Borussia Mönchengladbach - FC Bayern München
Der Gladbacher Juan Arango (l) und der Münchner David Alaba versuchen den Ball zu spielen.

Der Gladbacher Juan Arango (l) und der Münchner David Alaba versuchen den Ball zu spielen.

Federico Gambarini

Der Gladbacher Juan Arango (l) und der Münchner David Alaba versuchen den Ball zu spielen.

Mönchengladbach. Mit einer Gala-Vorstellung hat Borussia Mönchengladbach die Rückrunde der Fußball-Bundesliga eröffnet. Die Fohlen-Elf düpierte im Klassiker Herbstmeister Bayern München mit 3:1 (2:0). Neben Gladbachs Nationalspieler Marco Reus, der einen bösen Patzer von Bayern-Torhüter Manuel Neuer zum frühen 1:0 nutzte, war der zweifache Torschütze Patrick Herrmann der überragende Akteur auf dem Platz. 36 Zähler haben die Gladbacher nunmehr auf dem Konto und zählen weiterhin zu den Top-Teams der Liga.

Der Spieler des Spiels: Bundestrainer Joachim Löw bekam nicht nur die bärenstarken Borussen-Jungstars Marc-André ter Stegen sowie Marco Reus zu sehen. Mit einem Doppelpack wusste auch der wieselflinke Flügelflitzer Patrick Herrmann zu überzeugen. Der 20-Jährige wirbelte gegen die Bayern gehörig, erwies sich als ausgebuffter Vollstrecker, arbeitete zudem wiederholt geschickt in der Defensive. Jedoch kein Grund für Matchwinner Herrmann, abzuheben: „Es macht Spaß gegen solche Mannschaften wie die Bayern zu spielen. Meine Leistung ist nicht so wichtig, entscheidend ist, dass wir gewonnen haben.“

Der Moment des Spiels: Keine Pfiffe wegen seines Abgangs im Sommer zum BVB, stattdessen tosender Applaus, als Marco Reus kurz vor dem Abpfiff den Platz verlässt. „Danke, Marco“ – die Fans in der Nordkurve feierten den 22-Jährigen, der mit seinem Schlitzohr-Treffer die Gladbacher Gala gegen die Bayern eingeleitet hatte. Reus sagte später: „Wir sind natürlich froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Wir wussten, dass es ein verdammt schweres Spiel wird und wir vor allem über Konter kommen müssen. Das haben wir dreimal überragend gemacht. Ich habe mich genau so auf das Spiel fokussiert wie immer und konzentriere mich weiter auf die Rückrunde mit Borussia.“

Der Aufreger des Spiels: Arjen Robben wollte es nicht glauben. „Schiri, das ist doch Foul gewesen“, deutete der Bayern-Star dem Unparteiischen Thorsten Kinhöfer an. Doch der hatte in der 41. Minute genau hingeschaut, kein Foulspiel von Daems und Arango gegen Robben erkannt und die Partie weiterlaufen lassen. Arango bediente Hanke, der mustergültig Herrmann den Ball zum 2:0 auflegte.

Chronik des Spiels: Von Beginn an herrschte im mit 54047 Zuschauern ausverkauften Borussia-Park eine tolle Atmosphäre. Beide Mannschaften tasteten sich in den ersten Minuten ab, zeigten gefällige Kombinationen, Torchancen gab es jedoch kaum. Bis zum Blackout von Nationaltorhüter Manuel Neuer. Bayerns Nummer eins wollte einen Rückpass wieder schnell zurück ins Spiel bringen, doch Neuer traf den Ball nicht richtig und schlug ihn genau in den Lauf von Marco Reus. Borussias Offensiv-Wirbler nahm das Geschenk dankend an und schoss den Ball aus rund 30 Metern gekonnt zum 1:0 (11.) ins Tor. Das alles unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw. Nach der Führung spielten die Fohlen wie befreit auf. In der Defensive standen die Gastgeber trotz der Gelbsperre von Dante bombensicher, setzten Bayern mit tollen Kontern immer wieder unter Druck. Zwar hatte die Münchner mehr Ballbesitz, im Angriff fehlte jedoch die Durchschlagskraft. Superstar Arjen Robben wurde durch Daems und Arango abgeschirmt, wenn er über rechts seine Tempoverstöße versuchte. Durch einen Kopfball von Mario Gomez (14.) und einem Distanzschuss von Toni Kroos (40.), den Marc-Andre ter Stegen großartig parierte, hatte der Rekordmeister seine besten Torchancen in der ersten Halbzeit. Das Münchner Star-Ensemble wirkte zeitweise ratlos, die Fohlen blieben ruhig und warteten auf Fehler des Gegners. So wie in der 41. Minute, als Robben ein Duell gegen Filip Daems verlor. Juan Arango spielte schnell weiter zu Mike Hanke, der per Traum-Pass Patrick Herrmann bediente. Der behielt die Nerven und traf aus zehn Metern zum 2:0. Nur wenige Augenblicke später hätte Hanke per Schuss aus 18 Metern beinahe den dritten Gladbacher Treffer markiert. Der gelang dem VfL Borussia nach einem Konter in der 71. Minute: Arango schickte mit einem feinen Pass Reus auf die Reise, der dribbelte mit dem Ball in der Bayern-Hälfte und bediente schließlich gekonnt U21-Nationalstürmer Herrmann, der Neuer ausspielte und ganz ruhig zum 3:0 einschob. Der Borussia-Park bebte. Fünf Minuten später traf Bayerns Bastian Schweinsteiger zwar zum 3:1, doch Gladbach ließ nichts mehr zu und feierte am Ende einen hochverdienten Heimerfolg.

Borussia Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke, Brouwers, Stranzl, Daems – Neustädter, Nordtveit – Herrmann (89. Marx), Arango – Hanke (81. de Camargo), Reus (90. Leckie).

Bayern München: Neuer – Boateng (66. Rafinha), van Buyten (76. Luiz Gustavo), Badstuber, Lahm – Schweinsteiger, Tymoshchuk (57. Alaba) – Robben, Müller, Kroos – Gomez.

Tore: 1:0 Reus (11.), 2:0 Herrmann (41.), 3:0 Herrmann (71.), 3:1 Schweinsteiger (76.)

Gelbe Karten: Arango / -

Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer

Zuschauer: 54047 (ausverkauft)

Das sagen die Trainer:

Lucien Favre (Trainer Borussia Mönchengladbach): Wir haben 3:1 gewonnen, weil wir sehr gut verteidigt und gekontert haben. In der Defensive haben wir fast keine Lücken gelassen. Es war sehr, sehr schwierig für die Bayern, gegen uns zu spielen und Torchancen herauszuarbeiten. In der ersten Hälfte hatten sie einen Kopfball von Mario Gomez, den Marc-André ter Stegen klasse pariert hat. Vor dem 3:0 hatten wir Möglichkeiten, aber diese Angriffe haben wir zum Teil nicht so gut ausgespielt. Da hatten wir zu viele unnötige Ballverluste, aber insgesamt war es defensiv ein sehr gutes Spiel von uns.

Jupp Heynckes (Trainer Bayern München): Ich muss den Borussen ein großes Kompliment machen, sie haben es ganz hervorragend gemacht. Sie haben sehr organisiert verteidigt und ihre Konter gut ausgespielt. Unser früher Fehler hat ihnen natürlich in die Karten gespielt, der Knackpunkt aber aus meiner Sicht das 0:2 nach einem Ballverlust. Bei diesem Spielstand ist es gegen eine so gut strukturierte Mannschaft schwer, zumal wir auch das nötige Durchsetzungsvermögen haben vermissen lassen.

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