Die Elf von Trainer Michael Frontzeck verkürzt durch ein 1:0 gegen den 1. FC Nürnberg den Abstand zum rettenden Ufer auf fünf Punkte.

Borussia Mönchengladbach
Der Nürnberger Torwart Raphael Schäfer (o. r.) boxt den Ball vom Tor weg. Das Spiel endete 0:1.

Der Nürnberger Torwart Raphael Schäfer (o. r.) boxt den Ball vom Tor weg. Das Spiel endete 0:1.

dpa

Der Nürnberger Torwart Raphael Schäfer (o. r.) boxt den Ball vom Tor weg. Das Spiel endete 0:1.

Nürnberg. Tabellen-Schlusslicht Borussia Mönchengladbach ist mit einem Erfolgserlebnis in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga gestartet. Die Elf von Trainer Michael Frontzeck setzte sich am Samstag beim 1. FC Nürnberg mit 1:0 (1:0) durch und hat den Abstand zum rettenden Ufer auf fünf Punkte verkürzen können. Nach zuletzt sechs Pflichtspiel-Pleiten in Serie war es für die Borussia der erste Sieg seit dem 13. November und erst der dritte „Dreier“ in dieser Spielzeit überhaupt.

Der Spieler des Spiels

Überraschend rückte Roman Neustädter für US-Nationalspieler und WM-Teilnehmer Michael Bradley in Borussias Startformation. Und der 22-Jährige zahlte das Vertrauen von Trainer Michael Frontzeck schon nach acht Minuten mit seinem toll herausgespielten Treffer zum 1:0 zurück. „Ich freue mich unheimlich über diesen Erfolg. Ich habe zum ersten Mal in einem Auswärtsspiel in der Startelf gestanden und gleich getroffen – ein tolles Gefühl“, sagte Neustädter nach dem Schlusspfiff.

Der Moment des Spiels

In der 86. Minute hielten die über 37.000 Zuschauer in der WM-Arena den Atem an. Schiedsrichter Babak Rafati hatte nach einem Foul von VfL-Verteidiger Tobias Levels an Nürnbergs Schieber auf Strafstoß entschieden. Javier Pinola schnappte sich selbstsicher die Kugel und trat vom Elfmeter-Punkt zum Duell mit Borussias Keeper Christofer Heimeroth an. Pinola hatte die linke Ecke angepeilt – und Heimeroth den Braten gerochen. Mit einem tollen Satz parierte der Gladbacher Schlussmann den Schuss des Argentiniers.

Der Aufreger des Spiels

„Schieber, Schieber, Schieber“, skandierten die Nürnberger Fans nach gut einer halben Stunde. Da hatte sich Borussias neuer Abwehrchef Martin Stranzl im eigenen Strafraum Nürnbergs Philipp Wollscheid im Zweikampf geschnappt, ihn am Trikot und zu Boden gerissen – ein klarer Strafstoß. Doch der Pfiff des Unparteiischen blieb aus und der Nürnberger Anhang schäumte vor Wut.

Chronik des Spiels

Die Borussia erwischte in der Nünrberger WM-Arena einen Start nach Maß. Nach feinem Pass von Marco Reus auf Neuzugang Mike Hanke, der Roman Neustädter per Flanke bediente und dieser mit einer tollen Direktabnahme bereits in der 8. Minute zum 1:0-Endstand vollendete. Es war zugleich Neustädters erstes Bundesliga-Tor überhaupt. Der frühe Treffer gab den „Fohlen“ Sicherheit und Auftrieb. Bereits zwei Minuten später hatte Marco Reus das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte aber an Club-Torwart Raphael Schäfer.

Nürnberg: Schäfer – Judt (78. Okotie), Wollscheid, Wolf, Pinola – Cohen (46. Eigler), Simons - Hegeler, Mak (60. Mendler), Ekici – Schieber.

Borussia: Heimeroth – Levels, Stranzl, Nordtveit, Daems – Marx (81. Jantschke), Neustädter – Reus (90. Anderson), Idrissou – de Camargo – Hanke (71. Bradley)

Tore: 0:1 Neustädter (8.)

Gelbe Karten: Wollscheid / Stranzl, Levels, Reus

Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)

Zuschauer: 37.464

Michael Frontzeck (Trainer Borussia Mönchengladbach):

Die Mannschaft hat es in der Vorbereitung geschafft, mit einem guten Gefühl nach Nürnberg zu fahren. Bis zur 70. Minute hat mir das Spiel sehr gefallen. Da hatten wir auch die eine oder andere Chance, um erhöhen zu können. In der Schlussphase haben wir dann nicht mehr für die nötige Entlastung gesorgt und sind unter Druck geraten. Da hat Nürnberg stark gespielt, viele lange Bälle nach vorne gebracht und unheimlichen Druck aufgebaut. Aber am Ende hat es zum Glück zum Sieg gereicht. Nach dieser langen Zeit tut er natürlich gut, mal wieder drei Punkte zu holen, und auf die Leistung können wir insgesamt aufbauen.

Dieter Hecking (Trainer 1. FC Nürnberg):

Mit der ersten Halbzeit kann ich nicht zufrieden sein, weil wir nicht die spielerische Leistung gezeigt haben, die wir zeigen wollten. In der zweiten Halbzeit konnten wir Druck entwickeln, haben aber bei den Chancen nicht die Konsequenz gehabt, das Tor zu machen. Im Pokal gegen Offenbach erwartet uns ein ähnliches Spiel. Dort gilt es gegen einen tief stehenden und kampfstarken Gegner die Runde zu überstehen.

Christofer Heimeroth: Zunächst kaum beschäftigt, pariert dann den Strafstoß von Pinola und hält die drei Punkte fest, Note: 2

Tobias Levels: Der Terrier hat auf rechts große Probleme mit Pinola, verursacht im Zweikampf mit Schieber einen Elfmeter,  Note: 5

Martin Stranzl: Strahlt Ruhe aus, gibt lautstark Kommandos, übernimmt den Part des Abwehrchefs, Note:  3-
Havard Nordtveit: Bei seinem Debüt für die Borussia mit einer ordentlichen Vorstellung. Hinten sicher, gut in der Spieleröffnung, Note: 3+

Filip Daems: Macht hinten dicht, nach vorne geht beim Kapitän jedoch kaum etwas, Note: 4

Roman Neustädter: Verdrängt Bradley aus der Startelf, spielt gut und schießt den Siegtreffer, wird als Matchwinner gefeiert,  Note: 2-  

Thorben Marx: Solider Part als “Staubsauger” vor der Abwehr, für die Offensive kommen kaum Impulse,  Note: 4

Marco Reus: Auffälligster Borusse, kaum zu stoppen, leitet fast alle gefährlichen Szenen ein,  Note: 2-

Mohamadou Idrissou:  Kniet sich in die Partie rein, rennt und ackert, hat Arango erst einmal verdrängt, Note: 3-

Igor de Camargo: Kaum zu sehen, kann sich im Sturmzentrum keine Chance erarbeiten,  Note:  5

Mike Hanke: Legt Neustädter zur Führung auf, sorgt für einige Unruhe im Nürnberger Strafraum, Note: 3-

Die Hausherren taten sich sichtlich schwer im ersten Durchgang und fanden kaum ins Spiel. Es fehlten sichtlich die Ideen des verletzten Ilkay Gündogan. In Durchgang zwei verlagerte sich das Geschehen dennoch mehr und mehr in die Gladbacher Hälfte. Nürnberg machte Druck, der VfL zog sich zurück und lauerte auf Konter. Trotz der Überlegenheit schaffte es der „Club“ aber nur selten, gegen die dicht gestaffelte Gladbacher Abwehr klare Chancen herauszuspielen.

Die besten Möglichkeiten vor Pinolas Fehlschuss vom Elfmeter-Punkt vergaben Andreas Wolf (51.) per Kopf und Schieber, der in der 72. Minute in Heimeroth ebenfalls seinen Meister fand. Zudem hatte Gladbach Glück, als Heimeroth einen Ball fallen ließ, den Markus Mendler ins leere Tor schob, Schiedsrichter Babak Rafati aber auf Foul am Gladbacher Keeper entschied. Gladbachs Schlussmann Christofer Heimeroth war neben Neustädter der gefeierte Held, weil er vier Minuten vor Spielende einen umstrittenen Foulelfmeter von David Pinola hielt. Wichtig für Gladbach war neben den drei Punkten auch, dass die „Schießbude der Liga“ nach 47 Gegentreffern in der Hinrunde diesmal nichts anbrennen ließ.

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