweisen kann.

Am Freitagabend in Sinsheim bekamen die 30 150 Zuschauer von Beginn an eine flotte und jederzeit packende Begegnung geboten, in der die TSG das Fehlen von acht Stammkräften kompensieren musste. Rangnick beorderte daher den ehemaligen Gladbacher Marvin Compper ins Mittelfeld, die Lücke in der Abwehrzentrale schloss Kapitän Per Nilsson. Auf der anderen Seite konnte Gladbachs Cheftrainer Michael Frontzeck bis auf Thorben Marx (Schambein-Ödem) personell aus dem Vollen schöpfen, ließ mit Matmour und Friend die Matchwinner aus dem Nürnberg-Spiel zunächst auf der Bank. Stattdessen hieß das Sturmduo erneut Bobadilla und Colautti.

Die erste Torchance verzeichneten die Hausherren, als Vedad Ibisevic nach einem Freistoß von Eduardo völlig frei zum Kopfball (12.) kam, das Tor aber knapp verfehlte. Im Anschluss hätte Hoffenheim in der 23. Minute in Führung gehen müssen, aber Carlos Eduardo konnte völlig freistehend mit seinem Schuss den gut aufgelegten Borussen-Keeper Logan Bailly nicht überwinden - was sich nur wenige Minuten später rächen sollte: Nach einem langen Pass von Juan Arango in den Hoffenheimer Strafraum klärte Nilsson äußerst ungeschickt per Handspiel kurz vor der Strafraumgrenze gegen Colautti, Schiedsrichter Wolfgang Stark verlegte aber zum Entsetzen der Hoffenheimer den Tatort in den Strafraum und entschied auf Elfmeter. VfL-Kapitän Filip Daems ließ sich nicht zweimal bitten und verwandelte eiskalt zum 1:0 (31.) für Gladbach.

Eberl sieht bei beiden Mannschaften eine Vielzahl von Fehlern

Auf der anderen Seite verhinderte Logan Bailly erneut mit einer tollen Parade gegen Ibisevic den Ausgleich (40.). "Beide Teams leisten sich eine Vielzahl von Fehlern, das müssen wir nach der Halbzeit besser machen, sonst können wir den Vorsprung nicht über die Zeit bringen", sagte Borussias Sportdirektor Max Eberl vor dem Seitenwechsel. Worte, die Trainer Frontzeck auch seiner Mannschaft gesagt haben dürfte, denn die Borussen kamen hellwach aus der Kabine und erhöhten in der 51. Minute auf das von den rund 4000 mitgereisten VfL-Fans frenetisch gefeierte 2:0. Nach einer Flanke von Levels ließen Bobadilla und Colautti im Teamwork Torhüter Hildebrand keine Chance. Dennoch reichte das für die Elf vom Niederrhein nicht. Ibisevic verkürzte auf 1:2 (69.). Drei Minuten vor dem Abpfiff kassierten die Borussen dann auch noch den Ausgleich, als Carlos Eduardo nach Handspiel von Daems den fälligen Strafstoß verwandelte.

Michael Frontzeck (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Vor dem Spiel wären wir sehr zufrieden mit dem einen Punkt. Nach dem 2:0 müssen wir uns selbst an die Nase fassen, dass wir es nicht konsequent ausgespielt haben. Wir haben dadurch Hoffenheim im Spiel gehalten, und Hoffenheim hat es dann am Ende auch ausgenutzt. Es war ein sehr unterhaltsames Spiel für die Zuschauer. Unter Strich bin ich nicht enttäuscht, dass wir mit einem 2:2 vom Platz gehen, weil uns letztendlich die Konsequenz vor dem Tor gefehlt hat um das Spiel zu gewinnen".

Ralf Rangnick (Trainer 1899 Hoffenheim): "Im Gegensatz zu meinem Kollegen wäre ich vor dem Spiel nicht mit einem Remis zufrieden gewesen. Nun können wir aber damit leben, für die Moral war das aber ein ganz wichtiger Punkt, weil die Mannschaft einige strittige Entscheidungen weggesteckt hat. Dieses Zurückkommen ist noch höher zu bewerten, als die beiden Male zuvor, als wir die Borussia nach einem 0:2-Rückstand noch zweimal 4:2 besiegen konnten".

Hoffenheim: Hildebrand - Gulde (69. Tagoe), Simunic, Nilsson (46. Vukcevic), Eichner - Vorsah, Compper - Maicosuel, Carlos Eduardo - Ba, Ibisevic. Borussia: Bailly - Levels, Brouwers, Dante, Daems - Meeuwis, Bradley - Reus, Arango (88. Kleine) - Colautti (84. Friend), Bobadilla (72. Matmour)

Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding) Zuschauer: 30.150 (ausverkauft) Tore: 0:1 Daems (31./Elfm.) 0:2 Colautti (51.) 1:2 Ibisevic (69.) 2:2 Carlos Eduardo (89./Elfm.). Gelbe Karten: Nilsson, Simunic, Ibisevic / Meeuwis.

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