FC Kaiserslautern - Borussia Mönchengladbach
Bittere Diagnose: Patrick Herrmann zog sich bei einem Foul einen Schlüsselbeinbruch zu.

Bittere Diagnose: Patrick Herrmann zog sich bei einem Foul einen Schlüsselbeinbruch zu.

Uwe Anspach

Bittere Diagnose: Patrick Herrmann zog sich bei einem Foul einen Schlüsselbeinbruch zu.

Kaiserslautern. Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach bleibt auf Champions-League-Kurs. Die Elf von Cheftrainer Lucien Favre feierte am 22. Spieltag beim 1. FC Kaiserslautern einen 2:1 (2:0)-Erfolg und zählt mit 46 Punkten weiter zu den Top-Teams der Liga. Es war der erste Sieg des VfL Borussia in der Pfalz seit über 16 Jahren, am 19. August 1995 hieß es Ende 3:1. Die Freude über den Auswärts-Dreier wurde im Gladbacher Lager allerdings durch die schwere Verletzung von Patrick Herrmann getrübt, der gegen Ende der 1. Halbzeit mit einem Schlüsselbeinbruch vom Platz getragen werden musste. Am Freitag treffen die Borussen im eigenen Stadion auf dem Hamburger SV.

Der Moment des Spiels

Traumpass von Borussias Nationalspieler Marco Reus genau in die Schnittstelle der Lauterer Defensive auf Juan Arango – und was der Venezolaner dann zeigte, war schon allein das Eintrittsgeld wert. Mit einem raffinierten Außenrist-Schuss überwand Arango den völlig verdutzten FCK-Keeper Kevin Trapp zum 2:0. „Man muss schon sagen, dass Gladbach überragende Qualität hat. In der Defensive und in der Offensive“, so Lauterns Trainer Marco Kurz.

Der Spieler des Spiels

Er wird in seiner Heimat Venezuela der „Hurrikan der Karibik“ genannt. Und Juan Arango machte im Hexenkessel Betzenberg seinem Namen alle Ehre, brachte Linie ins Spiel der Fohlen und setzte in der Offensive immer wieder Akzente. Starke Pässe, geschicktes Zweikampfverhalten, torgefährlich. Arango war der Denker und Lenker im VfL-Spiel und lieferte eine tadellose Leistung ab.

Der Aufreger des Spiels

Es lief die 35. Spielminute, als Borussias Offensiv-Wirbler Patrick Herrmann mit Lauterns Florian Dick zusammenrasselte. Herrmann, der gleich zu Beginn des Spiels ein tolles Tor erzielt hatte, blieb am Boden liegen. Hielt sich die Schulter. Es gab Pfiffe von den Lautern-Fans, die eine schnelle Fortsetzung der Partie forderten. Doch Herrmann hatte es schwer erwischt, seine Mitspieler deuteten sofort auswechseln an. Patrick musste vom Platz getragen werden, später gab es dann die Diagnose: Schlüsselbeinbruch. Damit wird er wochenlang ausfallen. „Es tut mir sehr leid für ihn und für uns. Er hat bislang eine überragende Saison gespielt“, sagte später VfL-Trainer Lucien Favre.

Chronik des Spiels

Vor 45.661 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion mussten die Borussen den Ausfall von Mike Hanke, Martin Stranzl und Thorben Marx kompensieren. Für Hanke rutschte Igor de Camargo ins Sturmzentrum. Die Fohlen waren von Beginn an hellwach und hatten bereits in der dritten Minute die erste große Chance. Doch Arangos Schuss strich knapp über die Latte.

Trapp - Dick, Simunek, Rodnei, Jessen – Sahan (46. Sukuta-Pasu), Tiffert, Borysiuk, De Wit (46. Derstroff) - Wagner, Swierczok (61. Kouemaha)

ter Stegen - Jantschke, Brouwers, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter – Herrmann (38. Leckie/82. Wendt), Arango – Reus (90. Cigerci), de Camargo

0:1 Herrmann (9.), 0:2 Arango (14.), 1:2 Jessen (63.)

Sahan, Wagner, Dick / Brouwers

Michael Weiner (Giesen)

45 661

Nur wenige Minuten später gingen die Borussen, bei denen Nationalspieler Marco Reus trotz seiner Adduktorenprobleme auflief, nach einem ihrer überfallartigen Konter in Führung. Nach toller Vorarbeit von de Camargo schoss Patrick Herrmann den Ball zum 1:0 in die Maschen. Die Lauterer, die auf Shechter und Bugera verzichten mussten, hätten den frühen Rückstand fast im Gegenzug egalisiert. Ein Freistoß von Pierre de Wit klatschte aber nur an die Latte (12.) des Gladbacher Gehäuses.

Nur zwei Minuten später schlugen dafür auf der Gegenseite die Fohlen eiskalt zu. Nach einer sehenswerten Kombination über mehrere Stationen und der Vorarbeit von Reus vollendete Arango das spielerische Kunstwerk per Außenrist zur 2:0-Führung. Kurz vor dem Halbzeitpfiff schockierte die Verletzung Herrmanns die Borussen.

In Durchgang zwei hatten die Gladbacher zunächst kaum Probleme, den Vorsprung gegen die schwächste Offensive der Liga zu verwalten. Die Roten Teufel konnten sich gegen Dante, Brouwers & Co. kaum in Szene setzen. Daran änderten auch die Maßnahmen von FCK-Coach Marco Kurz, der drei Offensivkräfte einwechselte, zunächst nichts. Erst als Leon Jessen mit einem fulminanten Weitschuss in den Winkel zum 1:2 traf, wurde es wieder spannend. Kaiserslautern drängte mit aller Macht auf den Ausgleich, doch die Gladbacher Abwehr wackelte nicht.

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