Der VfL-Torhüter allein gegen Werder: Die Bremer verpassen gegen eine destruktive Borussia ein Schützenfest.

Logan Bailly zog die Bälle im Weserstadion magisch an. Die Bremer Offensive verzweifelte ein ums andere Mal an dem Gladbacher Torhüter. (DW)
Logan Bailly zog die Bälle im Weserstadion magisch an. Die Bremer Offensive verzweifelte ein ums andere Mal an dem Gladbacher Torhüter. (DW)

Logan Bailly zog die Bälle im Weserstadion magisch an. Die Bremer Offensive verzweifelte ein ums andere Mal an dem Gladbacher Torhüter. (DW)

Logan Bailly zog die Bälle im Weserstadion magisch an. Die Bremer Offensive verzweifelte ein ums andere Mal an dem Gladbacher Torhüter. (DW)

Bremen. Der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga ist brutal, gnadenlos, ein Nervenspiel. Jeder Fehler, egal welcher Art, kann über das Wohl und Weh eines ganzen Klubs entscheiden. Der Existenzkampf bietet einem Profi aber auch die Möglichkeit, innerhalb kürzester Zeit zum Helden, zur Identifikationsfigur für Fans und Anhang zu mutieren.

Seit dem 20. Spieltag hat auch Liga-Schlusslicht Borussia Mönchengladbach solch eine neue Galionsfigur: Logan Bailly. Der belgische Torhüter vollbrachte am vergangen Samstag im Bremer Weserstadion eine derartig beeindruckende Leistung, die nichts anderes als das Urteil "Weltklasse" zuließ.

Egal, wie scharf, wie hart, wie raffiniert auch immer Pizarro, Boenisch, Naldo & Co. den Ball Richtung Gladbacher Tor bugsierten - Bailly hechtete, klatschte, faustete oder krabbelte die Kugel gekonnt weg. "Wir hatten einen Übermann im Tor stehen, der fantastisch gehalten hat", lobte Borussias Sportdirektor Max Eberl den 23-Jährigen. 90 Minuten lang waren die Bremer unentwegt auf Bailly zugerannt, doch der Belgier entschied das Duell "Logan gegen den Rest der Welt" klar für sich.

Nur einmal war der Überflieger im Gladbacher Tor machtlos

Ganze 28 (!) Torchancen ließ Werder ungenutzt. Nur einmal war Borussias Überflieger machtlos: Beim sehenswerten Kopfball von Bremens Top-Stürmer Claudio Pizarro (76.). Ansonsten war das Borussen-Tor dank Bailly "wie vernagelt" (O-Ton Torsten Frings). Bailly vollbrachte sogar das Kunststück, die meisten Gladbacher Ballkontakte (62) zu verzeichnen - und das als Torhüter.

"Er hat einen unglaublich guten Job gemacht", sagte Mannschaftskollege Michael Bradley, der Borussias einzige Torchance gleich zum äußerst schmeichelhaften 1:1 (79.) nutzen konnte. Den Rest erledigte Bailly. Auf der Linie waren es seine sensationellen Reaktionen, im Raum seine Ruhe, die dem VfL den Punktgewinn einbrachten und jegliche Zweifel am Millionen-Neuzugang wegwischten.

"Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich schon einmal solch ein Spiel erlebt habe. Ich habe so viele Bälle halten können. Aber dafür bin ich auch geholt worden. Ich will helfen, dass wir die Klasse halten", sagte Bailly nach dem Schlusspfiff. Dass er bester Gladbacher Spieler war, dazu wollte sich Bailly jedoch nicht äußern: "Es ist doch ganz egal, wer welchen Anteil am Erfolg hat. Wir haben einen Punkt aus Bremen geholt, und der kann noch sehr wichtig für uns werden", lautete sein Fazit.

Von zu viel Bohei um seine Person wolle er eh nichts wissen: "Die Mannschaft hat mir sehr geholfen, dass ich diese Leistung abrufen konnte. Wenn das Spiel vorbei ist, gilt es, sich gleich auf die kommende Aufgabe zu konzentrieren."

Wer Bailly in Bremen gesehen hat, kann verstehen, warum sich vor einer Woche rund 200 Genker Anhänger von ihren ehemaligen Torhüter im Borussia-Park verabschiedet haben. Im Heimspiel am Samstag gegen Hannover 96 werden dann wohl die Gladbach-Fans den neuen Hoffnungsträger feiern. "Ich bin überzeugt, dass wir in der Bundesliga bleiben", sagt Bailly.

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