Bei den letzten Begegnungen der Borussia mit dem FC Köln wurden Busse zerstört, Bahnen beschädigt, Menschen verletzt. Sicherheitskräfte, aber auch Fanbetreuer sehen sich gefordert, Ausschreitungen am Samstag zu verhindern.

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Bei der letzten Begegnung der Borussia mit dem FC gab es vor und nach dem Spiel Ausschreitungen. Während der Partie qualmten die Rauchbomben.

Bei der letzten Begegnung der Borussia mit dem FC gab es vor und nach dem Spiel Ausschreitungen. Während der Partie qualmten die Rauchbomben.

dpa

Bei der letzten Begegnung der Borussia mit dem FC gab es vor und nach dem Spiel Ausschreitungen. Während der Partie qualmten die Rauchbomben.

Mönchengladbach. Die Post ist angekommen. Ob die Botschaft angekommen ist, muss sich noch zeigen. Hunderte als gewaltbereit eingestufte Fußballfans haben Briefe von der Polizei erhalten. Im Vorfeld des Derbys der Borussia gegen den FC Köln wurden sie informiert, wo sie sich am Tag des Spiels nicht aufhalten dürfen.

Fast genau ein Jahr ist es her, dass beim letzten im Nordpark ausgetragenen Derby des VfL gegen die Domstädter Flaschen, Steine, Rauchbomben und Knallkörper flogen. Es entwickelten sich die schlimmsten Ausschreitungen seit fast 20 Jahren in Mönchengladbach.

200 FC-Anhänger versuchten, das VfL-Fanhaus zu stürmen

Bei der von Einsatzkräften begleiteten Anfahrt von rund 800Kölnern in Shuttlebussen knallte es auf der Aachener Straße: Mönchengladbacher Hooligans schossen mit Leuchtraketen auf die Fahrzeuge. FC-Fans stürmten daraufhin aus den Bussen, einige traten sich den Weg frei, also die Scheiben heraus. 200Köln-Anhänger drängten zum nahegelegenen Borussen-Fanhaus. Sie versuchten, die Zäune aus den Verankerungen zu reißen.

Der Polizei gelang es, die Fans beider Lager räumlich voneinander zu trennen - auch während des Spiels. Elf Borussen- und FC-Anhänger wurden festgenommen.

Eine gestohlene Riesenfahne der Gladbacher Ultras, Schmierereien am VfL-Fanhaus im Nordpark und weitere Provokationen auf beiden Seiten hatten die Stimmung nach Ansicht der Polizei über Wochen angeheizt und die Lage eskalieren lassen.

Es soll einen Katalog besonderer Sicherheitsmaßnahmen geben

Die Sicherheitskräfte sehen sich angesichts des kommenden Spiels besonders gefordert. Zu Details will man derzeit aber noch nichts sagen. Fest steht: Im Vorfeld des Derbys tagt ein Runder Tisch mit Vertretern beider Vereine und Polizeibeamten - die obligatorische Sicherheitsbesprechung, wie sie vor jedem Bundesligaspiel üblich ist.

Dabei werden Vorkehrungen besprochen. Mitte der Woche soll dann für das kommende Spiel aber ein ganz besonderer Maßnahmen-Katalog bekannt gegeben werden.

Unter den Fans wird der Austausch in Internet-Foren bereits emotionaler. Verabredungen von Hooligans beider Mannschaften in der Innenstadt sollen schon stehen. Auf anderen Websites stimmen sich sowohl Borussen- als auch FC-Fans mit Videosequenzen vom Rückspiel der vergangenen Saison in Köln aufs Derby ein: Die Mitschnitte zeigen Ultras, die in der Kurve des RheinEnergie-Stadions Feuerwerkskörper zünden oder aber unweit vom Stadion Straßenbahnen mit Wurfgeschossen attackieren.

Moderate Fan-Gruppierungen wie der "Supporters Club", deren Mitglieder der Borussia auf eine friedliche Art und Weise huldigen wollen, distanzieren sich von den Randalierer.

Die Gewaltspirale müsse nach den Negativ-Schlagzeilen in der vergangenen Saison wieder zurückgeschraubt werden, forderte Matthias Neumann, Geschäftsleiter beim "Supporters Club". Man wolle deshalb in den Tagen vor dem Derby mit Mitgliedern das Gespräch suchen, um ihnen klarzumachen, dass Ausschreitungen nicht gebilligt werden.

Die "Wilde Horde", ein großer Fanclub des 1.FC Köln, ruft ihre Mitglieder zu einer Aktion auf, die ganz und gar friedlich sein sollen. Sämtliche Fans sollen in rote Oberteile schlüpfen, um im Nordpark mit einem Farbenmeer die innige Zuneigung zum FC zu demonstrieren.

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