Stimmungsretter
Mit seinem Tor erlöst Luuk de Jong die Gladbacher. Foto: Roland Weihrauch

Mit seinem Tor erlöst Luuk de Jong die Gladbacher. Foto: Roland Weihrauch

dpa

Mit seinem Tor erlöst Luuk de Jong die Gladbacher. Foto: Roland Weihrauch

Mönchengladbach (dpa) - Nach qualvollen 73 Minuten verstummten die Pfiffe. Viele der über 50 000 Fans von Borussia Mönchengladbach waren fast empört über die schwache Vorstellung ihrer Mannschaft, als Luuk de Jong endlich der langerwartete Siegtreffer gelang.

«Bei einer Niederlage wäre hier heute die Hölle los gewesen», beschrieb Rechtsverteidiger Tony Jantschke die aufgeladene Stimmung im Borussia-Park. Zu groß war die Sorge der Anhänger, dass ihr Team im Kampf um die Europapokal-Tickets mit einem Patzer gegen den Tabellenletzten Greuther Fürth vorzeitig aus dem Rennen fällt. «Wir nehmen den dreckigen Sieg mit», meinte Jantschke nach dem 1:0 (0:0) gegen die Franken.

Zuvor hatte sich Gladbachs Linksverteidiger Oscar Wendt mit dem eigenen Publikum angelegt. Der Schwede wurde daraufhin bei jeder Ballberührung ausgepfiffen - im eigenen Stadion! «Die Zuschauer auf meiner Seite haben früh gegen die Mannschaft gepfiffen. Da habe ich mit einer abfälligen Geste reagiert, das war ein Fehler», erklärte Wendt nach dem Spiel. Auch Trainer Lucien Favre gefiel die Reaktion seines Spielers nicht. «Das musste er nicht machen», sagte Gladbachs Coach. Allerdings sei das nicht das erste Mal gewesen, dass ein kleiner Teil des Publikums pfeift, meinte Favre. Wendt entschuldigte sich jedenfalls nach der Partie vor der Tribüne bei den Zuschauern und versicherte, dass es ihm wirklich leidtue.

Im Saisonendspurt wächst aber auch intern die Kritik an der Mannschaft, die mit schwankenden Leistungen eine bessere Position verspielte. Unter der Woche hatte Favre barsch auf Äußerungen von Vizepräsident Rainer Bonhof reagiert. Der Weltmeister von 1974 hatte in einem Interview mit dem Vereinsportal «borussia.de» einen mutigeren Auftritt der Mannschaft gefordert. Er habe keine Probleme mit dem Vorstand, erklärte Favre am Samstag. Der Trainer betonte auch, dass ihm gefallen habe, wie ruhig seine Mannschaft gespielt habe und nicht «Harakiri». Mit dem bisherigen Abschneiden in der Liga könne man zufrieden sein. «41 Punkte nach 28 Spieltagen sind gut».

Bedanken können sich die Gladbacher bei 12-Millionen-Stürmer de Jong, der bei drei Erfolgen aus den vergangenen fünf Spielen jeweils den 1:0-Siegtreffer erzielte und bei Torhüter Marc-Andre ter Stegen, der einige Male einen Rückstand verhinderte. Die Vorarbeit zum umjubelten Siegtor leistete übrigens Linksverteidiger Wendt. «Da hat er nach den Pfiffen eine prima Reaktion gezeigt», meinte Mitspieler Jantschke. Damit bleiben die seit acht Heimspielen unbesiegten Borussen aller Kritik zum Trotz weiterhin am oberen Tabellendrittel dran. «Das wird noch sehr spannend», sagte Favre.

Die bereits abgeschlagenen Fürther verpassten auch im dritten Spiel unter dem neuen Coach Frank Kramer einen Sieg, zeigten aber auch schon wie zuletzt eine ansprechende Leistung. Erst nachdem ausgerechnet der von Borussia verliehene Matthias Zimmermann die Gelb-Rote Karte sah, fiel der Siegtreffer. «Wir haben die Gladbacher fast so weit gehabt, aber leider nicht zugebissen», meinte der Fürther Trainer.

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