Der VfL-Fanklub aus Berlin ist einer der ältesten überhaupt. Mitbegründer Theo Weiß war der erste Fan-Beauftragte der Liga.

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Einer der ältesten und rührigsten Fanklubs der Borussia: Die Spreeborussen ’86 aus Berlin.

Einer der ältesten und rührigsten Fanklubs der Borussia: Die Spreeborussen ’86 aus Berlin.

Tucic

Einer der ältesten und rührigsten Fanklubs der Borussia: Die Spreeborussen ’86 aus Berlin.

Berlin/Mönchengladbach. Endlich wieder ein Heimspiel für die Spreeborussen. Denn der von ihnen heiß geliebte VfL gastiert am Wochenende in Berlin. "Sonst fahren wir immer 600 Kilometer in den Borussia-Park, nun aber kommen die Fohlen zu uns", sagt Theo Weiß, Mitgründer von einem der ältesten und größten Borussia-Fanklubs, hierzulande.

Die Spreeborussen wurden 1986 in West-Berlin aus der Taufe gehoben und haben heute 50 Mitglieder. "Die meisten wohnen in Berlin, aber wir haben auch Mitglieder in England, Belgien, Österreich und der Schweiz", berichtet Weiß. Der 48-Jährige war 1989 ein Jahr lang Borussias Fanbeauftragter, der erste überhaupt in Deutschland. Zwar übernimmt er seither keine Funktion mehr im Verein, seine Liebe zur Raute indes ist ungebrochen. Der in der Nähe von Siegen geborene und 1984 nach Berlin gezogene Familienvater ist von kleinauf Gladbach-Fan.

Diese Leidenschaft färbt familienintern sogar ab. "Im Januar hat uns mein 17-jähriger Sohn begleitet, als wir dem VfL ins Trainingslager nach Marbella hinterhergereist sind", sagt Weiß. Insgesamt waren die Spreeborussen zu Siebt, mit dabei war auch Dirk Kramer (40). Der 40-jährige wurde in Linz am Rhein geboren und wohnt seit zwei Jahren in Berlin. "Als Gladbach-Fan ist man hier gut aufgehoben", findet Kramer. Immerhin gibt es mehrere Fan-Kneipen in den Bezirken Friedrichshain und Mitte.

Nach dem Treffen im Klublokal geht es ins Olympiastadion

Die Spreeborussen jedoch haben ihr eigenes Klublokal in Charlottenburg, das Spree-Eck. Dort verfolgt man wöchentlich die Spiele der Borussia auf Großbildleinwand. Jetzt, da der Tabellenelfte in Berlin gastiert, wird das Spree-Eck zu einem besonderen Ort für alle Gladbach-Fans. "Wir treffen uns mit mehreren hundert Leuten in der Kneipe und fahren gemeinsam zum Olympiastadion", sagt Kramer voller Vorfreude.

Mit dabei auf der kurzen Reise ist das Wahrzeichen der Spreeborussen - eine rot-weiße Fahne, in deren Mitte der Berliner Bär ist, ummantelt von dem Schriftzug des Fanklubs. "Überall wo wir hinfahren, ist auch die Fahne zu sehen", sagt Weiß, "das war schon in den 80-ern so."

Damals hat ihm ein Bekannter aus der Hausbesetzer-Szene eine rot-weiße Berlin-Fahne geschenkt. "Die wurde vom Rathaus Schöneberg entwendet und mir überreicht, damit wir sie für den Fanklub benutzen können", erzählt Weiß. Die Fahne hat die Fans nicht lange begleitet, denn sie wurde 1990 bei einem Freundschaftsspiel in Leipzig geklaut. Nicht mehr nehmen kann man den Spreeborussen jedoch so manche Erinnerung, etwa an Weihnachtsfeiern in ihrem Klublokal, bei denen Steve Gohouri, Moses Lamidi oder Rob Friend dabei waren.

In diesem Jahr war Michael Frontzeck vor Ort. "Ein guter Typ. Seitdem Max Eberl und er das Sagen haben, läuft es prima. Da muss man sich auch nicht fürchten, wenn man auswärts mal zurückliegt", sagt Kramer und hofft, dass die Borussia endlich mal wieder drei Punkte aus Berlin entführt. Das letzte Mal ist schließlich schon acht Jahre her.

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