Hoffenheim gelingt eine Minute vor Spielende der Ausgleich zum 1:1.

Trainer Hans Meyer freut sich mit Torschütze Alexander Baumjohann.
Trainer Hans Meyer freut sich mit Torschütze Alexander Baumjohann.

Trainer Hans Meyer freut sich mit Torschütze Alexander Baumjohann.

Dieter Wiechmann

Trainer Hans Meyer freut sich mit Torschütze Alexander Baumjohann.

Mönchengladbach. Die Anhänger von Borussia Mönchengladbach dürfen hoffen, und die Macher an der Schaltzentrale des Traditionsvereins dezente Zuversicht verströmen. Aus dem verdienten 1:1-Unentschieden gegen Tabellenführer 1899 Hoffenheim sollte das Team von Trainer Hans Meyer Kraft und Mut schöpfen.

Es hat offenbar die Zeichen der Zeit erkannt und wehrte sich in einer interessanten und in der zweiten Hälfte packenden Begegnung voller Verve gegen die Emporkömmlinge aus dem Kraichgau.

Gleichwohl war der Gladbacher Cheftrainer Hans Meyer nach dem Abpfiff restlos bedient: "Ich hatte kurz vor Schluss das Gefühl, dass es reichen könnte, dass wir den Sieg über die Zeit bringen. Jetzt ist die Lage fast noch ein bisschen mieser als zuvor, wenn ich auf das Ergebnis von Karlsruhe schaue."

Meyers Enttäuschung war nicht zu übersehen, und in seinem Gesicht spiegelte sich das aufregende Finale schonungslos wider. Der späte Ausgleich (89.) des eingewechselten Brasilianers Wellington zerstörte Meyers Werk an diesem trüben Samstag-Nachmittag im Borussia-Park und das seiner Spieler, die alle Kräfte mobilisiert und ihr gesamtes Repertoire abgerufen hatten, um durch einen "Dreier" den letzten Liga-Platz zu verlassen.

Alle spielten mit, fast alle. Der künftige FC Bayern-Profi Alexander Baumjohann traf traumhaft zur Führung und versöhnte sich später mit den Gladbacher-Anhängern. Der neue Torwart-Hüne Logan Bailly zeigte mit seinen außergewöhnlichen Reflexen große Klasse.

Tomas Galasek erwies sich abermals als "Seele" des Gladbacher Spiels und obendrein entpuppte sich das Mittelfeld als bissiges Kollektiv. Von "Opa-Fußball" keine Spur. Stuttgarts Stürmer Mario Gomez, der zum Rückrunden-Auftakt den Gladbacher Stil als antiquiert abqualifiziert hatte, hätte sich gewundert.

Gladbachs Offensive mit Friend, Marin und Neuville bleibt blass

Als auch noch Glücksgöttin Fortuna ihr Füllhorn über das Tabellen-Schlusslicht ausschüttete (Lattentreffer von Ba), und Schiedsrichter Lutz Wagner bei einer kniffligen Strafraumszene mit einem Zweikampf von Galasek und Obasi gegen Hoffenheim entschied, schien der erste Sieg für die Gladbacher seit einem Vierteljahr zum Greifen nahe.

Doch eine Abteilung hielt dem Niveau nicht stand: Stürmer Rob Friend (ist wegen der fünften gelben Karte in Bremen gesperrt), der junge Hüpfer Marko Marin oder Alt-Star Oliver Neuville versetzten in der Offensive keine Bäume und enttäuschten.

Als Neuville in der 86. Minute das 2:0 auf dem Fuß hatte, fehlte dem 36-Jährigen die Explosivität früherer Tage oder auch nur ein Schuss Cleverness. So wurde das letzte Anrennen des Tabellenführers in der Schlussphase mit dem Ausgleich belohnt.

Insbesondere nach der Pause bewies der Gast aus der Rhein-Neckar-Metropole, dass er auch ohne seine Sturmkanone Ibisevic (Kreuzbandriss) zu Höherem berufen ist. "Lange Zeit fehlte uns aber die Dynamik", bemängelte Trainer Ralf Rangnick den allzu zaghaften Auftakt, "außerdem hat uns Gladbach das Leben ganz schön schwer gemacht."

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