Sportdirektor
Max Eberl ist mit der Entwicklung des neuen Gladbacher Teams zufrieden. Foto: Federico Gambarini

Max Eberl ist mit der Entwicklung des neuen Gladbacher Teams zufrieden. Foto: Federico Gambarini

dpa

Max Eberl ist mit der Entwicklung des neuen Gladbacher Teams zufrieden. Foto: Federico Gambarini

Mönchengladbach (dpa) - Die Mannschaft entwickeln und punktuell verstärken sowie weitere erfolgreiche Auftritte auf internationaler Bühne wünscht sich Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Eberl.

In seinem Büro im Borussia-Park hat Max Eberl den Plan vorgezeichnet: Abstieg vermeiden, sich etablieren in der Bundesliga, auf Kontinuität beim Personal setzen. «Wir befinden uns mitten auf diesem Weg. Es ist schwierig, sich zu entwickeln, aber als «Underdog» zu kommen ist immer einfacher. Jetzt ist es etwas schwieriger, weil wir viel mehr im Fokus stehen», sagte der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Nach den personellen Veränderungen im Sommer sei man dabei, den Umbruch gut hinzubekommen. Trotz der Investitionen von 30 Millionen Euro müsse man Geduld beweisen. «Dass das Zeit kostet, war uns klar. Darum finde ich es beachtlich, in welchen Regionen wir uns bewegen», betonte der frühere Profi. In den vergangenen Monaten hat der Club bereits die Weichen für die nächste Saison gestellt. Viele Verträge wurden verlängert, offen ist nur noch die Personalie Mike Hanke. «Wir werden im Sommer punktuelle Transfers machen, noch zwei, drei Stellschrauben drehen. Es wird keine großen Umwälzungen geben», meinte der Sportdirektor.

Seit fast 14 Jahren steht der 39-Jährige in Diensten der Borussia. Erst als Spieler, dann als Jugendkoordinator und seit 2008 als Sportdirektor. Sein gutes Näschen bei Transfers hat dem Club allein bei den Spielern Marko Marin und Marco Reus mehr als 20 Millionen Euro in die Kassen gespült. In Lucien Favre hat er vor zwei Jahren den Trainer gefunden, der den Club vor dem erneuten Abstieg bewahren konnte und dann in den internationalen Wettbewerb führte.

«Das waren schon extreme Situationen in beide Richtungen. Jetzt ist es nach dem vierten Platz in der vergangenen Saison natürlich schwerer zu sagen, wir wollen einen einstelligen Tabellenplatz belegen», sagte Eberl. Man erwarte immer, dass es weiter nach oben gehe. «Aber man muss auch mal konservieren, was man hat.»

Die Kritik im Laufe der Hinserie an den Neuverpflichtungen und dem Rotationsprinzip habe die Verantwortlichen im Club überrascht. «Ich habe mich geärgert, weil man die fantastische Leistung aus dem Vorjahr nicht als Maßstab nehmen darf», befand der Sportdirektor. Und die Millionen-Investitionen könne man nicht nach drei oder vier Wochen bewerten. «Das zeigt sich nach ein oder zwei Jahren».

Dennoch gab es eine kritische Phase in der Hinrunde. «Die Spieler kamen nach der Kritik ins Grübeln, dann haben wir irgendwann die Stabilität verloren. Ich dachte schon, jetzt kann es problematisch werden. Das wurde knallhart angesprochen, und dann haben wir uns zusammengerauft», sagte Eberl. Einer der Neuzugänge, Granit Xhaka, hat dann seinen Platz im Team verloren. «Er ist sehr selbstbewusst, hat es dann aber ein Stück weit überzogen. Granit macht einen Lernprozess durch, von dem wir hoffentlich kurz- oder mittelfristig profitieren.»

Das beachtliche Comeback auf der internationalen Bühne erfüllt die Verantwortlichen des Traditionsclubs mit Stolz. «Dass wir nach diesen schweren Jahren mit unseren Fans durch Europa ziehen können, ist toll», meinte Eberl. Die Spiele gegen Lazio Rom in den beiden kommenden Wochen seien eine schöne Herausforderung. «Diese beiden Spiele werden für Gladbach ein weiteres Highlight sein. Die Mannschaft ist wahnsinnig motiviert.»

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