Fussball: 8:1 – der VfL Borussia spielt mit dem Landesligisten Fichte Bielefeld Katz und Maus – aber nur eine Hälfte lang.

Egal, wer Marko Marin im Wege steht, eine Lösung findet der flinke Fummler von Borussia Mönchengladbach (fast) immer.

Egal, wer Marko Marin im Wege steht, eine Lösung findet der flinke Fummler von Borussia Mönchengladbach (fast) immer.

Bild 1 von 3

Bielefeld. "Reinkommen und treffen, das wär’s" - und so ist es auch geschehen. Sami Önen, ein 24-jähriger Maler, stand nach seiner Einwechslung plötzlich frei vor dem bis dato beschäftigungslosen Christofer Heimeroth, und erzielte - begünstigt durch die mangelnde Entschlusskraft des Gladbacher Keepers - sein Tor zum 1:8-Endstand (66.).

Der ganz private heimliche Wunsch des Fichte-Stürmers war also in Erfüllung gegangen, nicht aber der seines bemitleidenswerten Kollgen Holger Peterhanwahr. Der wollte am liebsten zu Null spielen und ein paar Unhaltbare parieren. Pustekuchen: Die Realität ist zuweilen schmerzlich.

Jetzt sind die schönen Träume auf der Bielefelder Alm erst einmal verflogen. Beim Landesligisten VfB Fichte ist die Normalität des Alltags wieder eingekehrt, nach dem "Spiel ihres Lebens" gehen die Fußballer ab heute wieder ihren Jobs nach und bereiten sich - diesmal völlig unbeobachtet - auf die nächste Pflichtaufgabe gegen TuS Tengern vor.

Nach gut sechs Minuten fällt das erste Pflichtspieltor der Saison

Noch nie in der Geschichte des DFB-Pokals hat ein Siebtligist einen Bundesligisten aus dem Rennen geworfen, und, um erst gar nicht in Verdacht zu geraten, dass Etwaiges passieren könnte, spielten die Gladbacher vom Anpfiff an frei von der Leber weg. Offensiv, zielstrebig, temporeich und stets darauf bedacht, den Spaßfußball nicht zu übertreiben, machten die torhungrigen Borussen schnell reiche Beute.

Nach sechs Minuten und 14 Sekunden erzielte der glänzend aufgelegte Marko Marin das erste Pflichtspieltor in der neuen Saison - mit einem wunderschön gezirkelten Freistoß leitete er eine furiose halbe Stunde ein. Zunächst völlig ungefährdet, von den harmlosen Bielefeldern auch nur einmal ernsthaft gefordert zu werden, lenkte der Bundesliga-Aufsteiger das Spiel schnell in die richtigen Bahnen.

Borussia: Heimeroth - Ndjeng, Brouwers, Daems (72. Callsen-Bracker), Jaurès - Svärd, Rösler - Matmour (61. Touma), Baumjohann, Marin (77. van den Bergh) - Colautti.

Tore: 0:1 Marin (7.), 0:2 Colautti (9.), 0:3 Marin (11.), 0:4 Marin (17./ Foulelfmeter), 0:5 Rösler (19.), 0:6 Colautti (24.), 0:7 Brouwers (36.), 0:8 Rösler (54.), 1:8 Önen (66.).

Zuschauer: 8100 auf der "Alm"

Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)

5:0 nach 19 Minuten, 7:0 nach 36 Minuten - insbesondere Marin, Baumjohann, Colautti und Rösler zauberten und trafen. Und über rechts bestimmte der nicht zu stoppende Karim Matmour den Rhythmus. "Wir haben hervorragend begonnen und richtig guten Fußball gespielt", sagte Cheftrainer Jos Luhakay.

Nach den ersten 45 Minuten brachen die Gladbacher ihre begeisternde Vorstellung abrupt ab. Noch ein Tor durch Rösler (54.) zum 8:0, noch zwei, drei Chancen - vorbei war der Schwung, vorbei der Spielwitz, erloschen das traumwandlerisch sichere Passspiel bei höchster Geschwindigkeit. Jos Luhukays Frust ob des "1:1" im zweiten Abschnitt hielt sich angesichts des Erreichens der zweiten Runde in Grenzen.

Ein bisschen mag ihn gewurmt haben, dass die Borussen ihren Uralt-Torrekord aus dem Pokaljahr 1977 nicht ausgelöscht haben. Damals gewannen sie in der ersten Runde beim 1. FC Viersen an der Krefelder Straße mit 8:0. Luhukay schmunzelnd: "Das hätte ich wissen sollen."

Sprach’s und sieht nun der Auslosung der zweiten Runde am kommenden Wochenende gelassen entgegen. "Ein Heimspiel wäre super, auch gegen die Bayern hätte ich nichts einzuwenden."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer