Torwart Logan Bailly kehrt in die Stammelf zurück, und Rob Friend sitzt auf der Bank.

Mönchengladbach. Michael Frontzecks Wunschelf - gibt es die überhaupt? Mit welchem Team hat Borussia Mönchengladbach die größten Erfolgsaussichten, welche Mannschaft vereinigt am ehesten Harmonie, Spielkunst und Effektivität - und wer sind die idealen Einwechselspieler? Schwierig - auf jeden Fall ist der Tabellenneunte der Fußball-Bundesliga von der viel zitierten Top-Elf nicht mehr weit entfernt: Samstag Nachmittag bestreitet Torwart Logan Bailly sein erstes Bundesligaspiel in dieser Saison.

Der Belgier mit zwei Glanzparaden, und Rob Friend schießt wieder Tore

Als der belgische Torhüter am Dienstagabend auch den zweiten Härtetest locker überstanden hatte und im internationalen Nachwuchsrundenspiel gegen Sporting Charleroi (4:1) nach 60 Minuten ausgewechselt wurde, hatte er mehr als seine Pflicht getan. Zwei Glanzparaden, gute Strafraumbeherrschung, die gegnerischen Offensivspieler ständig beobachtend - da stand auch für den stillen Beobachter am Rande, Cheftrainer Michael Frontzeck, fest, dass Bailly (22), ein Fangkünstler fürs Comeback gerüstet ist. Nach mehr als neunwöchiger Verletzungspause (Mittelfußbruch) ist die Zeit reif. "I feel good. I’m ready", sagte Bailly, umringt von etlichen Familienmitgliedern im Borussia-Park.

Bailly ist also bereit. Das ist auch gut so, denn am Samstag gastiert das wiedererstarkte Überraschungsteam der vergangenen Saison, 1899 Hoffenheim, im Borussia-Park. Drei Tage später folgt der zweite Akt im DFB-Pokal 2009/2010, das Duell der Fohlen gegen die Zebras, Borussia gegen den MSV Duisburg (Anpfiff, 19 Uhr) und schließlich endet die "englische Woche" mit der Begegnung sonntags bei Aufsteiger Freiburg.

Drei Spiele also, an deren Ende es sich lohnt, ein erstes Fazit zu ziehen. "Bis jetzt sind die sieben Punkte absolut okay, aber ich denke, bei uns ist noch viel Luft nach oben", sagt Torwart-Hüne Bailly. Der Wintereinkauf aus dem belgischen Genk war einer der Schlüsselspieler in der dramatischen Rückrunde in diesem Jahr, ja, einer der "Retter" im Bundesliga-Abstiegskampf. Ohne Baillys Rettungstaten wäre der VfL wohl im Fußball-Unterhaus gelandet.

Christofer Heimeroth rückt also wieder ins zweite Glied. "Er hat einen soliden Job gemacht", sagt Cheftrainer Michael Frontzeck, "ich habe ihm zu verstehen gegeben, dass er sehr wertvoll für unser Team ist." Faktum bleibt, dass dem Ex-Schalker trotz beachtlicher Statur einfach das Temperament und die Verwegenheit im Kasten fehlt, um auf Dauer höhere Ansprüche anmelden zu können.

Aber nicht nur Logan Bailly ist wieder auf dem Posten, auch Rob Friend hat nach seinem 13-minütigen Einsatz beim 1. FC Nürnberg (0:1) und den 60 Minuten gegen Charleroi (Tor und eine Vorlage) gezeigt, dass der Trainer auf ihn setzen kann. "Es fehlen noch ein paar Prozent, ansonsten bin ich soweit", sagte der Kanadier, dem besten Torschützen der vergangenen Saison (sieben Treffer).

Doch der Trainer setzt weiter zunächst auf das "Doppel" Bobadilla und Colautti, wohl wissend, dass er, je nach Spielstand, jederzeit auf den Kanadier zurückgreifen kann. Fehlt also nur noch Filip Daems (Anriss Innenband). Bis der Linksfuß wieder ein Thema sein dürfte, werden noch ein paar Wochen ins Land ziehen. Immerhin macht er momentan die ersten Sprints mit Ball.

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