Die Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck trennt sich von Tabellenschlusslicht Hertha BSC mit 0:0.

Theofanis Gekas (l.) von Hertha BSC im Duell mit Torhüter Logan Bailly.
Theofanis Gekas (l.) von Hertha BSC im Duell mit Torhüter Logan Bailly.

Theofanis Gekas (l.) von Hertha BSC im Duell mit Torhüter Logan Bailly.

dpa

Theofanis Gekas (l.) von Hertha BSC im Duell mit Torhüter Logan Bailly.

Berlin. Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach hat im ersten Auswärtsspiel des neuen Jahres einen wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt ergattern können. Die Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck trennte sich am zweiten Rückrundenspieltag vor 46.090 Zuschauern in Berlin von Tabellenschlusslicht Hertha BSC mit 0:0. "Die Zuschauer haben ein attraktives 0:0 gesehen", befand Gladbachs Coach, der mit dem Ergebnis nach seinem 100. Bundesliga-Spiel als verantwortlicher Trainer "ganz gut leben kann".

Die Elf vom Niederrhein behauptete damit das Zwölf-Punkte-Polster auf die Berliner und hat zudem weiter einen Vorsprung von fünf Zählern auf den Relegationsplatz. Es hätte für den VfL sogar noch besser laufen können, denn kurz vor der Pause vergab der Venezolaner Juan Arango die große Chance, die ordentliche Vorstellung in Durchgang eins zu krönen: Nach einem Foul des Berliner Nationalspielers Arne Friedrich an Roberto Colautti scheiterte Arango zunächst per Strafstoß (41.) am glänzend aufgelegten Torhüter Jaroslav Drobny, ehe der Gladbacher auch beim Nachschuss mangelnde Entschlossenheit an den Tag legte.

Drobnys Glanzparade weckte nicht nur die Berliner Fans im Olympiastadion aus der Kältestarre (minus zehn Grad), auch die Spieler von Friedhelm Funkeln entwickelten nach dem Wechsel mehr Druck und berannten ein ums andere Mal das Gästetor. In dieser Phase demonstrierte Borussen-Torhüter Logan Bailly seine alte Klasse, und avancierte nach einer Reihe vorzüglicher Paraden gemeinsam mit Abwehrchef Dante zum stärksten Borussen. Nach dem viel beachteten Auftaktsieg der Berliner in Hannover bedeutet das torlose Remis für die selbsternannten Aufholjäger einen herben Rückschlag.

Seit nunmehr fünfeinhalb Monaten wartet die "alte Dame" Hertha auf einen "Dreier" im eigenen Stadion. "Die Abwehr hat sich stabilisiert, aber wir müssen in der Offensive einfach effektiver werden", sagte Berlins Trainer Funkel. Bei der Borussia richtet sich die ganze Konzentration ab Sonntag bereits auf das kommende Heimspiel am Sonnabend (15.30 Uhr) gegen Werder Bremen. Deshalb lassen Trainer und Spieler nach dem Auslaufen die große Borussen-Karnevals-Feier im Wickrather Kunstwerk sausen. Michael Frontzeck fliegt ohnehin am Sonntagabend nach Stuttgart, wo tags darauf das Treffen der Bundesliga-Übungsleiter mit Bundestrainer Jogi Löw stattfindet.

Berlin:
Drobny - Pisczek, A. Friedrich, von Bergen, Kobiashvili - Lustenberger - Kringe, Cicero - Raffael - Ramos, Gekas.

Borussia:
Bailly - Levels, Brouwers, Dante, Daems - Marx, Bradley - Reus, Arango (90. Kleine) - Colautti (65. Herrmann), Bobadilla

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)

Zuschauer: 46.090

Tore: Fehlanzeige

Gelbe Karten: Friedrich, Lustenberger / Colautti, Marx

Bailly: Beste Saisonleistung des Torhüters, rettete mehrmals, strahlte absolute Sicherheit aus, Note: 2

Levels: Ließ hinten zwar wenig anbrennen, aber nach vorne ging so gut wie nichts, Note: 4

Brouwers: Sicher in der Innenverteidigung, zwang per Kopf Herthas Keeper Drobny zu einer Glanzparade, Note: 3

Dante: Zählte erneut zu den Besten, zeigte Übersicht und spielte abgeklärt, Note: 2

Daems: Kommt nach seiner langen Verletzungspause nur schleppend in Fahrt, Note: 4

Marx: Überzeugte bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte, Note: 3+

Bradley: Räumte mehrere Bälle ab, brachte Struktur ins Borussen-Spiel, Note: 3

Reus: Hat noch nicht die Form aus der Hinrunde gefunden, Note: 4

Arango: Vergab mit einem schwach geschossenen Elfmeter die Chance zur Führung, Note: 5

Colautti: Holte einen Strafstoß raus, war meist anspielbar, Note: 3-

Bobadilla: Ohne Fortune im Abschluss, fehlte der richtige Zug zum Tor, Note: 4-

Friedhelm Funkel (Trainer Hertha BSC):
In der ersten Hälfte hatten die Gladbacher zwei bis drei gute Möglichkeiten nach leichtfertigen Fehlpässen von uns in der Vorwärtsbewegung. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann besser gemacht. Gladbach stand sehr tief und wir haben ein bisschen eher attackiert, wodurch wir uns die eine oder andere Möglichkeit erarbeitet haben. Insgesamt gesehen geht das Unentschieden aber für beide Mannschaften in Ordnung. Für uns ist es wichtig, dass wir die Stabilität in der Defensive wieder gefunden und das zweite Mal in Folge zu Null gespielt haben. Im Spiel nach vorne müssen wir in den kommenden Wochen natürlich effektiver werden. Daran werden wir arbeiten und dann auch wieder die entsprechenden Tore erzielen.

Michael Frontzeck (Trainer Borussia Mönchengladbach):
Beide Mannschaften hatten in der ersten Hälfte ihre Möglichkeiten. In der zweiten Halbzeit haben wir aber zu tief gestanden und zu wenig für unser Offensivspiel getan. Von daher können wir mit dem Punkt zufrieden sein. Es ist natürlich Schade, dass Arango den Elfmeter verwandeln konnte, aber es wird deshalb keine Schuldzuweisungen geben. Wir haben einen Punkt mitgenommen und werden weiter wachsam sein. Ein Extra-Lob hat sich sicherlich Logan Bailly verdient.

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