Gladbach leckt die Wunden des Aus‘ in der Europa League und muss sich jetzt gegen den FC Bayern aufbäumen, der einen Sportdirektor sucht.

Mönchengladbach. Was ist Spekulation, was Wahrheit? Was läuft hinter den Kulissen? Wie intensiv sind die Gespräche – oder waren sie? Max Eberl gilt noch immer als Kandidat für einen der wichtigsten Positionen im Imperium des Rekordmeisters FC Bayern an der Säbener Straße. Vielen galt das seit Monaten als ausgemachte Sache: Eberl wird Sportdirektor beim FC Bayern - Sammer-Nachfolger. Seit gestern sind leise Zweifel daran angebracht, dass er nach 18 Jahren am Niederrhein tatsächlich zurück in seine bayrische Heimat geht.

„Momentaner Stand ist, dass ich im Sommer in Mönchengladbach bin“, sagte der Spotdirektor gestern, am Tag nach dem Europa-League-Frust gegen Schalke, zwei Tage vor dem Liga-Spiel gegen eben jenen FC Bayern im Borussia Park morgen (17.30 Uhr). Und dann fügte er leise, aber deutlich vernehmbar hinzu: „Das momentan kann man auch weglassen.“

Kaum hatte die Pressekonferenz gestern begonnen, da ergoss sich nach dem ersten Statement von Cheftrainer Dieter Hecking auch schon ein Redeschwall aus des Sportdirektors Mund. „Ich weiß, es ist ein Dauerthema, Eberl und der FC Bayern. Ich muss das akzeptieren“, sagte der Manager, „klar ist auch, dass ich eine Münchener Vergangenheit habe und im Süden der Republik groß geworden bin. Doch für mich entscheidend ist, dass der Borussen-Vorstand und alle wichtigen Leute im Verein über alles genau Bescheid wissen.“ Und Eberl fährt mit unvermindertem Tempo und sicherem Umgang mit der Thematik fort: „Es gibt kein Angebot. Ich wiederhole mich zum x-ten Mal. Ich habe Vertrag in Gladbach und nichts anderes. Ich fühle mich wohl. Es gibt kein Ultimatum. Da ist nichts.“

Sollte es anders sein oder künftig dann doch anders kommen – bei derlei Beteuerungen über Wochen würde Eberl viel Porzellan zerschlagen. Allemal ruft der ewige Klassiker der Fußball-Bundesliga. Nach dem desaströsen Gladbacher Aus in der Europa League – das 2:2 nach 2:0-Führung gegen Schalke war ein Tiefschlag. Eberl ist schon wieder Feuer und Flamme. „Wir hatten in den letzten Jahren tolle Mannschaften, die es geschafft haben, die Bayern zu schlagen. Dafür brauchst du Mut, Stabilität, Leidenschaft und ein Quäntchen Glück.“

Hecking sprach nicht mehr viel über Schalke: „Ein bisschen nachtrauern darf man. Wir haben alles versucht“, sagt der Cheftrainer, „aber jetzt muss der Kopf frei sein, um für die große Aufgabe gegen eine der besten Mannschaften der Welt gewappnet zu sein. Vielleicht belohnen wir uns ja.“

Seit 2011 können die Gladbacher mit den Trainern Favre und Schubert eine beachtliche Bilanz gegen die Bayern aufweisen mit vier Siegen, drei Unentschieden und vier Niederlagen. Auch Hecking hat mit Wolfsburg und Hannover schon gegen die Bayern gewonnen. Weltmeister Christoph Kramer fällt wegen Muskelproblemen definitiv aus. Ebenso Thorgan Hazard. Lars Stindl, Fabian Johnson und Mo Dahoud sind fraglich. Auch die Bayern sind dezimiert: Vidal und Costa fehlen.

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