Der Argentinier ist beim 4:3-Sieg gegen Bremen an allen Toren beteiligt.

Bei seinem Drang zum Tor lässt sich Raul Bobadilla (l.) durch nichts und niemanden aufhalten.
Bei seinem Drang zum Tor lässt sich Raul Bobadilla (l.) durch nichts und niemanden aufhalten.

Bei seinem Drang zum Tor lässt sich Raul Bobadilla (l.) durch nichts und niemanden aufhalten.

Dieter Wiechmann

Bei seinem Drang zum Tor lässt sich Raul Bobadilla (l.) durch nichts und niemanden aufhalten.

Mönchengladbach. Auf der kanarischen Insel Gran Canaria haben sich die Wege von Borussias Sportdirektor Max Eberl und Raul Bobadilla zum ersten Mal gekreuzt. Genauer gesagt: Im "Estadio Municipal Maspalomas". Dort bestritt der Fußball-Bundesligist aus Gladbach Anfang Januar 2009 im Trainingslager ein Testspiel gegen Grashopper Zürich. Und Obwohl die Borussia dieses mit 4:2 gewann, hatte sie doch während der gesamten Partie große Probleme mit einem Mann: dem Argentinier Raul Bobadilla.

Der bullige Stürmer sorgte mit seinen gekonnten Dribblings für Aufsehen, spielte die Borussen-Verteidiger immer wieder schwindelig und holte zwei Foulelfmeter für den schweizer Erstligisten heraus. Eberl erkannte damals Bobadillas Potenzial und handelte prompt. "Wir waren uns schnell einig: Kaufen! Wir merkten jedoch auch gleich, dass wir große Konkurrenz hatten." So waren Bobadillas Qualitäten (44 Tore in 78 Spielen in der Schweiz) unter anderem dem AC Florenz und einem russischen Investor ebenfalls nicht verborgen geblieben: Im Transferpoker soll die Ablösesumme sogar zeitweise auf einen zweistelligen Millionen-Betrag hochgejazzt worden sein.

Der Stürmer wechselt schließlich für 4,5 Mio. Euro zur Borussia

Ein Muskelbündelriss im linken Oberschenkel und eine leichte Knieverletzung, die Bobadilla aber auskuriert hatte, ließ die großen Klubs jedoch zögern. Max Eberl hingegen wollte handeln, bekam auch grünes Licht vom Präsidium und holte Bobadilla schließlich im Juni 2009 für 4,5 Millionen Euro an den Niederrhein. Dass solch ein Transfercoup von Anfang an Begehrlichkeiten im Gladbacher Umfeld wecken würde, wusste Manager-Novize Eberl, dennoch betonte der 36-Jährige schon bei Bobadillas Vorstellung im Borussia-Park: "Raul ist eine Investition in die Zukunft. Er ist ein ganz junger Spieler, der nun in ein neues Land und eine neue Liga kommt. Er wird seine Zeit brauchen."

Sieben Monate hat es letztendlich gedauert, bis der 22 Jahre alte Bobadilla wirklich beim VfL Borussia angekommen ist. Seit seinem Gala-Auftritt am vergangen Samstag gegen Werder Bremen mit zwei herrlichen Toren und zwei ebenso tollen Vorlagen ist der Name Bobadilla in aller Munde. "Es ist schön, dass er gezeigt hat, was er kann und nun auch hoffentlich dieser unmenschliche Druck von ihm gewichen ist", sagte Eberl nach dem packenden 4:3-Erfolg gegen die Hanseaten.

Und auch der oft so cool auftretende Bobadilla konnte nach dem Bremen-Spiel seine Erleichterung nicht verbergen: "Ich habe das Gefühl, dass ich immer besser klar-komme. Ich bin mir sicher, dass mir diese Partie Selbstvertrauen gibt. Neues Jahr, neue Tore."

Mit der 4:3-Gala gegen Bremen hat die Gladbacher Borussia einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Mit nunmehr 25 Punkten belegt der VfL nach dem 20. Bundesliga-Spieltag Tabellenplatz zwölf. "Auf welchem Platz wir momentan stehen, ob wir nun Elfter oder Zwölfter sind, das ist nicht relevant. Für mich zählt nur, dass wir acht Punkte Vorsprung auf den Tabellen-16. Hannover haben", sagt Sportdirektor Max Eberl.

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