Die Borussen verpassen bei der 0:2-Niederlage im Ländle eine Überraschung.

Ein Muster an Einsatz, aber ohne Fortune vor dem gegnerischen Tor: Rob Friend (l.) vergab klare Chancen.
Ein Muster an Einsatz, aber ohne Fortune vor dem gegnerischen Tor: Rob Friend (l.) vergab klare Chancen.

Ein Muster an Einsatz, aber ohne Fortune vor dem gegnerischen Tor: Rob Friend (l.) vergab klare Chancen.

Ein Muster an Einsatz, aber ohne Fortune vor dem gegnerischen Tor: Rob Friend (l.) vergab klare Chancen.

Mönchengladbach. Fußball ist eigentlich ein recht einfaches Spiel. Am Ende geht immer nur die Mannschaft als Sieger vom Platz, die die meisten Tore erzielt hat. An diese simple Regel haben sich wohl irgendwann auch die Akteure des VfB Stuttgart beim 2:0 (0:0) gegen Borussia Mönchengladbach erinnert. Zwar spielte das Bundesliga-Schlusslicht vom Niederrhein lange Zeit den gefälligeren Fußball, gestattete den biederen Gastgebern kaum Chancen, doch am Ende gewannen die Stuttgarter durch die Treffer von Marica (67.) und Gomez (86.).

Das bittere 0:1 brach den Borussen das Genick

"Das war schon brutal. Wir spielen richtig gut und kassieren dann so ein Ding. Ich bin extra durchgelaufen, um noch klären zu können. Wenn ich das nicht versucht hätte, wäre der Ball aber auch rein gegangen", schilderte Brouwers später die wohl entscheidende Szene der Partie, das glückliche 1:0 für die Stuttgarter.

Was dann folgte, war aus Gladbacher Sicht bitterer Bundesliga-Alltag: Obwohl Borussias Cheftrainer Hans Meyer mit Neuville, Marin und Colautti noch drei Offensivkräfte einwechselte, vollendete kurz vor dem Abpfiff Nationalstürmer Gomez per Abstauber zum schmeichelhaften VfB-Sieg.

"Gegen eine Mannschaft wie Stuttgart muss man eben 90 Minuten konzentriert spielen. Sie haben die Leute, die aus wenigen Chancen gleich Tore machen. Wir hatten unsere Möglichkeiten, haben diese aber nicht genutzt", sagte Borussias neuer Chefstratege Tomas Galasek.

Vor allem Rob Friend (13./31.) ging zu fahrlässig mit seinen guten Chancen um - Borussia hat halt nicht nur in der Defensive Probleme. Auch Marko Marin, den Meyer 74 Minuten lang auf der Bank schmoren ließ, konnte nach seiner Einwechslung kaum überzeugen, wirkte hektisch und unkonzentriert. "Natürlich ist man enttäuscht, wenn man nicht spielt", sagte der 19-Jährige, dem ein lukratives Angebot vom Hamburger SV vorliegen soll.

Sein beeindruckender Treffer gegen Werder Bremen hat bei der Wahl zum "Tor des Jahres" knapp Platz eins verfehlt. Der mitreißende Sololauf des 22-Jährigen zum zwischenzeitlichen 3:0 gegen Werder, bei dem er sich den Ball erst selbst erkämpfte, dann 70 Meter über das Feld dribbelte und schließlich Torwart Tim Wiese überwand, landete auf dem vierten Platz. Das Tor des Jahres erzielte Michael Ballack (EM-Spiel gegen Österreich). Ulrik le Fevre (1971), Günter Netzer (1972/1973), Harald Nickel (1979), Kasper Bögelund (2005) und Oliver Neuville (2006) waren frühere Sieger im VfL-Dress.

Borussias zweiter Jungspund, Alexander Baumjohann, gehörte in Stuttgart zu den Leistungsträgern, kämpfte und ackerte. "Mein Vertrag bei Borussia läuft bis Ende Juni. Und bis dahin werde ich für den Klub auch alles geben", sagte der Mittelfeldspieler, der in der kommenden Saison für den FC Bayern München auflaufen wird. Trotz der Niederlage könne die Borussia erhobenen Hauptes in die nächsten Spiele gehen, sagte Baumjohann weiter. Die Mannschaft habe gezeigt, dass sie deutlich stärker sei als noch in der Hinrunde.

Doch was muss der VfL Borussia noch besser machen, um im Abstiegskampf eine Chance zu haben? "Wir müssen Tore schießen", antwortete Oliver Neuville kurz und trocken, ehe der Routinier im Mannschaftsbus verschwand.

Wie gesagt, Fußball ist eben ein einfaches Spiel.

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