Patrick Herrmann
Patrick Herrmann scheint bei der Fohlenelf keine Perspektive mehr zu haben.

Patrick Herrmann scheint bei der Fohlenelf keine Perspektive mehr zu haben.

dpa

Patrick Herrmann scheint bei der Fohlenelf keine Perspektive mehr zu haben.

Rottach-Egern. Es hat gepoltert in der Kabine von Borussia Mönchengladbach. Trainer Dieter Hecking machte seiner Mannschaft eine klare Ansage. "Diese selbstgefällige Art ist nicht akzeptabel gewesen. So eine Einstellung werde ich in Zukunft nicht mehr tolerieren", sagte der 53-Jährige. Jetzt müssen die Anhänger der "Fohlenelf" allerdings nicht besorgt sein, dass die Vorbereitung der Borussia einem Pulverfass gleicht. Die beschriebene Szenerie begab sich nach dem letzten Spiel der vergangenen Saison. Hecking verriet im Trainingslager am Tegernsee öffentlich, dass ihm die Art des 1:2 bei Absteiger Hamburger SV gründlich missfiel.

Von der attestierten Pomadigkeit ist bisher nichts zu sehen, alle Spieler des Kaders ziehen in der täglichen Arbeit engagiert mit. Die Ansprache, mit der Hecking seine Spieler in den Urlaub verabschiedet hatte, scheint ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben. " Jeder einzelne hat sich viel vorgenommen, wir haben ja auch etwas gut zu machen", sagt Hecking mit Blick auf den neunten Platz der vergangenen Saison. An seiner insgesamt positiven Beurteilung änderte auch die erste Testspiel-Niederlage dieses Sommers nichts. Am Sonntag unterlag die Borussia dem ambitionierten Zweitligisten FC Ingolstadt mit 0:1 (0:0).

Der Kader bietet für ein 4-3-3-System die meisten Optionen

Dafür gab es mildernde Umstände. Erstmals kamen die meisten der auf Grund der WM später in die Vorbereitung eingestiegenen Spieler zum Einsatz. Zudem beginnt für den FC Ingolstadt 04 bereits in einer Woche die zweite Liga. Robert Leipertz markierte in der 68. Minute vor 1200 Zuschauern am Sportplatz am Burgstaller Weg in Herzogenaurach das entscheidende Tor. Viel ungemütlicher als das Ergebnis war allerdings die verletzungsbedingte Auswechslung von Innenverteidiger Nico Elvedi. Dem 21 Jahre alten Schweizer musste wegen Knieproblemen eine dicke Bandage angelegt werden - Diagnose offen.

Sollte nach Michael Lang auch Elvedi länger ausfallen, muss Sportdirektor Max Eberl den Markt mehr sondieren als angedacht war. Ungeachtet dessen treibt Dieter Hecking seine Planungen voran. Zwar wird dieser bis zum Saison-Start auch das Abwehr-System mit einer Dreier-Reihe noch einüben lassen, sein favorisiertes Schema ist jedoch das 4-3-3. "Ein Blick auf unseren Kader zeigt, dass wir dafür die meisten Spieler auf den Platz bringen können und so viele Variationsmöglichkeiten besitzen. Es ist der richtige Schritt, in diese Richtung umzudenken und uns damit eine neue Definition zu geben", erklärt Hecking.

Dieter Hecking, Trainer von Borussia Mönchengladbach

Vom Ballbesitz-Fußball hingegen will er nicht abrücken. "Natürlich haben wir in der vergangenen Saison zu viel quer und zurück gespielt sowie mit zu wenig Ideen agiert. Insgesamt bin ich jedoch froh, wenn wir den Ball haben", sagt Hecking und lässt auch den Verweis auf die deutsche Nationalmannschaft nicht gelten, die mit dieser Strategie bei der WM gescheitert ist. "Im Kader von Joachim Löw waren zu viele Spieler nicht fit, dadurch fehlte es an Kompaktheit. Alles andere sind nur Nebengeräusche." Eine Nebenrolle in Heckings Überlegungen scheint derweil Patrick Herrmann einzunehmen.

Dem 27-jährigen Saarländer scheint nach seinen verletzungsbedingten Fehlzeiten der Anschluss nicht mehr zugetraut zu werden, um noch eine große Perspektive besitzen zu können. Offenbar wurde dem bei den Fans beliebten Rechtsaußen daher ein Vereinswechsel nahegelegt. "Wir haben mit Patrick ein offenes Gespräch geführt. Mal sehen, welche Schlüsse er daraus zieht", erklärte Hecking.

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