Der Spanier meldet sich fit für den Klassiker gegen die Bayern. Das Hinspiel lief nicht gut für ihn.

Borussias Defensivspezialist Alvaro Dominguez im Testspiel gegen den VfL Bochum.
Borussias Defensivspezialist Alvaro Dominguez im Testspiel gegen den VfL Bochum.

Borussias Defensivspezialist Alvaro Dominguez im Testspiel gegen den VfL Bochum.

Wiechmann

Borussias Defensivspezialist Alvaro Dominguez im Testspiel gegen den VfL Bochum.

Mönchengladbach. Álvaro Domínguez wirkt entschlossen. Der spanische Abwehrstar (24) von Bundesligist Borussia Mönchengladbach hat seit Wochen auf diesen Moment hingearbeitet. Er hat in der Reha und im Weihnachtsurlaub geschuftet, im Anschluss während des Trainingslagers im türkischen Belek Vollgas gegeben – um am Freitag, exakt 111 Tage nach seinem Schulterbruch, zum Rückrundenauftakt gegen das Starensemble des FC Bayern München in die Fohlen-Startelf zurückzukehren. „Ich bin bereit“, versichert Domínguez. „Ich bin bei einhundert Prozent und wieder voll da.“

Der Defensivspezialist muss gleich eine Topleistung bringen

Das sollte der Defensiv-Spezialist wahrlich sein, schließlich trifft der VfL im ausverkauften Borussia-Park nicht nur auf die torhungrigste Mannschaft (42 Treffer in 16 Hinrunden-Spielen) der Liga, sondern auf das Nonplusultra des deutschen Fußballs. Und gegen diese schier übermächtigen Bayern hat Domínguez bereits seine ganz persönlichen Erfahrungen gemacht – ja, die wohl bislang schwärzesten Augenblicke seiner Karriere erlebt.

Es war im Hinspiel zur Saisoneröffnung Anfang August. Borussia schlug sich wacker, war im zweiten Durchgang drauf und dran, den Münchnern beim Debüt von Trainer Pep Guardiola in Suppe zu spucken. Bis Domínguez innerhalb von 83 Sekunden zwei Handelfmeter verursachte – und die Bayern am Ende einen 3:1-Triumph feiern konnten.

„Das ist die Vergangenheit und für mich längst abgehakt“, sagt Domínguez. „Solche verrückten Sachen passieren im Fußball schon mal.“ Er wolle sich diesmal gegen die Bayern auch nicht „die Arme hinter dem Rücken festbinden lassen“ und so „durch Borussias Strafraum rennen“.

Gladbach hat bewiesen, dass es die Großen schlagen kann

Besorgt darüber, dass die „Fohlen“ gegen in der Liga noch ungeschlagene Münchner einen bitteren Abend vor einem Millionen-Publikum (die Partie wird in mehr als 200 Ländern live übertragen) erleben könnten, sei er nicht. Ganz im Gegenteil, betont Domínguez. „Ich glaube daran, dass wir Bayern besiegen können. Wenn wir alle ans Limit gehen. Mit unseren Fans im Rücken, die für eine tolle Atmosphäre sorgen werden, schaffen wir das. Natürlich ist das ein außerordentlich starker Gegner, aber sie haben auch schwächere Momente. Auf diese müssen wir geduldig warten und dann eiskalt zuschlagen.“

Domínguez ist davon überzeugt, dass am Niederrhein gerade etwas Großes heranwächst: „Ich habe alles richtig gemacht, als ich von Atlético Madrid zur Borussia gewechselt bin. Ich bin sehr glücklich hier, habe Freunde gefunden. Ich bin bei einem der größten Klubs Deutschlands, mit dem ich in der Champions League spielen möchte.“

Dass Gladbach zu solchen Genie-Momenten in der Lage ist, hat das Kollektiv von Trainer Lucien Favre in der Hinrunde gerade daheim wiederholt bewiesen. Acht Siege, ein Remis, null Niederlagen lautet die Gladbacher Bilanz vor eigenem Publikum. Dazu ließen die Fohlen daheim gegen die bisherigen Gegner nur sieben Großchancen zu. Indiz für eine überaus stabile Defensive.

Doch kann dieses Borussen-Bollwerk einer Ausnahme-Mannschaft wie Bayern trotzen? „Sie werden viel Ballbesitz haben, das sollte uns jedoch nicht aus der Ruhe bringen“, sagt der Spanier. „Wenn es uns gelingt, hinten kompakt zu stehen und wir dann blitzschnell umschalten können – dann sind wir zu allem fähig.“

Sollte Borussia dieser außergewöhnliche Moment gegen die Bayern verwehrt bleiben, ist dies laut Domínguez auch kein Rückschlag. Da gebe es andere Gegner, gegen die man Punkte einfahren sollte.

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