Mönchengladbach lässt beim 2:0-Heimsieg gegen Hannover nichts anbrennen. Patrick Herrmann trifft doppelt.

Borussia Mönchengladbach - Hannover 96
Mönchengladbachs Alvaro Dominguez (r) und Joselu von Hannover liegen nach einem Zweikampf auf dem Boden während Schiedsricher Jochen Drees gestikuliert.

Mönchengladbachs Alvaro Dominguez (r) und Joselu von Hannover liegen nach einem Zweikampf auf dem Boden während Schiedsricher Jochen Drees gestikuliert.

Bernd Thissen

Mönchengladbachs Alvaro Dominguez (r) und Joselu von Hannover liegen nach einem Zweikampf auf dem Boden während Schiedsricher Jochen Drees gestikuliert.

Mönchengladbach. Er wird immer mehr ein Mann“, sagte Sportdirektor Max Eberl am Sonntag nach dem Spiel über Patrick Herrmann, was vielleicht nicht ganz so charmant war. Aber richtig ist: Der schmächtige Saarländer hat sich in seiner fünften Bundesliga-Saison noch einmal prächtig weiterentwickelt.

Allzu schwer hatte es Herrmann bei seinen beiden Treffern nicht

Der 24-Jährige spielt seine beste Saison im Trikot von Borussia Mönchengladbach, was er am Sonntag mit beiden Toren zum 2:0-Erfolg über Hannover 96 unterstrich – es waren die Saisontore sieben und acht, so viele Treffer hatte Herrmann bisher in einer Spielzeit noch nie erzielt. Auch im DFB-Pokal beim Sieg in Offenbach und in der Europa League gegen den FC Sevilla war er zuletzt erfolgreich. Nach einem holprigen Saisonstart hat sich Herrmann zum Top-Torschützen entwickelt. Und zur Nummer eins unter den offensiven Spielern auf den Flügeln, wo die Konkurrenz bei Gladbach besonders groß ist.

Allzu schwer hatte es Herrmann allerdings nicht bei seinen Toren gegen Hannover: Den Ball musste er nach den Vorlagen von Thorgan Hazard (43.) und Max Kruse (75.) nur noch über die Linie drücken, aber auch sonst war der quirlige Profi unentwegt unterwegs. Den möglichen dritten Treffer vergab er aus kurzer Distanz, 96-Torhüter Ron-Robert Zieler parierte exzellent.

Die Champions League-Teilnahme bleibt weiter greifbar

Durch den sechsten Heimsieg nacheinander festigte die Elf von Lucien Favre vor 49 134 Zuschauern ihre Position als dritte Kraft in der Fußball-Bundesliga. Vor dem Spitzen-Duell bei Bayern München am kommenden Sonntag hat sich Gladbach nun ein Punkte-Polster auf Schalke und Augsburg auf den Plätzen fünf und sechs erarbeitet, die an diesem Wochenende patzten.

Die Chance auf eine Champions- League-Teilnahme ist zweifellos gegeben. „Ich muss der Mannschaft ein großes Lob machen, denn der Druck war heute da, weil wir jetzt schwere Aufgaben vor der Brust haben. Das hat die Mannschaft gut gelöst und hochverdient gewonnen“, sagte Eberl. „Wir werden jetzt keine Kampfansage machen, aber wir wollen es den Münchnern richtig schwer machen.“

"Ich muss der Mannschaft ein Lob aussprechen. Das hat sie gut gelöst und hochverdient gewonnen.“

Max Eberl, Borussias Sportdirektor

Borussia Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre hat Spekulationen über eine Rückkehr des zurzeit formschwachen Innenverteidigers Dante von Bayern München zurückgewiesen. „Dante wird nicht zu Gladbach zurückkommen. Das ist definitiv unmöglich“, sagte der Schweizer im Interview mit der „Welt am Sonntag“. Es gehe nicht nur ums Geld. „Aber wir brauchen nicht anfangen zu träumen. Das ist nur Blabla in den Medien.“

Sehr gut Herrmann

Gut Jantschke, Stranzl, Xhaka, Kruse

Befriedigend Sommer, Dominguez, Wendt, Kramer, Hazard, Raffael

 

Befriedigend Zieler, Pereira, Briand, Kiyotake, Prib, Sané

Ausreichend Marcelo, Schulz, Albornoz, Schmiedebach

Mangelhaft Joselu

Gefrustet waren die Gäste. „Das war phasenweise zu wenig. Wir werden weiter hart arbeiten, irgendwann kommt der Erfolg wieder“, meinte Edgar Prib von Hannover 96.

Das 50. Bundesliga-Duell zwischen beiden Teams stand von Beginn an im Zeichen der Borussia, die sich allerdings gegen sehr defensiv eingestellte Niedersachsen lange Zeit schwertat. Die seit dem 16. Dezember in der Liga erfolglosen Hannoveraner stemmten sich den erwarteten Gladbacher Angriffswellen mit einer Fünfer-Abwehrkette entgegen. Erst zwei Minuten vor der Pause war der Bann schließlich gebrochen, als Patrick Herrmann eine scharfe Hereingabe von Thorgan Hazard über die Linie drückte.

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