Thorgan Hazard
Gladbachs Thorgan Hazard erzielte den Treffer zum 2:0. Foto: Federico Gambarini

Gladbachs Thorgan Hazard erzielte den Treffer zum 2:0. Foto: Federico Gambarini

dpa

Gladbachs Thorgan Hazard erzielte den Treffer zum 2:0. Foto: Federico Gambarini

Mönchengladbach. Mit seiner Coolness hat er die Herzen der Fans schnell zurückerobert. Thorgan Hazard, Borussia Mönchengladbachs gefährlichster Angreifer und Torschütze beim 2:0-Sieg gegen den FC Augsburg, gilt eigentlich als Spieler, der leichtfertig die meisten Chancen vergibt.

Als Hazard in der Schlussminute beim knappen 1:0-Vorsprung einen Konter bei 3:1-Überzahl mutig selbst abschloss, war davon nichts zu sehen und der Sieg gesichert. Sportdirektor Max Eberl sagte begeistert: «Das Tor hat Weltklasse. Da schießt nicht jeder Spieler, sondern legt lieber quer und gibt die Verantwortung ab. Er nutzt die Chance.»

Damit war die Schmach von Köln am vergangenen Sonntag vergessen. «Es war nicht einfach nach der Derby-Niederlage. Daher war es ein wichtiger Sieg für den Kopf», meinte Hazard, der mit sieben Bundesligatreffern und sechs Vorlagen bester Scorer im Team ist. «Das ist mein Job: Tore und Vorlagen. Beim 2:0 musste ich mich entscheiden, ich habe den Schuss genommen». Sein Trainer Dieter Hecking hat ihn schon als «Eisvogel» bezeichnet.

Der schnelle und wendige Hazard, Bruder des Chelsea-Stürmers Eden, belebt die Gladbacher Offensive enorm. «Ich hab in jedem Spiel zwei, drei Chancen, dann ist ein Tor okay», meint der 24-Jährige. Eberl sieht's ähnlich und nimmt seinen manchmal zu eigenwilligen Offensivspieler in Schutz. «Das sind normale Dinge, die jeder Stürmer mal vergeben kann.»

Weitaus weniger Chancen benötigt Matthias Ginter. Der Innenverteidiger erzielte mit dem frühen 1:0 gegen Augsburg bereits seinen vierten Saisontreffer. Sein präziser Kopfball prallte vom Innenpfosten ins Tor. «Nachträglich zu meinem Geburtstag wurde ich heute mit einem Sieg beschenkt, besser geht's nicht», sagte der Nationalspieler, der am Freitag 24 Jahre alt wurde. Der frühere Dortmunder, der im Sommer für 17 Millionen Euro an den Niederrhein wechselte, hat seinen festen Platz im Team gefunden.

«Er hat schon eine Entwicklung gemacht, seitdem er bei uns ist. In Dortmund standen andere Spieler vor ihm. Er ist ein Spieler mit Verantwortung, der den nächsten Schritt gehen will. Wenn er stabil bleibt, glaube ich, dass wir einen WM-Teilnehmer haben werden», sagte Eberl. Ginter erzielte seinen Treffer nach einem Eckball von Hazard. «Wir hatten heute super Standardsituationen. Diese Standards gewinnen auch immer mehr an Bedeutung. In der Liga fällt fast jedes zweite oder dritte Tor danach», meinte Ginter.

Trainer Dieter Hecking war die Erleichterung nach dem ersten Rückrundensieg deutlich anzumerken. Sein Dank galt auch den Anhängern. «Sie waren nach dem Derby enttäuscht, aber haben gemerkt, dass die Mannschaft die Unterstützung braucht. In der kritischen Phase waren sie da und das hat auch die Mannschaft gemerkt und einen Schub bekommen», sagte der Coach.

Einen kleinen Seitenhieb auf die Kritik unter Woche konnte sich Hecking aber nicht verkneifen. Borussen-Legende Berti Vogts hatte via «Bild» fehlende Kämpfertypen im Team bemängelt. «Heute hat man gesehen, dass die Mannschaft fighten kann - das war auch offensichtlich für den Letzten.» dpa

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