Borussias Mittelfeld-Wirbler Marco Reus meint, der Strafstoß sei berechtigt gewesen.

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Umstritten war der Elfmeter, den David Pinola (links) gegen Marco Reus (vorne) verursacht haben soll. (DW)

Umstritten war der Elfmeter, den David Pinola (links) gegen Marco Reus (vorne) verursacht haben soll. (DW)

Dieter Wiechmann

Umstritten war der Elfmeter, den David Pinola (links) gegen Marco Reus (vorne) verursacht haben soll. (DW)

Mönchengladbach. Nach dem 1:0-Heimtriumph gegen Nürnberg hatten es die Profis der Gladbacher Borussia ziemlich eilig. „Wir hatten uns kurzfristig zu einem Mannschaftsabend verabredet“, verrät Torwart Marc-André ter Stegen, weshalb die Fohlen nach dem Duschen statt wie üblich noch im Business-Bereich des Borussia-Parks zusammenzusitzen sich lieber in einem Düsseldorfer Szene-Restaurant trafen. Bei Rinderfilet-Carpaccio oder frischen Salbei-Ravioli ließen die Höhenflieger vom Niederrhein einen erneut erfolgreichen Arbeitstag entspannt ausklingen. „Ein toller Abend, so etwas ist wichtig für den Teamgeist“, sagt Abwehrchef Dante.

Filip Daems absolvierte sein 47. Spiel in Folge für die Borussia

Dass die Borussen derzeit einen Champions-League-Platz in der Tabelle belegen, sei jedoch kein Grund, die Bodenhaftung zu verlieren. „Klar ist das schön, wir haben Spaß, der negative Druck ist weg“, sagt Dante, „aber wir müssen selbstkritisch bleiben, dürfen nicht locker lassen und müssen weiter hart arbeiten. Wir hätten es gegen Nürnberg auch besser machen können.“

Dantes Tritt auf die Euphorie-Bremse begründet sich vor allem durch die mangelhafte Chancenverwertung seiner Team-Kollegen. So vergaben Marco Reus, Juan Arango oder Raul Bobadilla beste Einschuss-Möglichkeiten. „So etwas kann auch nach hinten losgehen, und plötzlich steht man ohne Punkte da. Ich denke, Nürnberg hätte sich über ein 0:3 oder 0:4 nicht beschweren können“, betont Kapitän Filip Daems (32), der gegen den „Club“ sein 47. Pflichtspiel über die volle Distanz in Serie absolvierte.

Dass die Elf von Trainer Lucien Favre am Ende als verdienter Sieger den Platz verließ, hatte sie Daems‘ Nervenstärke und dem unwiderstehlichen Antritt von Offensiv-Wirbler Marco Reus zu verdanken. Als dieser pfeilschnell in den Strafraum zog und nach einem Kontakt mit Nürnbergs Pinola zu Fall kam, entschied Schiedsrichter Knut Kircher auf Strafstoß. Was die Gäste aus Franken nach dem Schlusspfiff immer noch nicht fassen konnten. Er sei sich keiner Schuld bewusst, beteuerte Übeltäter Pinola. Reus’ verbaler Konter: „Ich bin keiner, der versucht Elfmeter rauszuholen, aber wenn man einen Stoß bekommt, ist es bei dem Tempo schwer, auf den Beinen zu bleiben. Den kann man geben.“

Gladbachs Elfmeter-Spezialist Daems ließ sich nicht zweimal bitten und vollstreckte kaltblütig zur Entscheidung (75.). Zehn von zehn lautet seine Bilanz. „Der gegen Nürnberg war nicht so sauber geschossen wie sonst – aber drin. Nur das zählt.“ Seit Januar 2005 ist der Belgier beim VfL, somit dienstältester Profi. Eine solche Erfolgs- und Euphorie-Welle rund um Borussia wie nach das diesem goldenen September mit drei 1:0-Siegen sei jedoch auch für ihn neu. „Ich glaube, so etwas haben wir hier schon lange nicht mehr erlebt“, sagte Daems.

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