Fu�ball 1. Bundesliga Hamburger SV - Borussia M�nchengladbach
Haben die Gladbacher Spieler (Marco Reus, Juan Arango, filip Daems, v.l.) auch gegen den VfL Bochum Grund zum Jubeln?

Haben die Gladbacher Spieler (Marco Reus, Juan Arango, filip Daems, v.l.) auch gegen den VfL Bochum Grund zum Jubeln?

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Haben die Gladbacher Spieler (Marco Reus, Juan Arango, filip Daems, v.l.) auch gegen den VfL Bochum Grund zum Jubeln?

Mönchengladbach. Nach der indiskutablen Hinrunde, die mit mickrigen zehn Pünktchen auf dem letzten Tabellenplatz endete, stand Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach für viele praktisch als erster Absteiger in die zweite Liga fest. Nun, rund fünf Monate und 26 Rückrundenzähler später, haben sich die Fohlen auf Relegationsplatz 16 gekämpft.

In Hin- und Rückspiel geht es für die Borussia nun gegen den VfL Bochum, der am letzten Zweitliga-Spieltag den dritten Platz vor der Spielvereinigung Greuther Fürth behaupten konnte. Vor dem Hinspiel (Donnerstag, 20.30 Uhr, Borussia-Park, wir berichten live im Ticker) nimmt die WZ die beiden Kontrahenten genauer unter die Lupe.

 

Trend der letzten Spiele:

Seitdem Lucien Favre (53) das Traineramt übernommen hat, haben die Gladbacher stolze 20 Punkte in zwölf Partien eingefahren, davon allein zehn Zähler aus den letzten vier Spielen. Zu den Leidtragenden des Borussen-Höhenflugs gehörten unter anderem Meister Borussia Dortmund und der Tabellenvierte Hannover 96, die sich dem Favre-Team jeweils mit 0:1 geschlagen geben mussten.

Auch die Bilanz des VfL Bochum ist durchaus positiv: Nach einer durchwachsenen Hinrunde verloren die Schützlinge von VfL-Coach Friedhelm Funkel in der Rückserie lediglich noch zwei Mal, elf Siege stehen dem gegenüber. Mit klaren Erfolgen an den letzten drei Spieltagen machten die Bochumer die Relegation am Ende souverän klar.

Beide Mannschaften blicken auf erfolgreiche Wochen zurück und erhalten jeweils einen Punkt - 1:1.

 

Psyche:

Sowohl die Borussia als auch der VfL Bochum dürften mit Rückenwind in die Relegationsspiele gehen. Rund um den Borussia-Park ist man nach der katastrophalen Hinrunde zufrieden, sich nun doch noch die Chance auf den Klassenerhalt erspielt zu haben. Die Erfolgsserie der letzten Wochen und die zuletzt stabile Abwehr sorgen zusätzlich für Selbstvertrauen.

Ähnliches gilt nach der erfolgreichen Rückrunde auch für die Mannschaft von VfL-Coach Friedhelm Funkel, die sich zudem in der Außenseiterrolle sichtlich wohl fühlt. Gladbach ist seit Wochen immensen Druck gewöhnt, der VfL ebenfalls.

Einen entscheidenden psychologischen Vorteil gibt es auf keiner Seite, daher werden die Punkte erneut geteilt - 2:2.

 

Trainer:

"Konzepttrainer" Lucien Favre hat bei Mannschaft und Umfeld der Borussia Optimismus und Aufbruchstimmung entfacht. Der Schweizer kann auf erfolgreiche Wochen zurückblicken - trotz wenig Erfahrung im Abstiegskampf.

Über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz in Sachen Aufstiegs- und Abstiegskampf verfügt hingegen Bochums Trainerfuchs Friedhelm Funkel. Der 57-Jährige konnte allein als Trainer bislang fünf Aufstiege in die Fußball-Bundesliga feiern.

Auch hier gibt's am Ende keine entscheidenden Vorteile - 3:3.

 

Torhüter:

Im Borussen-Tor heißt es seit sechs Bundesligapartien: Jugend forsch(t). Der 19-jährige Keeper Marc-André ter Stegen löste die beiden glücklosen Torhüter Logan Bailly und Christopher Heimeroth als Nummer Eins ab und bot bislang eine ordentliche Vorstellung nach der anderen. Im Fachmagazin Kicker kommt das Torhütertalent auf einen starken Notenschnitt von 2,5.

Da kommt Bochums 24-jähriger Keeper Andreas Luthe (2,87) zwar nicht ganz heran. Dennoch war auch er in 30 Liga-Einsätzen ein solider Rückhalt für den VfL.

Auf dieser Position gibt es für kein Team einen entscheidenden Vorteil - 4:4.

 

Abwehr:

Dieser Mannschaftsteil der Borussia hat unter Coach Favre den wohl größten Schritt nach vorne gemacht. Die Gegentor-Flut der Hinrunde wurde eingedämmt, in den vergangenen zwölf Partien ließen Dante, Stranzl und Co. lediglich neun Treffer zu. Offensivstarke Teams wie Bayern München, Mainz 05, Werder Bremen oder Borussia Dortmund erzielten lediglich einen Treffer oder gingen komplett leer aus.

Obwohl die erstligaerprobte Abwehr des VfL Bochum um Marcel Maltritz und Antar Yahia im gesamten Saisonverlauf deutlich weniger Gegentore (35) zuließ als die Gladbacher (65), spricht die individuelle Klasse und die aktuelle Form eher für die Borussia - 5:4.

 

Mittelfeld:

Die taktische Ausrichtung im Gladbacher Mittelfeld griff in den letzten Partien immer besser. Neustädter und Nordtveidt setzen in der Zentrale offensiv zwar nur wenige Impulse, verrichten jedoch intensive Laufarbeit und leisten so wertvolle Dienste für die Gladbacher Abwehr. Der seit Wochen überragende und treffsichere Marco Reus sorgt gemeinsam mit Juan Arango auf den Flügeln vor dem gegenerischen Kasten für viel Wirbel.

Der VfL Bochum baute zuletzt auf ein kompaktes Fünfer-Mittelfeld, in dem die erstligaerfahrenen Paul Freier und Ümit Korkmaz bei Ballbesitz über die Außenbahnen die einzige Sturmspitze unterstützen. Kopf des Teams ist der kopfball- und zweikampfstarke Christoph Dabrowski. Ob der zuletzt starke VfL-Regisseur Mimoun Azaouagh (Notenschnitt 2,75) zur Relegation einsatzfähig ist, ist noch unklar.

Auch hier bekommen beide Teams einen Punkt - 6:5.

 

Sturm:

Ob Mike Hanke, Mohamadou Idrissou oder, falls Favre ihn im Angriff aufbietet, Marco Reus: Alle Gladbacher Angreifer erzielten in den vergangenen Bundesligapartien entscheidende Treffer. Auch de Camargo deutete im Saisonverlauf bereits seine Treffsicherheit an und ist eine ordentliche Alternative.

Die Bochumer verfügen mit Mirkan Aydin (8 Tore), Chong Tese (10) und Mahir Saglik zwar ebenfalls über ordentliche Stürmer, allerdings ist die Borussia hier individuell besser besetzt - 7:5.

 

Ersatzbank:

Mit de Camargo, Brouwers, Herrmann, Marx und Matmour kann Trainer Favre auf beinahe jeder Position auf eine ordentliche Alternative zurückgreifen. Hier ist die Borussia dem VfL qualitativ überlegen.

Die Bochumer verfügen allerdings mit Bönig, Federico oder Dedic ebenfalls über erfahrene Alternativen - 8:5.

 

Fans:

Bereits am Sonntag waren alle 54.057 Tickets für das Relegationshinspiel im Borussia-Park verkauft. Keine Frage: Auch wenn einige VfL-Fans anreisen werden, der Heimvorteil ist für die Borussia ein sattes Pfund.

Auch zum Rückspiel werden mehrere tausend Gladbacher in Bochum erwartet. Klarer Vorteil für die Borussia - 9:5.

 

Historie:

Die Statistik dürfte für den Bundesligisten aus Mönchengladbach kein sanftes Ruhekissen sein: In den vergangenen 15 Pflichtspielen gelang den Fohlen kein einziger Sieg gegen den VfL. Außerdem schafften die Bochumer nach einem Abstieg aus der ersten Liga gleich fünfmal anschließend den direkten Wiederaufstieg.

Der letzte VfL-Abstieg datiert übrigens aus der vergangenen Saison... - 9:6

 

Fazit:

Mit Ausnahme der Statistik spricht vor den beiden Relegationspartien vieles für Borussia Mönchengladbach. Allerdings müssen sich die Favre-Schützlinge gegen den kampfstarken VfL Bochum erstmals seit langer Zeit wieder mit der Favoritenrolle anfreunden.

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