Mit einer wenig couragierten Leistung fügt sich die Borussia in München in ihr Schicksal und verliert 1:2.

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Tobias Levels (l.) behauptet den Ball gegen Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm. Das gelang den Gladbachern in München allerdings viel zu selten.

Tobias Levels (l.) behauptet den Ball gegen Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm. Das gelang den Gladbachern in München allerdings viel zu selten.

Dieter Wiechmann

Tobias Levels (l.) behauptet den Ball gegen Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm. Das gelang den Gladbachern in München allerdings viel zu selten.

München. Der FC Bayern ist Rekordmeister, Vorzeigeklub, das Nonplusultra in der Fußball-Bundesliga eben. Nur wenige Mannschaften in Deutschland dürfen mit berechtigten Hoffnungen auf ein Erfolgserlebnis die Dienstreise gen Münchner Allianz-Arena antreten.

Auch die Gladbacher Borussia hat sich fast ausschließlich eine "Watschn" bei den Bayern abgeholt, weshalb die jüngste 1:2-Pleite (31. Niederlage im 41. Anlauf) an der Isar sowie devot klingende Erklärungsversuche aus dem Gladbacher Lager niemanden ernsthaft verwundert haben dürften.

"Wir haben das Gesicht gewahrt", lautete das Fazit von Borussias Trainer Hans Meyer. "Die Bayern sind auf allen Positionen fußballerisch besser besetzt. Ich war über lange Zeit sehr zufrieden mit meiner Mannschaft, ich war aber nicht zufrieden mit den Fehlern bei den Gegentoren", sagte Meyer, der mit Karim Matmour zunächst nur für einen Offensivspieler Platz in seinem Konzept hatte.

"Wir haben das geleistet, was wir momentan können."

Max Eberl, Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach

"Dass Gladbach in Bayern verliert ist normal. Man kann in München auch untergehen und richtig auf die Fresse kriegen. Das wäre für die letzten vier Spiele und unser Selbstvertrauen eine Katastrophe gewesen. Wir haben das geleistet, was wir momentan können", antwortete Borussias Sportdirektor Max Eberl auf die Frage, ob sich die Borussia nicht zu mutlos, zu defensiv, zu passiv gegen alles andere als selbstbewusste Bayern präsentiert hatte.

8000 Gladbach-Fans ärgern sich über die Mauer-Taktik

Den rund 8000 VfL-Anhängern unter den 69000 Zuschauern in der ausverkauften Arena schmeckte Borussias Mauer-Taktik auf jeden Fall nicht: "Wir wollen einen Stürmer sehen", so die lautstarke Ansage zu Beginn von Durchgang zwei.

Darauf angesprochen, sagte Eberl im Gespräch mit unserer Zeitung: "Und was hätten die Fans gerufen, wenn es zu diesem Zeitpunkt bereits 4:0 für Bayern gestanden hätte?" Es gelte nun, in den restlichen vier Spielen die erforderlichen Punkte zu holen.

Ein wenig Verständnis für den Unmut der Borussen-Fans, die - den drohenden Abstieg vor Augen - auf das "Wunder von München" gehofft hatten, zeigte VfL-Kapitän Filip Daems: "Nach vorne war das viel zu wenig. Wir haben es nicht geschafft, den Ball in unseren Reihen zu halten."

Richtig angefressen wirkte Chefabräumer Michael Bradley: "Wir können noch viel darüber reden, ob wir uns gut oder schlecht verkauft haben. Wir brauchen Punkte. Ich bin enttäuscht, wir stehen erneut mir leeren Händen da und die Spiele werden immer weniger." Die Borussia hat nun am Sonntag im eigenen Stadion den FC Schalke vor der Brust, danach geht es nach Cottbus. "Jetzt kommen die entscheidenden Wochen", sagt Oliver Neuville.

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