Nach 13 Jahren gelingt mit 2:1 in Frankfurt der zweite Auswärtssieg in Folge.

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Gladbacher Jubelzug (von links) Rob Friend, Karim Matmour, Tobias Levels, Roel Brouwers und Juan Arango.

Gladbacher Jubelzug (von links) Rob Friend, Karim Matmour, Tobias Levels, Roel Brouwers und Juan Arango.

dpa

Gladbacher Jubelzug (von links) Rob Friend, Karim Matmour, Tobias Levels, Roel Brouwers und Juan Arango.

Frankfurt. Um das bärenstarke Abwehr-Duo Roel Brouwers und Dante bildete sich nach dem Abpfiff schnell eine Traube. Jubelnd fielen sich die Profis von Borussia Mönchengladbach in die Arme, liefen zu ihren Anhängern in die Ostkurve und drehten dann in Richtung Spielertunnel ab.

Mit einer Ausnahme: Torwart Logan Bailly hielt noch einen Moment inne. Dann spurtete er los, sprang mit einem Riesensatz über die Werbebande und warf sein Torwarttrikot in hohem Bogen in die Menge.

Drei Wochen nach dem großartigen 3:2-Erfolg beim Hamburger SV setzten die Gladbacher mit dem nächsten Triumph in Frankfurt ihre Erfolgsserie fort, sind seit vier Begegnungen ungeschlagen und um acht Punkte reicher.

Damit hat sich für die Mannschaft von Michael Frontzeck die Situation im Kampf um den Klassenverbleib weiter verbessert. Und Sportdirektor Max Eberl verkündete, offensichtlich gut vorbereitet: "Zwei Auswärtssiege hintereinander, das gab es zuletzt vor 13 Jahren." In der Tat: Im März anno 1996 gewannen die Borussen innerhalb von 14 Tagen beim FC St. Pauli und bei Eintracht Frankfurt - jeweils mit 2:0.

Gladbach war spielerisch besser und effizienter

Die Gladbacher unterstrichen bei ihrem Erfolg am Riederwald ihre gewachsene Stabilität und drückten auf dem Platz Sicherheit und Selbstbewusstsein aus. "Natürlich kriegst du immer mal wieder was auf die Nase. Aber ich bin, was die Zukunft betrifft, zuversichtlich. Es kann was entstehen, es kann sich was entfalten", sagte Trainer Michael Frontzeck.

überragend: -
gut:
-
zufriedenstellend: Nikolov, Ochs, Franz, Steinhöfer, Russ, Meier, Schwegler
enttäuschend: Spycher, Chris, Caio, Korkmaz

überragend: Dante, Brouwers
gut: Bailly, Levels
zufriedenstellend: Jaures, Bradley, Marx, Reus, Matmour, Friend, Arango
enttäuschend: -

Selbst fünf Niederlagen in Folge und erste kritische Stimmen haben den Trainer im Frühherbst wenig anhaben können. Frontzeck stand nie zur Disposition. Im Borussia-Park ist man offenbar durch Schaden klug geworden, was sich jetzt bezahlt macht. Anders als in den vergangenen Jahren, als Trainer und Manager zeitweise nur Durchreisende waren, haben Vizepräsident Rainer Bonhof und Sportdirektor Max Eberl ein ruhiges Umfeld geschaffen - und einen Rahmen, der Entfaltungsmöglichkeiten bietet.

Die Gladbacher waren in Frankfurt die spielerisch bessere Mannschaft und überaus effizient, hatten allerdings auch wenig Mühe, ihren Gegner in Schach zu halten, bei dem kein gelernter Stürmer im Kader stand: Amanatidis, Fenin und Liberopoulos fehlten. Trotzdem imponierte die Art und Weise, wie Borussia immer wieder aufs Tempo drückte und energisch ihr Ziel verfolgte.

"Soll jetzt aber bloß keiner auf die Idee kommen, dass wir im nächsten Auswärtsspiel beim FC Bayern Favorit sind", sagte Michael Frontzeck mit einem kleinen Augenzwinkern, "im Übrigen haben wir im Heimspiel mit Schalke 04 einen ganz dicken Brocken vor der Brust."

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