Martin Stranzl und Havard Nordtveit sollen der VfL-Abwehr mehr Stabilität verleihen. Stranzl bringt die nötige Erfahrung mit, Nordtveit großes Talent.

Gladbach - Test
Martin Stranzl soll die Abwehr stärken.

Martin Stranzl soll die Abwehr stärken.

Johannes Kruck

Martin Stranzl soll die Abwehr stärken.

Mönchengladbach. 47 Gegentore in der Hinrunde haben dazu geführt, dass Schlusslicht Borussia Mönchengladbach landauf, landab als „Schießbude der Liga“ verspottet wird. „Wir haben sehr viele Gegentreffer kassiert. Das war der maßgebliche Grund, wieso wir die Vielzahl an Spielen verloren haben“, redet Max Eberl in diesen Tagen auch gar nicht erst um den heißen Brei herum.

Der Sportdirektor hat in der Winterpause reagiert und in Havard Nordtveit und Martin Stranzl zwei Defensiv-Spezialisten zum VfL geholt. Auch, weil Dante und Roel Brouwers immer wieder verletzt fehlten und Profis wie Bamba Anderson oder Kapitän Filip Daems den Ausfall der beiden nicht auffangen konnten.

Vor allem von Stranzl – kam für rund eine Million Euro Ablöse aus Moskau – versprechen sich die Borussen-Bosse als Führungsspieler in der Rückrunde einiges. Zumal Brouwers (Meniskus-OP) und Dante (Aufbautraining nach Innenbandanriss im Knie) im Existenzkampf weiterhin nicht helfen können. „Martin ist ein erfahrener Innenverteidiger, der unter anderem sieben Jahre in der Bundesliga seinen Mann gestanden hat“, sagt Eberl.

Stranzl spielte von 1999 bis 2006 für 1860 München und den VfB Stuttgart (140 Bundesligaspiele). Im März 2006 wechselte er dann zum russischen Erstligisten Spartak Moskau. In Österreichs Nationalmannschaft kam der 30 Jahre alte Innenverteidiger in 56 Länderspielen zum Einsatz.

Und was die Mission Klassenerhalt anbelangt, ist Stranzl ziemlich zuversichtlich: „Ich wäre wohl kaum nach Gladbach gewechselt, wenn ich von der Qualität der Mannschaft nicht überzeugt wäre. Das Team ist intakt und die Stimmung gut.“ Stranzl hat Champions-League-Erfahrung und gilt als zielstrebiger, kompromissloser Innenverteidiger.

Der 20-jährige Nordtveit hat bei weitem noch nicht so viele Spiele auf dem Buckel wie Stranzl, dennoch setzt Borussias Sportdirektor große Stück auf ihn. „Havard ist in der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld einsetzbar, er kennt die Bundesliga und wird uns in der Defensive verstärken“, behauptet Eberl. Nordtveit wechselte 2007 zu Arsenal London, konnte sich dort aber nicht durchsetzen, weshalb Trainer Arsene Wenger ihn ablösefrei zur Borussia ziehen ließ.

In der Saison 2009/10 war er an den 1. FC Nürnberg ausgeliehen, konnte dort aber in 19 Liga-Spielen nicht wirklich überzeugen. Der Norweger gilt in seiner Heimat als eines der größten Abwehrtalente, er kann im defensiven Mittelfeld sowie als Innen- oder Rechtsverteidiger auflaufen.

Gut möglich, dass Nordtveit und Stranzl morgen beim Rückrundenauftakt in Nürnberg Borussias Innenverteidiger-Duo bilden. „Die Abstimmung zwischen Havard und mir hat im Testspiel gegen Wolfsburg in Spanien schon ganz gut geklappt, auch wenn es natürlich noch nicht perfekt war“, sagt Stranzl.

Kollege Nordtveit ist auf jeden Fall heiß darauf, endlich durchzustarten und das Image des ewigen Talents loszuwerden. „Borussia zählt zu den größten Klubs in der Bundesliga. Ich werde alles geben, um eine Chance in der Mannschaft zu bekommen.“

Und die dürfte Trainer Michael Frontzeck ihm im Frankenland nun geben. „Ich bin ein Typ, der niemals aufgibt“, verspricht Nordtveit, „eigentlich zähle ich zu den ruhigen Jungs - nur nicht auf dem Platz. Da gebe ich alles für den Erfolg.“

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