Sportdirektor Max Eberl (l) will Trainer Lucien Favre für die Reus-Millionen neue Spieler holen. Foto: Roland Weihrauch
Sportdirektor Max Eberl (l) will Trainer Lucien Favre für die Reus-Millionen neue Spieler holen. Foto: Roland Weihrauch

Sportdirektor Max Eberl (l) will Trainer Lucien Favre für die Reus-Millionen neue Spieler holen. Foto: Roland Weihrauch

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Sportdirektor Max Eberl (l) will Trainer Lucien Favre für die Reus-Millionen neue Spieler holen. Foto: Roland Weihrauch

Belek (dpa) - Der zukünftige Dortmunder Marco Reus verspricht noch ein halbes Jahr Vollgas für seine derzeitige Borussia - Gladbachs Sportdirektor Max Eberl will die Transfer-Millionen wieder ins Team stecken.

«Da werden wir eben, zugegeben mit viel Geld, im Sommer versuchen, Marco Reus zu ersetzen», kündigte Eberl kurz vor der Abreise der Borussia ins Trainingslager an der türkischen Riviera fast trotzig an. «So viel Geld hat Borussia noch nie bekommen. Das versuchen wir, sinnvoll einzusetzen», betonte Eberl im vereinseigenen «Fohlen-TV».

Meister BVB soll für Reus mehr als 17 Millionen Euro Ablöse überweisen. In dem 20 Jahre alten finnischen Nationalspieler Alexander Ring ist der erste Neue schon für die Rückrunde der laufenden Saison gefunden. Ring soll von HJK Helsinki ausgeliehen werden. Noch seien aber einige letzte Details zu klären, wollte die Medienabteilung der Gladbacher den Transfer allerdings vorerst nicht offiziell bestätigen.

«Ich werde hier Gas geben bis zur letzten Spielminute der Saison», versprach Jung-Nationalspieler Reus Kollegen, Fans und den Verantwortlichen in Mönchengladbach. «Wir werden alle versuchen, die bisher fantastische Saison so auch zu Ende zu spielen», schloss Eberl an. Und auch danach werde die Mannschaft nicht auseinanderbrechen, unterstrich der Sportdirektor. «Das ist im Profifußball so, dass die Großen die Kleinen fressen», kommentierte Eberl nochmals die Entscheidung von Reus, der nach der Saison zum BVB geht.

Mit einem «fast unmoralischen» Angebot habe die Borussia Reus nochmals umstimmen wollen, verriet der Sportdirektor. Jetzt werde man versuchen, «mit viel Geld den Kader weiter zu unterfüttern, zu stabilisieren und nachhaltig in Regionen zu spielen, die wir uns vorstellen». Die Hinrunde hatte Borussia überraschend als Tabellenvierter nur einen Punkt hinter dem Zweiten Dortmund beendet und damit Begehrlichkeiten geweckt beim fünfmaligen Meister.

Die Trauer über den Abschied des 22 Jahre alten Gladbacher Juwels, der aber früher oder später ohnehin gekommen wäre, ist schnell von Trotz und Betriebsamkeit abgelöst worden. «Die Welt wird sich weiterdrehen», betonte der Sportdirektor. Eberl wird wieder ein glückliches Händchen wie im Sommer 2009 benötigen, als er das damals 20-jährige Talent Reus für eine Million Euro von Rot Weiss Ahlen nach Mönchengladbach gelockt hatte.

Trainer Lucien Favre reagierte äußerlich gelassen, dennoch mit einem Schuss Ungewissheit auf die Sommer-Abgänge von Reus und dessen Mittelfeldkollegen Roman Neustädter, der bei Schalke 04 im Gespräch ist. «Was das für die mittelfristige Perspektive des Vereins bedeutet, wird die Zukunft zeigen», äußerte der Schweizer vorsichtig.

Nach der Zittersaison 2010/11 hat Favre - mit besonderem Anteil des schon zehnmaligen Saisontorschützens Reus - Gladbach überraschend in die Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga geführt. «Es wird mit Sicherheit nicht leichter werden. Wichtig ist, dass jetzt kluge Entscheidungen getroffen werden», betonte der Coach.

Die Zukunft von Borussia Mönchengladbach ist nun wieder ein Stückchen ungewisser, auch wenn der Ehrgeiz der Entscheidungsträger durch den Reus-Wechsel weiter angestachelt erscheint. «Es bringt ja nichts, jetzt zu jammern. Wir müssen weiter unseren Weg gehen und vielleicht irgendwann dahin kommen, dass wir mit Vereinen wie Borussia Dortmund oder Bayern München konkurrieren können», erklärte Eberl. Doch er schränkte auch gleich ein, «dass Borussia selbst in glorreichen Zeiten nicht in der Lage war», Spieler wie Netzer, Simonsen oder Matthäus zu halten.

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