Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach trennen sich 1:1 (1:0).

Torwart Logan Bailly pariert gegen Werder Bremen.
Torwart Logan Bailly pariert gegen Werder Bremen.

Torwart Logan Bailly pariert gegen Werder Bremen.

Torwart Logan Bailly pariert gegen Werder Bremen.

Bremen. Bundesligist-Schlusslicht Borussia Mönchengladbach darf weiterhin auf ein Happy-End im Kampf gegen den Abstieg träumen. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre erkämpfte am Samstagabend bei Werder Bremen ein 1:1 (0:1)-Unentschieden und hat somit den Relegationsplatz sowie das rettende Ufer weiterhin in Sichtweite. Die Gladbacher profitierten allerdings davon, dass Bremen nach der Führung durch Sandro Wagner (39.) eine Vielzahl guter Torchancen nicht nutzen konnte, um den Abstiegs-Gipfel im Weserstadion vorzeitig zu entscheiden.

In der Nachspielzeit gelang Borussias Abwehrchef Dante per Kopf der am Ende schmeichelhafte Ausgleich. Bereits am Freitag hat die Elf vom Niederrhein einen weiteren direkten Konkurrenten im Existenzkampf vor der Brust: Dann ist der 1. FC Kaiserslautern im Borussia-Park zu Gast.

Der Spieler des Spiels: Aus Gladbacher Sicht hat sich diese Auszeichnung VfL-Keeper Logan Bailly verdient. Der Belgier hielt die Borussia mit seinen starken Paraden im Spiel und hat einen großen Anteil am Punktgewinn im Weserstadion. „Er hat es wirklich gut gemacht, in solch einer Phase brauchst du auch mal einen Torhüter, der dir die Dinger rausholt“, lobte Martin Stranzl seinen Team-Kollegen. Bailly, der bei Borussia noch vor einigen Wochen aussortiert und auf die Tribüne verbannt worden war, blüht unter dem neuen Trainer Lucien Favre sichtlich auf und lieferte in Bremen seine beste Saisonleistung ab.

Der Moment des Spiels: Lucien Favre sprang an der Seitenlinie vor Freude mehrfach hoch in die Luft, reckte die Arme jubelnd in den Bremer Abendhimmel, derweil feierten die rund 5000 mitgereisten VfL-Fans auf der Tribüne Borussias Last-Minute-Ausgleich. In der 2. Minute der Nachspielzeit hatte Juan Arango per Freistoß den Ball genau auf Dante gezirkelt, der per Kopf zum 1:1 einnickte. Mit viel Wille und einer gehörigen Portion Dusel hatten die Fohlen die Partie noch gedreht. „Ein wichtiger Punkt, vor allem für die Moral“, sagte VfL-Coach Favre.

Der Aufreger des Spiels: Sky-Experte Matthias Sammer brachte in seiner Halbzeit-Analyse noch einmal das auf den Punkt, was zuvor bereits zahlreiche Borussen-Fans in Aufregung versetzt hatte: „Aus meiner Sicht hätte Manuel Gräfe die Aktion vor der Bremer Führung, als Frings Gladbachs Daems foult, pfeifen müssen. Das war kein normaler Zweikampf“, so Sammer. In der Tat war Frings‘ Einsatz grenzwertig, Daems verlor dadurch den Ball, den sich schließlich Claudio Pizarro schnappte. Der überragende Bremer Pizarro setzte sich gegen Marx durch und legte Wagner mustergültig zur Führung auf.

Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Prödl, Silvestre - Frings - Bargfrede, Borowski (71. Wesley) - Trinks (58. Marin) - Pizarro, Wagner (58. Arnautovic)

Borussia: Bailly - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems – Fink (78. Herrmann), Marx (46. Nordtveit) – Reus, Neustädter, Arango – Idrissou (64. Hanke)

Tore: 1:0 Wagner (39.), 1:1 Dante (90.+2)

Gelbe Karten: Prödl, Bargfrede, Marin / -

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)

Zuschauer: 40.500 (ausverkauft)

Chronik des Spiels: Die Partie begann mit einer Schweigeminute für die Erdbeben- und Tsunami-Opfer in Japan. Im Anschluss spielten die Hausherren wie aufgedreht, setzten Gladbach unter Dauer-Druck und schnürten die Borussen in der eigenen Hälfte ein. Der Führungstreffer schien angesichts der Bremer Überlegenheit nur eine Frage der Zeit zu sein. Es war vor allem Torhüter Logan Bailly zu verdanken, dass die Fohlen nicht schon gleich in der Anfangsphase einem Rückstand hinterher laufen mussten. Der Belgier lenkte bereits in der 3. Minute einen Kopfball von Wagner nach einer Flanke von Mikael Silvestre mit einem Blitzreflex an den Pfosten. Kurz darauf schoss Tim Borowski (14.) aus 16 Metern über das Tor.

In der 34. Minute war dann erneut Bailly gegen Florian Trinks zur Stelle. Gegen den perfekten Kopfball von Wagner (39.) zum 1:0 nach Flanke von Pizarro war dann aber auch der starke Bailly chancenlos. Bereits vor der Pause hätte Bremen alles klar machen können. Borowski traf jedoch nur die Unterkante der Latte, der Ball prallte vor der Torlinie auf. In Durchgang zwei ließen es die Bremer zunächst etwas ruhiger angehen, die Borussia kam dadurch etwas besser ins Spiel. Die erste Gladbacher Torchance gab es aber erst in der 62. Minute: Roman Neustädter verzog jedoch kläglich. Auf der anderen Seite parierte Bailly glänzend gegen Marko Marin (79.).

In der Schlussphase warfen die Borussen dann noch einmal alles nach vorne, Werder-Keeper Tim Wiese hielt mit einer tollen Parade gegen Marco Reus (86.) die drei Punkte noch fest. Kurz darauf vergab Stranzl frei vor Wiese, im Gegenzug traf Bremens Arnautovic (89.) den Außenpfosten. Das sollte sich rächen: In der Nachspielzeit köpfte Borussias Abwehrchef Dante nach einem Freistoß von Arango zum glücklichen 1:1-Ausgleich ein.

 

Das sagen die Trainer:

Lucien Favre (Trainer Borussia Mönchengladbach): Das 1:1 ist vor allem sehr gut für unsere Köpfe, denn unsere Konkurrenten im Abstiegskampf haben auch gepunktet, daher war es wichtig, dass auch wir etwas aus Bremen mitnehmen. Wir hatten in der ersten Hälfte Angst, nach vorne zu spielen und den Ball zirkulieren zu lassen. Wir hätten uns nicht beschweren können, wenn wir zur Pause mit 0:2 oder sogar 0:3 zurück gelegen hätten. Im zweiten Durchgang haben wir es besser gemacht, sind ruhig geblieben und haben uns drei, vier klare Torchancen heraus gespielt. Wenn man so spät zum Ausgleich kommt, ist es natürlich etwas glücklich, aber die Mannschaft hat erneut Charakter gezeigt, denn es war nicht einfach, diesen Punkt in Bremen zu holen.

Thomas Schaaf (Trainer Werder Bremen): Es fühlt sich so an, als ob man uns etwas weg genommen hat, was uns schon gehört hat. Wir waren über weite Strecken des Spiels dominant und haben nach hinten so gut wie nichts weggegeben. Allerdings haben wir es vergessen, den Sack zuzumachen. Leider befinden wir uns im Moment in einer Situation, in der wir nicht so ruhig spielen, deswegen haben wir das zweite Tor nicht gemacht, was sicherlich die Entscheidung bedeutet hätte. Wir sind am Ende ein viel zu hohes Risiko eingegangen und haben dadurch zu schnell den Ball verloren. Gladbach hatte am Ende nichts mehr zu verlieren, hat alles nach vorne geworfen und ist dann doch noch irgendwie zum Ausgleich gekommen.

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